Mitarbeitergewinnung in der Pflege 7 Tipps für Klinik, Pflegeheim und ambulanten Dienst
Vom Dienstplan bis zur Hospitation: So erreichen Sie Pflegekräfte in stationärer und ambulanter Altenpflege und im Krankenhaus.
Mitarbeitergewinnung in der Pflege: 7 Tipps
Mitarbeitergewinnung in der Pflege heißt: Sie zeigen Pflegekräften konkret, was Ihre Klinik, Ihr Pflegeheim oder Ihr ambulanter Dienst bietet, und halten den Weg zu Ihnen kurz. Dazu gehören eine Stellenanzeige mit harten Fakten, mehrere Kanäle, eigene Ausbildung, Wege für Rückkehr und Anerkennung sowie ein zügiger Ablauf bis zur Hospitation. Die sieben Tipps im Überblick:
- Angebot zeigen: Nennen Sie Dienstplanregeln, Arbeitszeitmodelle, Vergütung, Einarbeitung und Fortbildung konkret.
- Stellenanzeige bauen: Gliedern Sie die Anzeige in sieben Bausteine vom Titel bis zum Bewerbungsweg.
- Kanäle kombinieren: Zeigen Sie dieselbe Anzeige auf Jobbörsen, in sozialen Netzwerken, bei Pflegeschulen und auf der Karriereseite.
- Team einbinden: Lassen Sie Beschäftigte offene Stellen weiterempfehlen, optional mit Prämie.
- Selbst ausbilden: Bilden Sie Pflegefachkräfte aus und planen Sie die neue Pflegefachassistenz ein.
- Rückkehr und Anerkennung ermöglichen: Holen Sie Pflegekräfte nach einer Pause zurück und begleiten Sie ausländische Abschlüsse durch die Anerkennung.
- Schnell antworten: Bestätigen Sie Bewerbungen zügig und laden Sie früh zur Hospitation ein.
Zahlen zur Lage: Pflegeberufe am Arbeitsmarkt
Kurz gesagt: Die Bundesagentur für Arbeit führt Pflegeberufe auf Fachkraftniveau in der Engpassanalyse 2025 als Engpassberuf. Auf 100 gemeldete Stellen für examinierte Pflegefachkräfte kamen 2025 rechnerisch 57 Arbeitslose.
Für die Personalgewinnung in der Pflege liefern die Bundesagentur für Arbeit (BA) und das Statistische Bundesamt (Destatis) Zahlen. Beide grenzen Berufe und Zeiträume unterschiedlich ab.
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2,7
durchschnittliche Punktezahl der Pflegeberufe auf Fachkraftniveau, Engpassanalyse 2025; ab 2,0 Punkten gilt ein Beruf als Engpassberuf
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2025, Mai 2026; Aggregat „Pflegeberufe“ mit Kranken- und Altenpflege einschließlich Führung
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169 Tage
abgeschlossene Vakanzzeit gemeldeter Arbeitsstellen, Berufsgruppe 813 „Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe“, September 2025 bis August 2026
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Gemeldete Arbeitsstellen nach Berufen (Engpassanalyse), August 2026; ohne Helfer- und Anlerntätigkeiten
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200 Tage
abgeschlossene Vakanzzeit gemeldeter Arbeitsstellen, Berufsgruppe 821 „Altenpflege“, September 2025 bis August 2026
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Gemeldete Arbeitsstellen nach Berufen (Engpassanalyse), August 2026; ohne Helfer- und Anlerntätigkeiten
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57
Arbeitslose kamen 2025 rechnerisch auf 100 gemeldete Arbeitsstellen für examinierte Pflegefachkräfte
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsmarktsituation in Pflegeberufen, Mai 2026
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49 %
der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Pflegeberufen arbeiteten im Juni 2025 in Teilzeit, in der Gesamtwirtschaft 31 %
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsmarktsituation in Pflegeberufen, Mai 2026
Vorausberechnung des Statistischen Bundesamts
Laut Destatis steigt der Bedarf an erwerbstätigen Pflegekräften voraussichtlich auf 2,15 Millionen im Jahr 2049. Für das Angebot rechnet Destatis mit Varianten:
„Laut Pflegekräftevorausberechnung liegt die erwartete Zahl an Pflegekräften im Jahr 2049 zwischen 280 000 und 690 000 unter dem erwarteten Bedarf“
Die Spanne ergibt sich aus der „Trend-Variante“ (280 000) und der „Status quo-Variante“ (690 000) für Kranken- und Altenpflege einschließlich Pflegehilfe. Destatis betont: „Vorausberechnungen sind keine Prognosen.“
Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 033 vom 24. Januar 2024
Die BA-Werte beschreiben den Arbeitsmarkt heute, Destatis rechnet bis 2049 voraus; beide Quellen lassen sich nicht verrechnen. Branchenübergreifende Strategien bündelt der Ratgeber Fachkräfte gewinnen.
Arbeitgebermarke: Was Sie Pflegekräften vor der Bewerbung zeigen
Kurz gesagt: Machen Sie Ihre Arbeitgebermarke an fünf Punkten fest: Dienstplan, Arbeitszeitmodelle, Vergütung, Einarbeitung und Fortbildung.
Ihre Arbeitgebermarke beschreibt, wofür Ihre Einrichtung als Arbeitgeber steht. Was Ihr Team an Ihnen schätzt, erfahren Sie etwa über eine anonyme Befragung der Beschäftigten. Wie Sie diese Punkte nach außen tragen, erklärt der Beitrag zum Personalmarketing.
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Verlässlicher Dienstplan
So zeigen Sie es: Nennen Sie, wie weit im Voraus der Dienstplan steht und wie Sie Wunschdienste und Einspringen regeln.
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Arbeitszeitmodelle und Teilzeit
So zeigen Sie es: Nennen Sie mögliche Stundenumfänge und Schichtmodelle, etwa feste Früh- oder Nachtdienste.
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Vergütung nach Tarif oder Haustarif
So zeigen Sie es: Geben Sie Tarifwerk und Entgeltgruppe oder eine Gehaltsspanne an, dazu die Regeln für Zuschläge.
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Einarbeitung mit Praxisanleitung
So zeigen Sie es: Beschreiben Sie Dauer und Ablauf der Einarbeitung und wer sie begleitet.
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Fort- und Weiterbildung
So zeigen Sie es: Nennen Sie konkrete Angebote, etwa Fachweiterbildungen, Freistellung oder Kostenübernahme.
Stellenanzeige für Pflegekräfte: 7 Bausteine
Kurz gesagt: Eine Stellenanzeige für Pflegekräfte beantwortet in sieben Bausteinen, um welche Stelle es geht, was Sie bieten und wie die Bewerbung läuft.
Schreiben Sie so, wie Ihr Haus spricht: Duzt sich das Team, darf auch die Anzeige duzen. Beschreiben Sie Station, Team und Tagesablauf mit Fakten statt mit Floskeln.
- Titel: Qualifikation und Bereich mit „(m/w/d)“, etwa „Pflegefachkraft (m/w/d) Intensivstation“ oder „Pflegefachkraft (m/w/d) ambulante Pflege“.
- Einsatzort und Team: Art der Einrichtung, Station oder Wohnbereich und Größe des Teams.
- Arbeitszeit und Dienstplan: Stundenumfang, Schichtmodell und wie weit im Voraus der Dienstplan feststeht.
- Vergütung: Tarifwerk und Entgeltgruppe oder Gehaltsspanne, dazu die Zuschläge.
- Aufgaben und Anforderungen: konkrete Tätigkeiten und der nötige Berufsabschluss, getrennt nach Muss und Kann.
- Einarbeitung: Dauer, Ablauf und begleitende Praxisanleitung.
- Bewerbungsweg: Ansprechperson mit Namen, E-Mail oder Online-Formular und der Hinweis, dass kein Anschreiben nötig ist.
Ein vollständiges Muster mit Tipps zu jedem Baustein finden Sie im Ratgeber Stellenanzeige schreiben.
Kanäle: Wo Sie Pflegekräfte erreichen
Kurz gesagt: Wählen Sie Kanäle nach Zielgruppe: Jobbörsen für aktiv Suchende, soziale Netzwerke für Wechselbereite, Pflegeschulen für Auszubildende und Ihr Team für Empfehlungen.
Wie Sie aktiv und passiv Suchende erreichen, zeigt die Übersicht der Recruiting-Kanäle. Wer Pflegekräfte gewinnen will, kann dieselbe Anzeige über mehrere Wege verbreiten:
| Zielgruppe | Kanal | Hinweis |
|---|---|---|
| Aktiv suchende Pflegekräfte | Jobbörsen und Pflege-Fachportale | Titel mit Qualifikation und Bereich wählen |
| Wechselbereite ohne aktive Suche | Soziale Netzwerke | Einblicke in Team, Station und Dienstplan geben |
| Auszubildende vor dem Examen | Pflegeschulen und Praxiseinsätze | Einsätze gut begleiten, Stellen früh nennen |
| Umfeld Ihres Teams | Empfehlungen der Beschäftigten | Einfacher Meldeweg, klare Prämienregel |
| Interessierte, die Ihr Haus kennen | Karriereseite | Alle offenen Stellen, kurzer Bewerbungsweg |
Mit Multiposting veröffentlichen Sie eine Anzeige über ein Tool gleichzeitig auf zahlreichen Jobbörsen. Wie Recruiting über soziale Netzwerke funktioniert, erklärt der Ratgeber zum Social Media Recruiting. Wie Kitas dieselben Hebel nutzen, zeigt der Beitrag zur Personalgewinnung in der Kita.
Mitarbeiter werben Mitarbeiter
Ihre Beschäftigten kennen Alltag und Team und können beides aus erster Hand schildern. Legen Sie fest, wie Empfehlungen eingehen und ob Sie bei einer Einstellung eine Prämie zahlen. Wie solche Programme aufgebaut sind, zeigt der Beitrag Mitarbeiter werben Mitarbeiter.
Ausbildung, Rückkehr und Anerkennung
Kurz gesagt: Neben dem Arbeitsmarkt haben Sie vier eigene Wege: selbst ausbilden, die Pflegefachassistenz einplanen, Rückkehr ermöglichen und die Anerkennung ausländischer Abschlüsse begleiten.
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Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann
Als Ausbildungsbetrieb lernen Sie Auszubildende über Jahre kennen und können früh eine Übernahme anbieten.
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Pflegefachassistenz ab 1. Januar 2027
Ab diesem Datum ersetzt eine bundeseinheitliche Pflegefachassistenzausbildung die bisherigen Helfer- und Assistenzausbildungen der Länder (Pflegefachassistenzgesetz vom 28. Oktober 2025). In der Engpassanalyse 2025 der BA stehen Pflegeassistenzberufe auf Helferniveau mit 1,8 Punkten im Beobachtungsbereich.
Quelle: Pflegefachassistenzgesetz, gesetze-im-internet.de; Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2025, Mai 2026
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Rückkehr und mehr Stunden
Sprechen Sie ehemalige Beschäftigte nach Elternzeit oder Pause an und bieten Sie Teilzeitkräften mehr Stunden an, wenn sie das möchten.
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Anerkennung ausländischer Abschlüsse
Eine zuständige Stelle prüft, ob ein ausländischer Pflegeabschluss gleichwertig ist; Näheres im Hinweis unten.
Dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung und erfolgt ohne Gewähr auf Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität; was in Ihrem Einzelfall gilt, klärt ein Fachanwalt für Verwaltungsrecht.
Bewerbungsverfahren: schnell zur Hospitation
Kurz gesagt: Halten Sie den Weg kurz: mobile Kurzbewerbung ohne Anschreiben, zügige Eingangsbestätigung, Kennenlerngespräch, Hospitation und Zusage mit Einarbeitungsplan.
Jede zusätzliche Hürde im Ablauf kann dazu führen, dass Interessierte abspringen. Spielen Sie Ihren Bewerbungsweg einmal selbst durch: Wie lange dauert das Formular, und wann kommt die erste Antwort?
- Kurzbewerbung: mobil, mit Kontaktdaten und Berufsabschluss, ohne Anschreiben; weitere Unterlagen folgen später.
- Eingang bestätigen: am selben Tag, mit Ansprechperson und nächstem Schritt.
- Kennenlerngespräch: kurz und zu einem Termin, der zum Dienstplan der Bewerbenden passt.
- Hospitation: einige Stunden oder eine Schicht im Team, damit beide Seiten den Alltag erleben.
- Zusage mit Einarbeitungsplan: schriftliches Angebot mit Starttermin, ersten Diensten und fester Ansprechperson.
Wie Sie Gespräch und Hospitation strukturiert auswerten, zeigt der Leitfaden zum Bewerberauswahlverfahren. Wie Sie neue Kolleginnen und Kollegen nach der Einstellung halten, beschreibt der Ratgeber zur Mitarbeiterbindung.

Fazit: Angebot zeigen, Reichweite bündeln, schnell antworten
Kurz gesagt: Sprechen Sie Pflegekräfte zielgruppengerecht und ehrlich an, zeigen Sie Ihr Angebot konkret, bündeln Sie Ihre Kanäle und antworten Sie schnell.
Mitarbeitergewinnung in der Pflege beginnt bei dem, was Ihre Einrichtung tatsächlich bietet: einem verlässlichen Dienstplan, klarer Vergütung und einer geplanten Einarbeitung. Wer das ehrlich und in der Sprache des eigenen Teams beschreibt, kann Pflegekräfte gezielter ansprechen.
Eigene Ausbildung, Angebote zur Rückkehr und die Begleitung bei der Anerkennung ergänzen die Suche am Arbeitsmarkt. Damit Ihre Anzeige dort erscheint, wo Pflegekräfte suchen, können Sie sie auf mehreren Jobbörsen zugleich veröffentlichen.
Ihre Pflege-Stellenanzeige auf 400+ Jobbörsen
Mit Personalturm schreiben Sie Ihre Anzeige einmal und wählen die Jobbörsen, auf denen sie erscheinen soll.
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Fragen zur Mitarbeitergewinnung in der Pflege
Kurz gesagt: Drei Fragen zu Begriffen und zur Zukunft des Altenpflegeberufs, kurz beantwortet.
Was ist Personalgewinnung?
Personalgewinnung umfasst alle Maßnahmen, mit denen ein Arbeitgeber offene Stellen mit passenden Beschäftigten besetzt. Dazu gehören die Suche außerhalb des Betriebs, etwa über Stellenanzeigen und Empfehlungen, und die Besetzung aus dem eigenen Haus, etwa über Ausbildung, Weiterbildung oder interne Wechsel.
Was gehört alles zu Recruiting?
Recruiting reicht von der Bedarfsplanung über die Stellenanzeige und die Wahl der Kanäle bis zu Auswahl, Zusage und Einarbeitung. Personalmarketing und Arbeitgebermarke bereiten die Suche vor, die Mitarbeiterbindung schließt an die Einstellung an.
Hat der Beruf Altenpfleger Zukunft?
Zwei amtliche Quellen geben dazu Hinweise. Laut Pflegekräftevorausberechnung von Destatis steigt der Bedarf an erwerbstätigen Pflegekräften in Kranken- und Altenpflege einschließlich Pflegehilfe voraussichtlich auf 2,15 Millionen im Jahr 2049. Die Bundesagentur für Arbeit führt die Pflegeberufe einschließlich Altenpflege auf Fachkraftniveau in der Engpassanalyse 2025 als Engpassberuf.
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