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Stellenanzeige schreibenMuster zum Kopieren, Checkliste und die Regeln zur Gehaltsangabe für die perfekte Stellenanzeige

  • Muster mit AGG-Check
  • 14-Punkte-Checkliste

Stellenanzeige schreiben in 8 Schritten

Eine Stellenanzeige schreiben Sie in sechs Blöcken: Stellentitel mit (m/w/d), kurze Unternehmensvorstellung, Aufgaben, Anforderungen getrennt nach Muss und Kann, bezifferte Benefits samt Gehaltsspanne und der Bewerbungsweg mit Ansprechpartner. Wer eine Stellenanzeige erstellen will, definiert vorher Stelle und Zielgruppe und prüft am Ende gegen AGG und Google for Jobs. Die Reihenfolge zählt: Aufgaben stehen immer vor den Anforderungen.

  1. Stelle und Zielgruppe definieren. Klären Sie vor dem ersten Satz, welche Aufgaben die Stelle wirklich umfasst, ob Voll- oder Teilzeit möglich ist und wen Sie ansprechen wollen.
  2. Stellentitel festlegen. Nehmen Sie die gängige Berufsbezeichnung plus (m/w/d) — keinen internen Code, keinen Fantasietitel wie „Sales Ninja".
  3. Unternehmen kurz vorstellen. Drei bis vier Sätze genügen: was Sie tun, wie groß Sie sind, in welcher Branche und was Sie von anderen unterscheidet.
  4. Aufgaben vor Anforderungen beschreiben. Fünf bis sieben Tätigkeiten, die den Arbeitsalltag tatsächlich abbilden — und zwar konkret und vor dem Anforderungsblock.
  5. Anforderungen in Muss und Kann trennen. Maximal fünf Must-haves, alles Weitere ausdrücklich als „schön, wenn Sie das mitbringen" kennzeichnen.
  6. Benefits beziffern, Gehaltsspanne nennen. 30 Urlaubstage statt „attraktive Urlaubsregelung", eine Spanne mit Verhandlungshinweis statt „leistungsgerechte Vergütung".
  7. Bewerbungsweg und Ansprechpartner angeben. Ein Klick zum Formular, ein Name, eine zugesagte Reaktionszeit — dazu der Ablauf der nächsten Schritte.
  8. Gegen AGG und Google prüfen. Erst der Diskriminierungs-Check, dann die Google-for-Jobs-Pflichtfelder, dann veröffentlichen.

Schritt 2 bis 7 beschreiben, was in der Anzeige stehen muss — hier steht es bereits fertig formuliert.

Stand 09/2026: — Gehaltsangabe, Google-for-Jobs-Pflichtfelder und alle verlinkten Quellen. Ursprünglich veröffentlicht am 07.08.2020.

Stellenanzeige schreiben: Muster zum Kopieren

So sieht eine fertige Stellenanzeige aus, wenn alle sechs Blöcke stehen, samt Gleichbehandlungsformel am Schluss. Der folgende Text ist vollständig, an den Vorgaben des § 11 AGG orientiert und für jeden Beruf verwendbar — kein Auszug, kein Download, kein Formular davor. Markieren, kopieren, Platzhalter in eckigen Klammern ersetzen: So lässt sich eine Stellenanzeige erstellen, ohne bei null anzufangen — der Anzeigentext für Ihr Stellenangebot steht damit in wenigen Minuten.

Mustertext (Copy-Block)

[Berufsbezeichnung] (m/w/d) — [Vollzeit / Teilzeit] in [Ort]

Über uns

Wir sind [Unternehmen], ein Unternehmen aus der [Branche] mit Sitz in [Ort] und [Anzahl] Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Seit [Jahr] [kurz: was Sie tun und für wen — ein Satz]. Was uns von anderen unterscheidet: [eine konkrete Besonderheit, zum Beispiel eigene Werkstatt, feste Teams, keine Montage, planbare Schichten]. Für [Abteilung / Team] suchen wir ab [Datum oder „sofort"] Verstärkung.

Ihre Aufgaben

  • [Haupttätigkeit — sie macht rund [X] Prozent des Arbeitstags aus]
  • [Zweite Kerntätigkeit, konkret benannt]
  • [Dritte Tätigkeit — wer arbeitet zu, wem berichten Sie]
  • [Vierte Tätigkeit — Werkzeuge, Systeme oder Maschinen namentlich nennen]
  • [Fünfte Tätigkeit — regelmäßig wiederkehrende Aufgabe]
  • [Optional: sechste Tätigkeit oder Sonderaufgabe, z. B. Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen]

Das sollten Sie mitbringen (Muss)

  • [Abgeschlossene Ausbildung als [Beruf] oder vergleichbare Qualifikation]
  • [[3–5] Jahre Berufserfahrung in [Bereich]]
  • [Konkrete Fachkenntnis, z. B. sicherer Umgang mit [System / Maschine]]
  • [Nur wenn die Stelle es wirklich verlangt: Führerschein [Klasse], Schichtbereitschaft, Deutschkenntnisse [Niveau]]

Schön, wenn Sie das mitbringen (Kann)

  • [Zusatzqualifikation, zum Beispiel [Schein / Zertifikat]]
  • [Erfahrung mit [Spezialthema] — wir arbeiten Sie sonst ein]
  • [Weitere Sprache, Branchenkenntnis oder Führungserfahrung]

Das bieten wir

  • [45.000] – [55.000] € brutto/Jahr, abhängig von Qualifikation und Erfahrung
  • [30] Urlaubstage plus [Sonderurlaubstage / Heiligabend und Silvester frei]
  • [2] Tage Homeoffice pro Woche / [feste Schichtpläne [X] Wochen im Voraus]
  • [1.500] € Weiterbildungsbudget pro Jahr, [Anzahl] Tage Bildungsurlaub
  • [Konkreter Zusatz: Jobrad, Zuschuss zum Deutschlandticket, betriebliche Altersvorsorge mit [X] Prozent Arbeitgeberanteil]
  • [Einarbeitungsplan über [X] Wochen mit festem Paten]

So bewerben Sie sich

Schicken Sie uns Ihren Lebenslauf an [E-Mail-Adresse] oder bewerben Sie sich in zwei Minuten über [Bewerbungsformular]. Ein Anschreiben brauchen wir nicht. Fragen beantwortet Ihnen [Name], [Funktion], unter [E-Mail-Adresse]. Sie erhalten innerhalb von [X] Werktagen eine Rückmeldung; das erste Gespräch führen wir [telefonisch / per Video], das zweite bei uns vor Ort. Wie wir mit Ihren Daten umgehen, steht in unserer [Datenschutzerklärung].

Gleichbehandlung

Wir freuen uns über Bewerbungen unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft, Religion, Behinderung oder sexueller Identität. Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber berücksichtigen wir bei gleicher Eignung bevorzugt.

(Ende des Mustertexts.)

Der fertige Text braucht jetzt nur noch Reichweite — wie Sie dieselbe Anzeige auf über 400 Jobbörsen gleichzeitig schalten, steht weiter unten in diesem Artikel und im Multiposting-Überblick.

So passen Sie die Vorlage an

  • Platzhalter ersetzen, nicht umschreiben: Jede eckige Klammer steht für eine Information, die Bewerberinnen und Bewerber tatsächlich suchen — bleibt sie leer, fehlt die Information.
  • Muss-Kriterien auf drei bis fünf kürzen: Alles, was Sie auch beibringen könnten, gehört unter „Kann".
  • Benefits streichen statt erfinden: Lieber vier Punkte, die stimmen, als acht, die im Vorstellungsgespräch auffliegen.
  • Titel gegen die Suchbegriffe der Zielgruppe prüfen: Suchen Ihre Kandidaten nach „Bürokauffrau" oder nach „Kaufmännische Sachbearbeitung"? Der Titel entscheidet, ob die Anzeige überhaupt gefunden wird.
  • Duzen oder siezen durchhalten: Das Muster ist in der Sie-Form geschrieben. Wer es auf „Du" umstellt, stellt auch Eingangsbestätigung und Einladung um.
  • Die Gleichbehandlungsformel bleibt stehen: Sie ist der einzige Block, an dem nichts anzupassen ist. Der Satz zu schwerbehinderten Bewerberinnen und Bewerbern orientiert sich an der Vorgabe aus § 164 Abs. 1 SGB IX.

Hinweis: Wer diese Vorlage Wort für Wort übernimmt wie alle anderen auch, wirkt austauschbar — das Muster ist ein Gerüst, keine fertige Anzeige.

Für über zwanzig Berufe und Kanäle gibt es dieses Gerüst schon ausformuliert: zu den Mustern nach Beruf.

Aufbau: Die 6 Bausteine einer Stellenanzeige

Das Muster funktioniert auch, ohne dass Sie es verstehen. Wer es anpassen will, sollte wissen, warum die sechs Blöcke genau in dieser Reihenfolge stehen. Der Aufbau ist bei jeder Stellenausschreibung derselbe — egal ob Handwerk, Büro oder Pflege. Er folgt dem klassischen AIDA-Schema: Aufmerksamkeit durch den Stellentitel, Interesse durch Einstieg und Aufgaben, Wunsch durch Profil und Benefits, Handlung durch den Bewerbungsweg.

1. Stellentitel

Der Titel entscheidet, ob überhaupt jemand klickt. Nehmen Sie die Bezeichnung, nach der Ihre Zielgruppe sucht, nicht die, die intern im Organigramm steht: „Elektroniker für Betriebstechnik" statt „Techniker Level 2", „Bürokauffrau" statt „Sachbearbeitung Backoffice II". Als Faustregel gelten rund 60 Zeichen, wobei die Kerninformation in die ersten 40 gehört — auf Ergebnisseiten und am Smartphone wird der Rest abgeschnitten (raven51). Google gibt für Stellenanzeigen zusätzlich vor, was nicht in den Titel gehört: interne Codes, Adressen, Datumsangaben, Gehälter und der Firmenname — Anstellungsart und Ort stehen besser in der Zeile darunter. Wie ein solcher Titel aufgebaut ist, zeigt der Beitrag zum perfekten Stellentitel.

2. Einleitung und Unternehmensvorstellung

Drei bis vier Sätze reichen. Beantworten Sie vier Fragen: Was macht das Unternehmen, wie viele Mitarbeitende hat es, in welcher Branche ist es tätig und was unterscheidet es von den anderen im Umkreis? Genau der vierte Punkt fehlt in den meisten Anzeigen — und genau er wird gelesen. „Marktführer", „traditionsreich" und „innovativ" sind keine Besonderheiten, sondern Selbstbeweihräucherung; „eigene Werkstatt, keine Montage, feste Zweierteams" ist eine. Alles Weitere gehört auf die Karriereseite, nicht in die Anzeige.

3. Aufgaben

Die Aufgaben stehen immer vor den Anforderungen. Der Grund ist schlicht: Wer liest, will zuerst wissen, was er tun wird — nicht, welche Hürden er nehmen muss. Eine Anforderungsliste an Position drei schreckt genau die Kandidaten ab, die Sie brauchen. Fünf bis sieben Bullets genügen, formuliert als Tätigkeit statt als Verantwortungs-Floskel: „Sie planen die Wochentouren für sechs Fahrzeuge" sagt mehr als „Verantwortung für die Disposition". Wenn eine Tätigkeit den halben Tag ausmacht, schreiben Sie das dazu — das erspart beiden Seiten das falsche Vorstellungsgespräch.

4. Anforderungen: Muss und Kann trennen

Drei bis fünf Must-haves, der Rest ist Nice-to-have — und zwar sichtbar als solches gekennzeichnet. Eine Liste mit zwölf Anforderungen liest sich als Wunschkonzert und filtert am Ende die Falschen heraus: erfahrene Fachkräfte bewerben sich seltener, wenn sie zwei Punkte nicht erfüllen. Streichen Sie außerdem unscharfe Formulierungen. „Langjährige Erfahrung" ist keine Anforderung, „3–5 Jahre Erfahrung in der Debitorenbuchhaltung" schon. Typische Wanderer von Muss zu Kann: das Zertifikat, das Sie auch nachträglich bezahlen würden, die zweite Fremdsprache für zwei Kunden, die Branchenerfahrung bei einer Tätigkeit, die man in sechs Wochen lernt. Welche Formulierungen sonst ohne Informationswert bleiben, zeigt die Übersicht zu Floskeln in Stellenanzeigen.

5. Benefits und Gehalt

Jeder Benefit wird beziffert oder gestrichen: 30 Urlaubstage, zwei Homeoffice-Tage pro Woche, 1.500 € Weiterbildungsbudget. „Attraktive Vergütung" und „flexible Arbeitszeiten" stehen in praktisch jeder Anzeige und tragen deshalb keine Information mehr. Beim Gehalt lohnt sich die Spanne: 61 Prozent der Befragten bewerben sich eher, wenn ein Gehalt genannt wird, 64 Prozent befürworten ausdrücklich Spannen statt Fixbeträgen (Indeed, 19.05.2026). Verbreitet ist die Angabe trotzdem nicht — je nach Auswertung nennen nur etwa 12 bis 23 Prozent der deutschen Anzeigen ein Gehalt (Indeed 12,5 %, 19.05.2026; Index Research 23 %, 18.06.2026). Wer Verhandlungsspielraum behalten will, hängt „abhängig von Qualifikation und Erfahrung" an. Argumente dazu liefert der Beitrag zur Gehaltsangabe in Stellenanzeigen.

6. Bewerbungsweg und Kontakt

Ein Klick zum Formular, ein Ansprechpartner mit Namen, eine zugesagte Reaktionszeit — mehr braucht der Schlussblock nicht. Nennen Sie zusätzlich die Prozessschritte: erstes Gespräch per Video, zweites vor Ort, Entscheidung innerhalb von zwei Wochen. Eine Untersuchung von 155 Karriere-Websites aus dem Jahr 2025 fand diese Transparenz nur bei 46 Prozent der Arbeitgeber — wer sie bietet, fällt auf. Die zugesagte Frist müssen Sie allerdings einhalten; was unbeantwortete Bewerbungen anrichten, beschreibt der Beitrag zu Ghosting im Recruiting.

Rechtliche Vorgaben für Stellenanzeigen: AGG, Gehalt und Ausschreibungspflichten

Zwei der sechs Bausteine — Titel und Anforderungen — entscheiden nicht nur über die Bewerberzahl, sondern über Ihr Haftungsrisiko. Hier steht, was Gesetz ist, was Rechtsprechung — und was bloß Praxis.

AGG: Was Sie nicht schreiben dürfen

§ 11 AGG besteht aus einem einzigen Satz: Ein Arbeitsplatz darf nicht unter Verstoß gegen § 7 Abs. 1 ausgeschrieben werden. Das Gesetz verbietet also die Benachteiligung — es macht keine Vorgaben, wie Sie zu formulieren haben. Wird dagegen verstoßen, können abgelehnte Bewerberinnen und Bewerber eine Entschädigung verlangen. Die häufig zitierte Deckelung auf drei Monatsgehälter aus § 15 Abs. 2 AGG greift dabei nur dann, wenn die Person auch bei diskriminierungsfreier Auswahl nicht eingestellt worden wäre; sonst ist der Betrag nicht gedeckelt. Der Anspruch muss nach § 15 Abs. 4 AGG binnen zwei Monaten ab Zugang der Ablehnung schriftlich geltend gemacht werden. Welche Formulierungen Gerichte wie bewertet haben:

Formulierung Entscheidung Ergebnis
„junges dynamisches Team" BAG 11.08.2016, 8 AZR 406/14 Indiz für Altersdiskriminierung
„Deutsch als Muttersprache" LAG Hessen 15.06.2015, 16 Sa 1619/14 Indiz für Benachteiligung wegen der Herkunft
„Digital Native" LAG Baden-Württemberg 07.11.2024, 17 Sa 2/24 7.500 € Entschädigung — NZB beim BAG anhängig (8 AZN 97/25), nicht rechtskräftig
„Berufsanfänger" BAG 26.01.2017, 8 AZR 73/16 für sich genommen unbedenklich
„Benzin im Blut" LAG Mecklenburg-Vorpommern 17.10.2023, 2 Sa 61/23 keine Diskriminierung

Die Grundregel: Alter, Geschlecht, Herkunft, Sprache, Religion und Behinderung stehen nur dann als Anforderung in der Anzeige, wenn die Tätigkeit sie zwingend verlangt. Saubere Alternativen für den Rest sammelt die Übersicht zu geschlechtsneutralen Formulierungen in Stellenanzeigen.

Gehaltsangabe: Was wirklich gilt

Ein Irrtum hält sich hartnäckig: Nein, die Gehaltsangabe ist in Deutschland bislang nicht Pflicht. Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie (EU) 2023/970 hätte bis zum 07.06.2026 in nationales Recht umgesetzt sein müssen (Umsetzungsfrist laut Europäischer Kommission). Die Frist ist verstrichen; nach der Antwort der Bundesregierung lag Mitte 2026 nicht einmal ein Referentenentwurf vor. Fachleute rechnen frühestens 2027 mit einem Gesetz, die Auskunfts- und Berichtspflichten greifen voraussichtlich ab Juni 2028. Und selbst dann verlangt die Richtlinie nicht, dass das Gehalt in der Anzeige steht: Vorgesehen ist nur, dass Bewerberinnen und Bewerber Einstiegsentgelt oder Spanne vor dem Vorstellungsgespräch erfahren — über die Anzeige oder einen anderen Kanal. Das Entgelttransparenzgesetz von 2017 gilt unverändert weiter, betrifft aber Auskunfts- und Berichtspflichten, nicht die Anzeige. Wie es anders geht, zeigt Österreich: Dort schreibt § 9 GlBG bereits seit dem 01.08.2013 die Angabe des Mindestentgelts vor. Fazit: keine Pflicht — aber ein messbarer Vorteil.

Teilzeit, Schwerbehinderung, Betriebsrat

Drei Vorschriften werden regelmäßig übersehen. Nach § 7 Abs. 1 TzBfG muss ein geeigneter Arbeitsplatz auch als Teilzeitstelle ausgeschrieben werden — in der Praxis genügt der Zusatz „auch in Teilzeit ab 25 Stunden möglich". Formulierungshilfen liefert der Beitrag zu Teilzeit in der Stellenanzeige formulieren. § 164 Abs. 1 SGB IX (nicht der veraltete § 81) verpflichtet Arbeitgeber zu prüfen, ob freie Stellen mit schwerbehinderten Menschen besetzt werden können, und die Agentur für Arbeit frühzeitig einzubinden. Und § 93 BetrVG gibt dem Betriebsrat das Recht zu verlangen, dass Stellen zuerst intern ausgeschrieben werden — was ohnehin sinnvoll ist, wie der Beitrag zur internen Stellenausschreibung zeigt.

Was NICHT in die Stellenanzeige muss

„(m/w/d)" ist gängige und sinnvolle Praxis, aber kein Gesetzestext schreibt genau diese Buchstaben vor; Auslöser war die Entscheidung des BVerfG vom 10.10.2017 (1 BvR 2019/16) und der daraufhin eingeführte § 22 Abs. 3 PStG. Ein eigenes Impressum braucht die einzelne Anzeige nicht — die Pflicht aus § 5 DDG trifft die Website beziehungsweise die Jobbörse. Und der DSGVO-Volltext gehört nicht in den Anzeigentext: Die Informationspflicht aus Art. 13 DSGVO greift beim Absenden der Bewerbung, ein Link auf die Datenschutzerklärung genügt. Die Hinweise in diesem Artikel ordnen die Rechtslage ein, sind aber keine Rechtsberatung und erfolgen ohne Gewähr auf Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität; was in Ihrem Einzelfall gilt, klärt eine Fachanwältin oder ein Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Formulierung und Tonalität

Die formalen Pflichtpunkte sind damit abgehakt. Ob sie gelesen wird, entscheidet die Sprache. Wer Stellenanzeigen verfasst, merkt das schnell: Gute Texte für Stellenanzeigen erkennt man nicht am Stil, sondern daran, dass jeder Satz eine Information trägt.

Duzen oder siezen?

Es gibt keine Regel, sondern eine Konsistenzfrage. Die Branche ist geteilt — „die Hälfte per Du, die Hälfte per Sie", beobachtet die Fachpresse (personalwirtschaft.de, 19.09.2023). Entscheidend ist, was danach passiert: Wer in der Anzeige duzt, muss auch in der Eingangsbestätigung, im Telefonat und im Vorstellungsgespräch dabeibleiben. Ein Wechsel mitten im Prozess wirkt unecht und fällt stärker auf als die Anrede selbst. Orientieren Sie sich an Ihrer tatsächlichen Unternehmenskultur, nicht an der gewünschten.

Floskeln streichen

„Dynamisches Team", „spannende Herausforderung", „flache Hierarchien" — diese Formulierungen stehen in so vielen Anzeigen, dass sie nichts mehr unterscheiden; die Ermüdung gegenüber solchen Buzzwords ist inzwischen auch empirisch beschrieben (t3n/Preply, 23.02.2024). Im Fall „junges dynamisches Team" kommt ein rechtliches Risiko dazu. Die Regel dagegen ist einfach: Jede Behauptung wird durch eine Zahl oder ein Beispiel belegt. Aus „flache Hierarchien" wird „zwei Ebenen zwischen Ihnen und der Geschäftsführung", aus „familiäres Miteinander" wird „zwölf Personen, gemeinsames Frühstück jeden Freitag".

Konkret statt vage

Der Leitsatz für den ganzen Text: Wenn ein Satz auch in der Anzeige Ihres Wettbewerbers stehen könnte, streichen Sie ihn oder machen Sie ihn konkret. Wie stark dieser Unterschied wirkt, zeigt sich am besten an den Formulierungen selbst — fünf typische Paare stehen weiter unten im Vergleich.

Stellenanzeige mit KI erstellen

Für den ersten Entwurf ist eine KI ein brauchbares Werkzeug: Sie liefert in Sekunden einen Rohtext, der die sechs Blöcke abdeckt. Zwei Dinge liefert sie nicht. Erstens Haftung — Anbieter von KI-Generatoren für Stellenanzeigen schließen die Verantwortung für ihren Output ausdrücklich aus, die Prüfung bleibt beim Arbeitgeber. Zweitens Realitätsabgleich: Generierte Texte reproduzieren zuverlässig die Floskeln und AGG-riskanten Formulierungen, auf denen sie trainiert wurden. Pflicht-Nacharbeit sind deshalb immer vier Punkte — Muss/Kann trennen, Floskeln streichen, AGG-Check, Benefits gegen die Realität prüfen.

Was eine moderne Stellenanzeige ausmacht

Hinter Suchanfragen wie „moderne Stellenanzeigen Beispiele", „Stellenausschreibung modern" oder „Anzeigentext Stellenangebot Vorlage" steckt fast immer dieselbe Frage: Wie sieht ein Text aus, der heute noch gelesen wird? Modern ist dabei keine Frage des Designs, sondern der Informationsdichte — Gehaltsspanne statt „leistungsgerechte Vergütung", konkrete Aufgaben statt Verantwortungs-Floskeln, ein Bewerbungsweg ohne Anschreiben-Pflicht und ein Text, der am Smartphone lesbar bleibt.

Moderne Stellenanzeigen unterscheiden sich von klassischen nicht durch die Verpackung, sondern dadurch, dass jede Behauptung überprüfbar ist. Eine Stellenausschreibung modern zu halten heißt deshalb nicht, sie bunter zu machen, sondern jede Floskel durch eine Zahl, ein Beispiel oder einen Namen zu ersetzen. Genau darauf ist das Muster weiter oben ausgelegt — es enthält keinen Satz, der nicht überprüfbar wäre.

7 Fehler, die Bewerber verschrecken

Wer diese Regeln kennt, erkennt auch die Muster, an denen Anzeigen reihenweise scheitern. Sieben davon tauchen in der Praxis immer wieder auf:

  1. Die Anforderungsliste als Wunschkonzert. Zwölf Muss-Kriterien filtern nicht die Besten heraus, sondern die Selbstbewussten.
  2. Aufgaben nach den Anforderungen. Wer zuerst die Hürden liest, kommt oft gar nicht bis zur Tätigkeitsbeschreibung.
  3. Keine Gehaltsangabe. Ohne Spanne bewerben sich laut Indeed-Befragung (05/2026) weniger Menschen — und die Verhandlung verschiebt sich in ein Gespräch, das dann umsonst stattfindet.
  4. Floskeln statt Fakten. „Attraktive Vergütung" und „flache Hierarchien" tragen keine Information und wirken dadurch wie eine Auslassung.
  5. Unklarer oder mehrstufiger Bewerbungsprozess. Jedes zusätzliche Pflichtfeld und jedes verlangte Anschreiben kostet Bewerbungen.
  6. Nicht mobil lesbar. Zweispaltige PDFs und Tabellen brechen am Smartphone — und dort wird gelesen.
  7. AGG-Fallen im Titel. „Junger Mitarbeiter" oder „Muttersprachler" im Stellentitel sind der teuerste der sieben Fehler.

Jeder dieser Fehler kostet Zeit, und Zeit ist in der Besetzung die knappe Größe: Im Juli 2026 lag die durchschnittliche Vakanzzeit bei 154 Tagen (Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Gemeldete Arbeitsstellen), bei 656.000 im August 2026 gemeldeten offenen Stellen. Eine Anzeige, die zwei Monate lang die falschen Bewerbungen anzieht, verlängert genau diesen Zeitraum. Eine ausführliche Fehlersammlung mit Beispielen liefert der Beitrag zu den Gründen, warum Stellenanzeigen Bewerber verschrecken.

Vorher-Nachher: Formulierungen im Vergleich

Sieben Fehler in Stichworten — so sehen sie im echten Anzeigentext aus, jeweils daneben die bessere Variante. Der Unterschied ist fast immer derselbe: eine Zahl oder ein konkretes Bild.

Baustein ❌ Vorher ✅ Nachher Warum
Stellentitel Mitarbeiter Backoffice (m/w/d) Bürokauffrau / Bürokaufmann (m/w/d) — Teilzeit ab 25 Std. in Kassel Gesucht wird nach dem Berufsbild, nicht nach der internen Abteilungsbezeichnung.
Unternehmen Wir sind ein innovatives, traditionsreiches Unternehmen mit flachen Hierarchien. 38 Personen, eigene Werkstatt, keine Montage — seit 1994 in Familienhand. Drei prüfbare Fakten sagen mehr als drei beliebige Adjektive.
Anforderung Langjährige Erfahrung und hohe Belastbarkeit 3–5 Jahre Erfahrung in der Debitorenbuchhaltung; zwei Monatsabschlüsse pro Jahr sind Hochphasen Aus einer unscharfen Erwartung wird eine prüfbare Anforderung.
Benefit Attraktive Vergütung und flexible Arbeitszeiten 48.000 – 56.000 € brutto/Jahr, 30 Urlaubstage, 2 Tage Homeoffice pro Woche Bezifferte Leistungen sind vergleichbar — und deshalb überzeugend.
Call-to-Action Wir freuen uns auf Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen. Lebenslauf reicht. Antwort innerhalb von 5 Werktagen, Ansprechpartnerin ist Frau Weber. Weniger Aufwand, klare Erwartung — beides erhöht die Zahl der Bewerbungen.

Kreative Stellenanzeigen — wann sie funktionieren

Kreative Stellenanzeigen funktionieren, wenn der Aufhänger aus der Branche kommt: der Ruhetag in der Gastronomie, eine Fachfrage als Filter, eine Anzeige im lokalen Dialekt bei regionaler Suche. Bewusst überzeichnete Anti-Anzeigen ziehen allerdings ebenso viele Amüsierte wie Bewerber an — originelle oder lustige Stellenanzeigen ersetzen keine Information. Kreativ darf die Verpackung sein, vollständig müssen die sechs Blöcke trotzdem sein. Welche davon tatsächlich funktionieren, zeigt die Sammlung lustiger und kreativer Stellenanzeigen; welche Gestaltungsmittel nachweislich wirken, ordnet der Beitrag zu Neuromarketing für Stellenanzeigen ein.

Design, Mobile und Google for Jobs

Die richtige Formulierung nützt nichts, wenn die Anzeige am Smartphone unlesbar ist oder Google sie gar nicht erst als Stellenanzeige erkennt. Damit die Anzeige über die Suchmaschine gefunden wird, zählt ohnehin weniger das Design als die Struktur — Suchmaschinenoptimierung heißt bei Stellenanzeigen vor allem: saubere Felder, klare Überschriften, der gesuchte Jobtitel im Titel. Struktur schlägt also Gestaltung: Zwischenüberschriften, kurze Absätze und Bullets führen den Leser durch den Text, ein klar platziertes Logo und eine erkennbare Corporate Identity verhindern den Bruch zwischen Anzeige und Karriereseite. Ein zweispaltiges Layout mit den wichtigsten Punkten links wirkt strukturierter — aber nur, wenn es mobil sauber untereinander umbricht. Und mobil wird gelesen: Der Anteil der Jobsuchen am Smartphone lag bereits 2018/19 bei 64,6 Prozent (Indeed Hiring Lab); eine neuere belastbare Primärzahl liegt nicht vor. Welche Rolle Bilder dabei spielen und welche Fehler man sich mit Stockfotos einhandelt, zeigt der Beitrag zu Bildern in Stellenanzeigen.

Stellenanzeige schreiben: Muster einer fertigen Anzeige mit Stellentitel, Aufgaben, Profil und Benefits
Das Muster aus diesem Artikel als fertige Anzeige: feste Blockreihenfolge, Gehaltsspanne und Gleichbehandlungsformel inklusive.

Damit die Anzeige zusätzlich bei Google for Jobs erscheint, braucht sie strukturierte Daten. Pflicht sind fünf Felder: title, description (die vollständige Beschreibung in HTML, nicht identisch mit dem Titel), datePosted, hiringOrganization und jobLocation. validThrough ist nur bei befristeten Ausschreibungen nötig. Empfohlen werden zusätzlich baseSalary, employmentType, directApply und jobLocationType. Wichtig und oft vergessen: Abgelaufene Anzeigen müssen entfernt oder als abgelaufen markiert werden. Den aktuellen Feldkatalog führt die Google-Dokumentation zu JobPosting (Stand 08.09.2026).

Pflichtfelder

  • title
  • description
  • datePosted
  • hiringOrganization
  • jobLocation

Empfohlen

  • baseSalary
  • employmentType
  • directApply
  • jobLocationType

Muster nach Beruf: 20 fertige Vorlagen

So weit die Regeln, die für jede Anzeige gelten. Für die meisten Berufe müssen Sie sie gar nicht mehr selbst anwenden: Für zwanzig häufige Berufsbilder und Kanäle liegt das Muster bereits ausformuliert vor — inklusive typischer Aufgaben, realistischer Anforderungen und passender Benefits.

Bausteine vertiefen

Die Berufsmuster liefern den fertigen Text. Wer einen einzelnen Baustein vertiefen will, findet ihn hier:

Stellenbeschreibung, Stellenanzeige, Stellenausschreibung — drei verschiedene Dinge. Die Stellenbeschreibung ist ein internes Dokument: Sie hält Aufgaben, Kompetenzen und Einordnung der Stelle fest und bleibt im Haus — wie sie aufgebaut ist, zeigt das Stellenbeschreibung Muster. Die Stellenanzeige ist der externe Werbetext, der daraus entsteht. „Stellenausschreibung" bezeichnet streng genommen den Vorgang des Ausschreibens, wird umgangssprachlich aber als Synonym für die Anzeige verwendet.

Wo Sie die Stellenanzeige veröffentlichen

Der Text ist fertig, geprüft und vertieft. Jetzt entscheidet nur noch, wie viele Menschen ihn überhaupt sehen. Die Kanäle in der Reihenfolge, in der sie sinnvoll sind:

  1. Die eigene Karriereseite. Kostet kein Anzeigenbudget, bringt aber nur die Reichweite, die Sie ohnehin haben — und ist trotzdem Pflicht, weil jede andere Schaltung am Ende hierher verweist.
  2. Bundesagentur für Arbeit. Stellen lassen sich über das Arbeitgeberkonto oder ohne Anmeldung melden (§ 35 SGB III, § 6 Abs. 1 SGB II). Ohne Anzeigenbudget erreichen Sie damit eine große, überwiegend gewerbliche Zielgruppe. Wie die Meldung läuft, beschreibt der Beitrag Stellenanzeige bei der Agentur für Arbeit schalten.
  3. Jobbörsen einzeln. Ab dem zweiten Portal wird es aufwendig: andere Maske, anderes Format, andere Laufzeit, separate Rechnung. Welche Portale für welche Berufe funktionieren, zeigt der Beitrag Jobbörsen im Vergleich — und welche Kriterien bei der Auswahl zählen, klärt die Entscheidungshilfe dazu, wo Sie Ihre Stellenanzeige schalten.
  4. Social Media und Karrierenetzwerke. Sinnvoll ergänzend, vor allem bei jüngeren Zielgruppen und erklärungsbedürftigen Rollen.
  5. Print und regionale Medien. Im Handwerk und in ländlichen Regionen weiterhin wirksam, sonst selten wirtschaftlich.

Wo Sie die Anzeige aufgeben — und was das kostet

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Erstellen und Schalten: Der Text kostet nichts — dafür genügen das Muster oben und eine halbe Stunde. Geld kostet die Reichweite. Kostenlose Schaltungen sind meist mengenbegrenzt oder nur kurz sichtbar (Indeed nennt bis zu drei kostenlose Anzeigen pro Monat); die Optionen ordnet der Beitrag zur kostenlosen Stellenanzeige schalten ein. Wer denselben Text auf mehreren Portalen gleichzeitig ausspielen will, ohne ihn fünfmal einzupflegen, kann eine Stellenanzeige auf über 400 Jobbörsen schalten — Schreiben ist das eine, Schalten das andere. Danach wird gemessen: zwei Varianten des Jobtitels gegeneinander testen und die Bewerbungen je Portal zählen. Ein Portal, über das nach vier Wochen nichts kommt, buchen Sie nicht wieder. Wer den Text vor dem Aufgeben noch einmal überarbeiten will, findet die Ansatzpunkte im Beitrag zu Stellenanzeigen optimieren.

Wie schreibe ich eine Stellenanzeige, die wirklich funktioniert?

Wer eine Stellenanzeige schreiben will, ist erst fertig, wenn sie vollständig, konkret und auffindbar ist — und wenn jede Behauptung darin geprüft werden kann. Bevor die Anzeige auf die ausgewählten Portale geht, sollte sie einmal durch diese Checkliste für Stellenanzeigen und Stellenausschreibungen: 14 Punkte, zwei Minuten.

  1. Der Stellentitel ist die Bezeichnung, nach der die Zielgruppe sucht — kein interner Code, kein Fantasietitel.
  2. Der Zusatz (m/w/d) steht am Titel.
  3. Die Stelle ist auch als Teilzeit ausgeschrieben, falls sie sich dafür eignet (§ 7 TzBfG).
  4. Das Unternehmen ist in drei bis vier Sätzen vorgestellt, mit einer echten Besonderheit.
  5. Die Aufgaben stehen vor den Anforderungen.
  6. Maximal fünf Muss-Kriterien, der Rest ist als Kann gekennzeichnet.
  7. Jeder Benefit ist beziffert — oder gestrichen.
  8. Eine Gehaltsspanne ist genannt, mit Verhandlungshinweis.
  9. Der Bewerbungsweg ist ein Klick, der Ansprechpartner steht mit Namen da.
  10. Eine Reaktionszeit ist zugesagt und intern eingeplant.
  11. Keine Floskel ohne Zahl oder Beispiel.
  12. AGG-Check: Alter, Geschlecht, Herkunft, Sprache, Behinderung — nichts davon steht als Anforderung, die die Stelle nicht zwingend verlangt.
  13. Die Anzeige wurde am Smartphone gelesen und auf Umbrüche geprüft.
  14. Die Google-for-Jobs-Pflichtfelder sind gesetzt, das Ablaufdatum ist geplant.

Bereit zur Veröffentlichung?

Der Text steht — jetzt entscheidet die Reichweite. Personalturm schaltet Ihre Anzeige über 400 Jobbörsen, bis zu 70 % günstiger als die Direktbuchung.

Stellenanzeige auf über 400 Jobbörsen schalten

Häufige Fragen zum Schreiben von Stellenanzeigen

Was ist eine Stellenanzeige?

Eine Stellenanzeige ist die öffentliche Ausschreibung einer offenen Stelle durch den Arbeitgeber. Sie nennt Stellentitel mit (m/w/d), Unternehmen, Aufgaben, Anforderungen, Benefits samt Gehaltsspanne und den Bewerbungsweg — und ist damit zugleich Rechtsdokument im Sinne des § 11 AGG und Werbemittel.

Welche 5 Bestandteile sollte eine Stellenanzeige haben?

Fünf Blöcke sind Pflicht: ein eindeutiger Stellentitel mit dem Zusatz (m/w/d), eine kurze Vorstellung des Unternehmens, die Aufgaben, das Anforderungsprofil und der Bewerbungsweg. In der Praxis kommt ein sechster Block dazu, der über Erfolg oder Misserfolg entscheidet: die Benefits samt Gehaltsspanne. Die Reihenfolge ist kein Zufall — Aufgaben gehören immer vor die Anforderungen.

Wie schreibe ich eine Stellenanzeige richtig?

Definieren Sie zuerst Stelle und Zielgruppe, legen Sie den Stellentitel fest und füllen Sie die sechs Bausteine in fester Reihenfolge. Trennen Sie Muss- von Kann-Kriterien, beziffern Sie jeden Benefit und nennen Sie eine Gehaltsspanne. Vor der Veröffentlichung prüfen Sie den Text gegen das AGG und gegen die Pflichtfelder von Google for Jobs.

Wie erstelle ich eine Stellenanzeige?

Eine Stellenanzeige erstellen Sie am schnellsten mit einer Vorlage: Muster aus diesem Artikel übernehmen, Platzhalter ersetzen, Anforderungen auf drei bis fünf Muss-Kriterien kürzen. Ein Design-Editor liefert zusätzlich das Layout, aber nicht die Formulierung selbst. Für einzelne Berufe finden Sie weiter oben fertige Muster.

Welche Beispiele gibt es für gute Stellenanzeigen?

Gute Anzeigen erkennen Sie an drei Merkmalen: konkrete Aufgaben statt Verantwortungs-Floskeln, eine ehrliche Anforderungsliste mit klarer Muss/Kann-Trennung und eine Gehaltsangabe. Im Abschnitt „Vorher-Nachher" stehen fünf typische Formulierungen jeweils in der schwachen und in der starken Variante. Kreative Anzeigen mit Dialekt oder branchenspezifischem Aufhänger funktionieren zusätzlich — sofern die Pflichtinformationen vollständig bleiben.

Muss ich das Gehalt in der Stellenanzeige nennen — und ab wann ist das Pflicht?

In Deutschland gibt es bislang keine gesetzliche Pflicht, das Gehalt in der Anzeige zu nennen. Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie hätte bis zum 07.06.2026 umgesetzt sein müssen, ein deutsches Gesetz liegt bis heute nicht einmal als Entwurf vor; Fachleute rechnen frühestens 2027 damit. Auch dann verlangt die Richtlinie die Gehaltsinformation nur vor dem Vorstellungsgespräch, nicht zwingend in der Anzeige selbst. Freiwillig lohnt es sich trotzdem: 61 Prozent der Befragten bewerben sich eher, wenn ein Gehalt genannt ist (Indeed, Mai 2026).

Ist m/w/d Pflicht? Was ist, wenn ich nicht gendern will?

Nein — kein Gesetz schreibt genau die Buchstaben „m/w/d" vor. Pflicht ist nach § 11 AGG nur, dass die Ausschreibung niemanden wegen des Geschlechts benachteiligt; seit der Anerkennung der dritten Geschlechtsoption ist der Zusatz die einfachste und gängigste Art, das zu erfüllen. Wer ihn weglässt, muss die Geschlechtsneutralität anders sicherstellen und trägt im Streitfall das Risiko.

Warum bekomme ich keine oder die falschen Bewerbungen auf meine Anzeige?

Meistens liegt es an einem von drei Punkten: Der Stellentitel entspricht nicht dem Begriff, nach dem die Zielgruppe sucht; die Anforderungsliste ist ein Wunschkonzert; oder die Anzeige ist zu wenig sichtbar, weil sie nur auf einem Portal steht. Prüfen Sie in dieser Reihenfolge — Titel, Anforderungen, Reichweite.

Wie lang sollte eine Stellenanzeige sein?

Es gibt dazu keine belastbare Studie, nur Erfahrungswerte: Zwischen 400 und 800 Wörtern lassen sich alle sechs Bausteine unterbringen, ohne dass am Smartphone endlos gescrollt wird. Entscheidend ist nicht die Länge, sondern ob jede Zeile eine Information trägt. Streichen Sie zuerst die Sätze, die auf jede beliebige Anzeige passen würden.

Duzen oder siezen?

Das hängt allein von Ihrer Unternehmenskultur ab — beide Varianten sind in deutschen Stellenanzeigen etwa gleich verbreitet. Wichtiger als die Entscheidung ist die Konsequenz: Wer in der Anzeige duzt, muss auch in Eingangsbestätigung, Telefonat und Vorstellungsgespräch dabeibleiben. Ein Wechsel wirkt schnell unecht.

Kann ich ChatGPT für meine Stellenanzeige nutzen — worauf muss ich achten?

Ja, für den ersten Entwurf spart das viel Zeit. Die Haftung bleibt aber bei Ihnen: KI-Generatoren schließen die Verantwortung für ihren Output aus und reproduzieren regelmäßig AGG-riskante Formulierungen wie „junges Team". Lassen Sie jeden generierten Text gegen die Checkliste in diesem Artikel laufen, bevor er online geht.

Was droht bei einem AGG-Verstoß in der Stellenanzeige?

Abgelehnte Bewerberinnen und Bewerber können binnen zwei Monaten nach Zugang der Absage schriftlich eine Entschädigung verlangen. Gedeckelt auf drei Monatsgehälter (§ 15 Abs. 2 AGG) ist sie nur, wenn die Person auch bei diskriminierungsfreier Auswahl nicht eingestellt worden wäre. Gerichte haben „junges dynamisches Team" als Indiz für Altersdiskriminierung gewertet (BAG 11.08.2016, 8 AZR 406/14); für „Digital Native" sprach das LAG Baden-Württemberg 7.500 € zu (07.11.2024, 17 Sa 2/24 — NZB beim BAG anhängig, nicht rechtskräftig). Diese Antwort ist keine Rechtsberatung und erfolgt ohne Gewähr auf Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität; was in Ihrem Einzelfall gilt, klärt ein Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Wo kann ich kostenlos Stellenanzeigen erstellen?

Das Erstellen des Textes kostet nie etwas — dafür genügt das Muster aus diesem Artikel oder ein kostenloser Generator im Browser. Geld kostet die Reichweite: Kostenlose Anzeigen sind auf den großen Jobbörsen meist nur kurz sichtbar oder mengenbegrenzt. Ohne Anzeigenbudget veröffentlichen können Sie dauerhaft über die eigene Karriereseite und über die Bundesagentur für Arbeit.

Welches Stellenportal ist das beste?

Das hängt vom Beruf ab: Für gewerbliche Stellen funktionieren andere Portale als für IT oder Verwaltung, und regionale Börsen schlagen im Handwerk oft die großen Namen. Die Frage nach dem einen besten Portal ist deshalb meist die falsche — in der Praxis gewinnt, wer dieselbe Anzeige auf mehreren passenden Portalen gleichzeitig ausspielt und danach vergleicht, woher die Bewerbungen kamen.

Wie formuliere ich eine Stellenzusage?

Die Zusage gehört ans Ende des Auswahlprozesses, nicht in die Anzeige. Halten Sie sie kurz und verbindlich: Position, Startdatum, Vergütung, nächster Schritt und ein Ansprechpartner. Schriftlich zusagen sollten Sie erst, wenn die internen Freigaben vorliegen — eine zurückgezogene Zusage kostet mehr Vertrauen als eine verspätete.

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Ralph Adrian
Über den Autor
Ralph Adrian Geschäftsführer · Personalturm

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