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Recruiting

Wie Sie die perfekte Stellenanzeige schreiben – Muster, Tipps und Checkliste

Personalturm Redaktion
07. August 2020
12 Min. Lesezeit
Wie Sie die perfekte Stellenanzeige schreiben – Muster, Tipps und Checkliste

Warum eine gute Stellenanzeige so wichtig ist

Es gibt viele Gründe, warum Sie sich um eine gute Stellenanzeige bemühen sollten.

Zunächst einmal ist die Stellenanzeige das Aushängeschild für Ihr Unternehmen. Sie ist die einzige Möglichkeit, Bewerber im Erstkontakt zu überzeugen. Da es in der Regel keine persönliche Kommunikation im Recruiting an diesem Punkt gibt, muss die Stellenanzeige diesen Part übernehmen. Bessere Stellenausschreibungen ziehen schlussendlich bessere Bewerber an.

Auch der aktuelle Arbeitsmarkt ist ein Grund für die Notwendigkeit guter Stellenanzeigen. Wir befinden uns immer mehr in einem Bewerbermarkt, das heißt, dass es zu viele offene Stellen für zu wenig Kandidaten gibt. Dementsprechend können viele Bewerber sich aussuchen, wo und wie sie arbeiten möchten. Eine schlecht ausformulierte Anzeige, die vor ein paar Jahren vielleicht ausreichend war, führt somit im heutigen Recruiting nicht mehr zum Ziel.

Wie in fast allen Bereichen ist auch das Thema Digitalisierung wichtig. In den letzten Jahren strömen immer mehr Digital Natives auf den Arbeitsmarkt. Besonders die Generation Z gehört aktuell zu den Berufseinsteigern. Die zwischen 1997 und 2012 geborenen Bewerber setzen gut aufbereitete digitale Informationen voraus und halten sie für selbstverständlich.

Schließlich sorgt eine gute Stellenanzeige auch für einen Boost im Employer Branding. Ihre Stellenausschreibung repräsentiert nicht nur durch das Design das Unternehmen, sondern auch durch den Inhalt. Wer ausführlich über alle Punkte der offenen Stelle berichtet, sammelt Pluspunkte beim potenziellen neuen Mitarbeiter.

Was Sie für eine perfekte Stellenanzeige beachten müssen

Wenn Sie eine perfekte Stellenanzeige schreiben möchten, müssen Sie zunächst einige grundsätzliche Punkte beachten. Viele Stellenanzeigen folgen einem bestimmten Prinzip: dem AIDA-Prinzip. Es ist eigentlich aus Werbung und Marketing bekannt, lässt sich aber Eins zu Eins auf das Schreiben von Stellenanzeigen übertragen.

A – Attention: Attention bedeutet, direkt zu Beginn die Aufmerksamkeit des potenziellen Bewerbers zu erregen. Diese lässt sich am besten durch einen aussagekräftigen Titel und einen ansprechenden ersten Abschnitt wecken. In diesen gehören beispielsweise erste Angaben zum Unternehmen, zur Befristung und zum Einsatzort. Besondere Benefits des Unternehmens können hier fokussiert werden.

I – Interest: Interest steht dafür, das Interesse des Bewerbers endgültig zu wecken. Durch eine ausführliche und realistische Beschreibung der Aufgaben sowie die Angabe der (ebenfalls realistischen) Anforderungen sorgen Sie dafür, dass potenzielle Kandidaten genügend Informationen haben, um einschätzen zu können, ob die Stelle interessant für sie ist.

D – Desire: Hier gilt es, beim Interessenten den Wunsch zu wecken, in Ihrem Unternehmen zu arbeiten. Ist jemand interessiert am Aufgabengebiet und erfüllt die Anforderungen, verspürt aber keinen Wunsch, beim Unternehmen zu arbeiten, wird er sich nicht bewerben. Deshalb sollten Sie durch Benefits und die Vorstellung des Unternehmens den Wunsch beim Bewerber auslösen, in Ihrem Unternehmen zu arbeiten.

A – Action: Mit dem schlussendlichen Call to Action rufen Sie den Interessenten zur Bewerbung auf. Der Zugang zu dieser Aktion sollte möglichst einfach sein, damit der Bewerber nicht wieder abspringt, weil er durch einen komplizierten Vorgang das Interesse verliert. Am besten eignet sich ein Button, über den Interessenten sich direkt bewerben können.

Neben dem AIDA-Prinzip sollten Sie noch etwas anderes kennen: und zwar Ihre Zielgruppe. Auch hier handelt es sich eigentlich um ein Marketingprinzip, das sich aber perfekt im Recruiting anwenden lässt, wenn Sie eine Stellenanzeige schreiben. Sowohl Werbemaßnahmen als auch Stellenanzeigen sollten perfekt auf ihre Zielgruppe optimiert sein.

Kleines Beispiel: Eine sehr modern designte und bunte Stellenanzeige mit umgangssprachlichem Stil und in Du-Form würden Sie wohl eher nicht wählen, wenn Sie eine hochgradige Führungsposition besetzen möchten. Suchen Sie nach neuen Talenten im Online Marketing, wäre die eben beschriebene Anzeige jedoch das Modell der Wahl. Wichtig ist also, dass Sie Ihre Zielgruppe kennen, bevor Sie Ihre Stellenanzeige schreiben und veröffentlichen.

In 5 Schritten die perfekte Stellenanzeige schreiben

Um eine erfolgreiche Stellenanzeige zu veröffentlichen, müssen Sie einiges beachten. Ohne die richtige Planung lässt der Erfolg meist auf sich warten. Und wir haben eine schlechte Nachricht: Diese Planung müssen Sie jedes Mal auf’s Neue machen. Denn jede offene Position ist anders und dementsprechend muss auch jede Stellenanzeige individuell konzipiert werden. Die wichtigsten 5 Schritte dafür möchten wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten.

Planung – Offene Position, Bewerberprofil, Kanäle

Als allererstes müssen Sie im Recruiting die offene Stelle definieren. Beantworten Sie dazu folgende Fragen:

  • Um welche Stelle handelt es sich?
  • Ist die Stelle eine Voll- oder Teilzeitstelle?
  • Soll es eine Befristung geben?
  • Wie soll das Gehalt für die Stelle sein?
  • Kommen auch freie Mitarbeiter oder Leiharbeiter in Frage?

Wenn Sie Antworten zu diesen Fragen haben, stehen alle wichtigen Punkte fest. Sie können jetzt konkreter werden und das Bewerberprofil erstellen. Hier stellen Sie sich die Frage: „Welche Erfahrungen, Kenntnisse, Hard und Soft Skills sollte der perfekte Bewerber für diese Position mitbringen?“ Seien Sie hier so detailliert und konkret wie möglich. Nur dann können Sie eine erfolgreiche Stellenanzeige mit allen nötigen Informationen schreiben. Seien Sie sich jedoch bewusst, dass es den perfekten Bewerber mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht gibt. Priorisieren Sie also gleichzeitig die Angaben, die Sie machen, damit Sie am Ende keine bösen Überraschungen erleben.

Sobald Sie das Bewerberprofil definiert haben, können Sie entscheiden, über welche Kanäle die Stellenanzeige veröffentlicht werden soll. Dieser Schritt ist auch besonders wichtig für die Kostenkalkulation. Für die Veröffentlichung haben Sie viele verschiedene Möglichkeiten. Sie können die Anzeige über Jobbörsen veröffentlichen, über Social Media, über Zeitungen und Magazine und über die eigene Karrierewebsite. Bei Bedarf können Sie auch einen Personalvermittler, die Arbeitsagentur oder einen Headhunter beauftragen.

Die Kosten für eine Stellenanzeige zu kalkulieren, ist besonders bei unterschiedlichen Kanälen aufwändig. Denken Sie deshalb auch darüber nach, ob Multiposting für Sie in Frage kommt. Mit dieser Methode haben Sie einen unkomplizierteren Überblick über Ihre Kosten.

Konzeption – Bilder, Text, Video

Je nachdem, über welche Kanäle Sie Ihre Stellenanzeige veröffentlichen, sollten Sie auf unterschiedliche Medien setzen. Bei den meisten Stellenportalen können Sie kostenpflichtig eine individuell gestaltete Anzeige veröffentlichen, genauso wie auf Ihrem eigenen Karriereportal. Wichtig sind hier besonders das Unternehmenslogo und ein klarer Aufbau der Anzeige. Bilder können unterstützend eingesetzt werden.

Geht es darum, eine Stellenanzeige in Social Media zu veröffentlichen – zum Beispiel als Werbeanzeige auf Instagram – sollten Sie mehr auf Bild- und Videomaterial setzen. Informieren Sie sich also im Vorhinein gut über Ihre ausgewählten Kanäle und passen Sie das Konzept Ihrer Stellenanzeige entsprechend an.

Stellenanzeige schreiben – Welche Inhalte sind wichtig?

Wichtig ist, in einer Stellenanzeige die W-Fragen zu beantworten und damit alle offenen Fragen des potenziellen Bewerbers direkt zu beantworten. Denn wer erst bei mehreren Punkten im Unternehmen nachfragen muss, was genau gemeint ist, bewirbt sich weniger wahrscheinlich als jemand, der in der Stellenanzeige alle Informationen sauber aufgelistet findet.

Wer wird gesucht? Der Titel ist wohl der wichtigste Teil, wenn Sie eine Stellenanzeige schreiben. Denn er sorgt dafür, dass potenzielle Kandidaten überhaupt auf das Jobangebot klicken. Ist hier nicht klar, um welche Position es sich handelt, liest kaum jemand weiter.

Wer ist der Arbeitgeber? Auf den Titel folgt ein kurzer Einleitungstext. Hier sollten Sie beschreiben, um welches Unternehmen es sich handelt und es kurz vorstellen – quasi eine Kurzvorstellung, um die Aufmerksamkeit des Bewerbers zu halten und sein Interesse zu wecken.

  • Was macht das Unternehmen?
  • Wie viele Mitarbeiter hat es?
  • In welcher Branche ist es tätig?
  • Gibt es Besonderheiten?
  • Welche Ziele und Visionen hat das Unternehmen?
  • Wie ist die Kultur des Unternehmens?

Welche Aufgaben erwarten die Bewerber? Wichtig: Nennen Sie die Aufgaben immer vor den Anforderungen. Bewerber interessieren sich stärker für das, was sie im Job tun müssen, als für die eventuellen Hürden und werden dann eher abgeschreckt. Außerdem sollten Sie die Aufgaben ehrlich und realistisch beschreiben.

Welche Anforderungen stellen Sie an die Bewerber? Hier geben Sie die Kenntnisse und Fähigkeiten an, die für die erfolgreiche Besetzung der Stelle nötig sind. Die wichtigsten Punkte sollten Sie nach vorne stellen und zum Schluss die unwichtigeren Punkte nennen. Gerne können Sie die Anforderungen auch in „Must Haves“ und „Nice to Have“ aufteilen.

Welche Benefits bietet das Unternehmen? Über die Benefits wecken Sie schließlich den Wunsch beim Kandidaten, sich tatsächlich bei Ihrem Unternehmen bewerben zu wollen.

Wie ist der weitere Ablauf? In diesem Teil sollten Sie den weiteren Ablauf des Bewerbungsprozesses abbilden, wenn möglich auch mit zeitlicher Einschätzung, einen Ansprechpartner für eventuelle Fragen nennen und den Kandidaten dazu auffordern, sich zu bewerben.

Layout – Welches Design passt?

Selbstverständlich ist der Inhalt Ihrer Stellenanzeige das Wichtigste daran. Aber fragen Sie sich einmal selbst: Sie sehen zwei inhaltlich gleiche Stellenanzeigen. Eine davon ist eher lieblos gestaltet, die Bilder passen nicht zusammen und das Firmenlogo können Sie kaum erkennen. Die andere Anzeige ist klar strukturiert mit eindeutigem Call to Action. Auf welche Stelle bewerben Sie sich? Vermutlich auf die Stelle mit dem ansprechenden Design.

Indem Sie Ihre Stellenanzeige intelligent aufbauen, können Sie den Leser selbst durch die Ausschreibung führen, indem Sie Bereiche durch Fettdruck oder Absätze hervorheben und so die für Sie wichtigen Informationen unterstreichen.

Besonders bewährt hat sich in vielen Bereichen auch ein zweispaltiges Layout. Dieses kommt bei Bewerbern meist strukturierter rüber. Die wichtigsten Punkte sollten hierbei auf der linken Seite stehen, da diese durch unseren Lesefluss von links nach rechts mehr Aufmerksamkeit erhält.

Schließlich spiegelt das Design auch Ihre eigene Unternehmensmarke wider. Ihre Corporate Identity sollte klar erkennbar sein, sodass der Bewerber zwischen dem Design der Stellenanzeige und dem Ihrer Unternehmenswebsite keinen allzu großen Bruch erlebt.

Kontrolle – Welche Kanäle sind die richtigen?

Nach Veröffentlichung ist es wichtig, dass Sie den Erfolg Ihrer Stellenanzeige auch überprüfen. Vielleicht sind einige Portale einfach nicht die richtigen für Ihr Unternehmen oder das Design war nicht passend für das entsprechende Portal. Eine Methode, um den Erfolg unterschiedlicher Designs zu prüfen, kommt aus dem Marketing und lässt sich erfolgreich auf Stellenanzeigen anwenden – das A/B-Testing.

Wenn es darum geht, den Erfolg unterschiedlicher Portale zu vergleichen, können Sie selbstverständlich auch schlicht und einfach die absoluten Zahlen der eingegangenen Bewerbungen vergleichen. Ein Portal, über das keine oder kaum Bewerbungen eingehen, für das Sie aber viel Geld gezahlt haben, sollten Sie entsprechend beim nächsten Mal für eine ähnliche Position nicht mehr verwenden.

Wichtig ist aber, dass die Erfolgskontrolle für jede offene Position erfolgen muss. Denn was bei einem offenen Job im Vertrieb funktioniert, muss noch lange nicht für einen offenen Job in der Buchhaltung funktionieren. Jede Position und dementsprechend auch jede Stellenanzeige ist individuell.

Was Sie unbedingt vermeiden sollten

Wie Sie grundsätzlich eine perfekte Stellenanzeige schreiben, haben Sie nun gelernt. Wenn Sie eine Stellenanzeige schreiben, können Sie aber leider auch in einige Fettnäpfchen treten. Um einen Fehltritt zu vermeiden, zeigen wir Ihnen hier die wichtigsten Dinge, die Sie unbedingt vermeiden sollten.

AGG missachten

Direkt zu Beginn möchten wir den vermutlich folgenreichsten Fehler vorstellen: Sie missachten das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Ein solcher Fehler wirkt sich nicht nur auf die Wahrnehmung Ihrer Stellenanzeige aus, sondern kann im schlimmsten Fall sogar rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Grundsätzlich sagt das AGG aus, dass Angaben zu Geschlecht, Alter, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung oder sexueller Identität die Wahl der Besetzung nicht beeinflussen dürfen.

Geschlechtsneutrale Formulierungen: Die deutsche Sprache ist so ausgelegt, dass Berufstitel häufig in der männlichen Form verwendet werden – hierbei handelt es sich um das generische Maskulinum. Dadurch hat sich für lange Zeit der Zusatz (m/w) zum Titel durchgesetzt.

Seit dem 01.01.2019 ist es zusätzlich Pflicht, den Titel einer Stellenanzeige nicht nur mit dem Zusatz (m/w) zu kennzeichnen, sondern mit dem Zusatz (m/w/d). Das „d“ steht für „divers“.

Anonyme Bewerbung: Möchten Sie ganz sicher sein, das AGG einzuhalten, bieten Sie ein anonymisiertes Bewerbungsverfahren an. Hier müssen keinerlei persönliche Angaben gemacht werden. Einzig die berufliche Qualifikation zählt.

Ausnahmen dieser Regel: Wie überall gelten auch für das AGG Ausnahmen. §8 des AGG besagt, dass eine ungleiche Behandlung zulässig ist, sollte es sich um eine „wesentliche und entscheidende berufliche Anforderung“ handeln.

Die Ansprache der Bewerber

Sicher haben Sie sich im Recruiting schon öfter gefragt, ob Sie die Bewerber in Ihrer Stellenanzeige siezen oder duzen sollen. Für diese Frage gibt es keine klare Antwort außer „kommt darauf an“. Es hängt stark von der Kultur Ihres Unternehmens ab.

Besonders Start Ups, Agenturen und kleinere Unternehmen haben in den letzten Jahren die unausgesprochene Regel eingeführt, sich untereinander zu duzen. In großen Konzernen läuft das häufig noch anders ab.

Wie Sie sehen: Es kommt also häufig auch auf die Größe des Unternehmens an. Sagt Ihre Unternehmenskultur also aus, dass sich ohnehin alle duzen, können Sie das auch in den Bewerbungsprozess übernehmen. Wichtig ist nur, dass Sie diese Entscheidung nicht nur in der Stellenanzeige, sondern auch im gesamten Bewerbungsprozess umsetzen.

Die Frage nach dem Gehalt

In Deutschland gibt es im Gegensatz zu vielen anderen Ländern bis heute keine Verpflichtung, Angaben zum Gehalt bereits in der Stellenanzeige zu machen. Da Gehalt bis heute noch immer ein Tabuthema in Deutschland ist, gibt es dazu viele unterschiedliche Meinungen.

Viele Bewerber würden sich Gehaltsangaben in der Stellenanzeige wünschen, um zumindest eine grobe Einschätzung zu bekommen, ob ihre Vorstellungen mit denen des Unternehmens zusammenpassen. So könnten sie sich eine womöglich zeitaufwändige Bewerbung sparen, die am Ende am Gehalt scheitert.

Unternehmen haben jedoch im Gegenzug Sorge, dass Angaben zum Gehalt als verbindlich angesehen wird und sie keinen Verhandlungsspielraum mehr haben. So könnten passende Bewerber abgeschreckt werden.

Grundsätzlich ist es aber eher ein Pluspunkt, eine grobe Angabe zum Gehalt bereits in der Stellenanzeige zu veröffentlichen. Durch einen Zusatz wie „Das Gehalt ist abhängig von Qualifikation und Erfahrung verhandelbar.“ schießt sich kein Arbeitgeber ins Aus.

Beispiele für besonders kreative Stellenanzeigen

Ein Muster muss nicht zwangsläufig eingehalten werden. Prinzipiell heißt es beim Stellenanzeigen schreiben: Kreativität gewinnt. Mit einer kreativen Stellenanzeige erregen Sie Aufmerksamkeit und beeinflussen Ihre Employer Brand positiv. Außerdem locken Sie durch eine kreative Jobanzeige auch kreative Bewerbungen an.

„Montag ist Ruhetag“

Eine Hotelgaststätte macht sich den Ruhetag bei vielen Gastronomen zunutze und möchte seinen Bewerbern den besonders schlimmen Montag (zumindest fast) ersparen. Ein kreativer Weg für eine kurze und prägnante Stellenanzeige.

Aber wir lernen trotzdem etwas daraus: Um Aufmerksamkeit zu erregen, lassen sich branchen- oder positionsspezifische Eigenschaften wie eben zum Beispiel der Ruhetag an Montagen in der Gastronomie perfekt verwenden.

Fachkenntnis für die Stellenanzeige nutzen

Auf kreative Stellenanzeigen werden sich vermutlich wirklich nur Bewerber mit entsprechender Fachkenntnis bewerben. Durch solche Stellenbeschreibungen können Unternehmen spielerisch direkt die fachliche Qualifikation prüfen.

Was wir daraus lernen? Kreativität sorgt nicht nur für mehr Aufmerksamkeit auf Ihre Stellenanzeige, sondern kann auch direkt als kleineres Auswahlkriterium verwendet werden. Außerdem werden Bewerber, die wirklich Spaß an ihrem Beruf haben, eine solche Stellenanzeige vorziehen, da sie sehr konkret angesprochen werden.

Regionaler Fokus durch Dialekt

Sie suchen neue Mitarbeiter aus der Region und sind nicht unbedingt auf deutschlandweite Bewerber angewiesen? Dann testen Sie doch mal eine Stellenanzeige im lokalen Dialekt. Die entsprechende Zielgruppe wird sich durch diese Jobanzeige vermutlich direkt angesprochen fühlen.

Was wir daraus lernen? Kennen Sie Ihre Zielgruppe und optimieren Sie Ihre Stellenanzeige auf sie. Das kann durch eine Jobanzeige im regionalen Dialekt sein, aber grundsätzlich kann eine gesunde Portion Humor immer hilfreich sein.

Anti-Anzeigen

Anti-Anzeigen sind bewusst extrem negativ formulierte Stellenanzeigen, die mit den Klischees der Branche oder der offenen Stelle spielen. Eine solche Stellenanzeige ist immer mit einem gewissen Risiko behaftet, da sie im Zweifelsfall nicht unbedingt Bewerber anzieht, sondern nur Menschen, die sie amüsant finden.

Was lernen wir daraus? Durch Anti-Anzeigen können Sie mit den Klischees einer Branche oder eines Jobs spielen. Sie sorgen für viel Aufmerksamkeit und wenn Sie es schaffen, die passenden Kandidaten von einer Bewerbung zu überzeugen, kann ein solches Beispiel sehr erfolgreich sein.

Wie Ihre Stellenanzeige gefunden wird

Auch die beste Stellenanzeige der Welt bringt ihnen keine Bewerbungen ein, wenn sie nicht gefunden wird. Auf dem aktuellen Arbeitsmarkt konkurrieren viele Unternehmen um die besten Bewerber. Eine hohe Sichtbarkeit Ihrer Jobanzeige ist also ein besonders wichtiger Punkt.

Suchmaschinenoptimierung (SEO)

SEO ist spätestens seit Google for Jobs auch in der Welt des Recruitings angekommen. Dabei geht es darum, Texte so zu schreiben, dass sie in den Suchergebnissen möglichst weit oben angezeigt werden. Das wichtigste ist: Die Inhalte müssen für den Nutzer hochrelevant sein und gleichzeitig bestimmte Keywords enthalten.

Für die Optimierung von Stellenanzeigen müssen Sie glücklicherweise keine umfangreiche Keywordanalyse durchführen. Google sucht hier nach bestimmten Phrasen, die in den meisten Stellenanzeigen vorkommen: Position, Branche, Anstellungsart, Standort und Unternehmen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Optimierung für Smartphones. Google verfolgt seit April 2018 offiziell den Mobile First-Index. Entsprechend wichtig ist es, dass beispielsweise Ihre Karriereseite über ein responsives Design verfügt.

Multiposting

Sie erhöhen die Sichtbarkeit enorm, wenn Ihre Stellenanzeige nicht nur auf einer einzigen Plattform zu finden ist. Dementsprechend bietet es sich an, eine Stellenanzeige zu erstellen und diese auf vielen verschiedenen Portalen zu posten.

Wie Sie aber sicherlich auch schon festgestellt haben, gibt neben den großen Jobbörsen wie Monster, Indeed und weiteren Jobbörsen viele zusätzliche Anbieter.

Damit Sie sich den Aufwand sparen können, gibt es Anbieter, die das Multiposting Ihrer Stellenanzeige für Sie übernehmen. Meist kommen Sie hier sogar günstiger weiter, da Multiposting-Anbieter über Rahmenverträge mit vielen Jobbörsen verfügen und von Paketpreisen profitieren.

Zielgruppe ansprechen

Bevor Sie eine Stellenanzeige schreiben und diese anschließend posten, sollten Sie sich Gedanken um Ihre Zielgruppe machen. Viele Unternehmen kennen die Zielgruppe ihrer Stellenanzeige überhaupt nicht und suchen teilweise an den falschen Stellen nach Kandidaten.

Machen Sie sich also vor der Schaltung Ihrer Jobanzeige klar, wen Sie suchen und wählen Sie dementsprechend Ihre Suchkanäle aus. Dabei können je nach Zielgruppe auch Videos oder Infografiken helfen, um Bewerber auf sich aufmerksam zu machen.

Social Media

Social Media Recruiting ist eine der wichtigsten Entwicklungen der letzten Jahre. Mit Social Media sind in diesem Fall nicht nur Karrierenetzwerke gemeint, sondern auch Plattformen wie Facebook oder Instagram. Über gut durchdachte Werbeanzeigen lassen sich dort viele Bewerber der eigenen Zielgruppe erreichen.

Meist soll hier eine junge Zielgruppe angesprochen werden. Denn diese Generationen setzen nicht mehr nur auf den klassischen Bewerbungsweg, sondern kommen gerne über alternative Wege mit potenziellen Arbeitgebern in Kontakt.

Checkliste für Ihre Stellenanzeige

Damit Sie nicht für jede neue Stellenanzeige den gesamten Leitfaden durcharbeiten müssen, finden Sie hier eine kompakte Checkliste.

Formell:

  • Planung ist das A&O: Definieren Sie die offene Stelle sowie die Zielgruppe Ihrer Stellenanzeige.
  • Erstellen Sie ein Bewerberprofil.
  • Über welche Plattformen soll die Stellenanzeige veröffentlicht werden?
  • Kommt Multiposting in Frage?
  • Benötigen Sie Bilder und Videos?

Inhaltlich:

  • Beantworten Sie die W-Fragen.
  • Wer wird gesucht? Geben Sie einen aussagekräftigen Jobtitel an.
  • Wer ist der Arbeitgeber? Hier folgt die Kurzvorstellung mit den wichtigsten Eckpunkten des Unternehmens.
  • Welche Aufgaben erwarten die Bewerber? Achten Sie auf eine transparente Beschreibung der Tätigkeiten.
  • Welche Anforderungen stellen Sie an die Bewerber? Achten Sie auf konkrete und realistische Anforderungen.
  • Welche Benefits bietet der Arbeitgeber? Nenne Sie konkrete Beispiele, die Sie von anderen Arbeitgebern abheben.
  • Wie ist der weitere Ablauf? Geben Sie wenn möglich Fristen zur Orientierung der Bewerber an.

Design:

  • Ist das Firmenlogo klar sichtbar platziert?
  • Erkennt man die Corporate Identity?
  • Ist der Jobtitel klar abgehoben?
  • Hat die Stellenanzeige ein strukturiertes Layout?
  • Bei zweispaltigem Layout: Die wichtigsten Punkte gehören nach links, unwichtigere Dinge nach rechts.

Sonstiges:

  • Leseransprache: Du oder Sie?
  • Gehaltsangabe: Ja oder Nein?
  • Entspricht die Stellenausschreibung dem AGG? Verfügt sie über geschlechtsneutrale Formulierungen und die Möglichkeit zur anonymen Bewerbung?
  • Enthält die Stellenanzeige die wichtigsten Keywords, um bei Google gefunden zu werden?
  • Erfolgskontrolle: Haben Sie die richtigen Kanäle gewählt?

Die perfekte Stellenanzeige schreiben: Fazit

Das wichtigste, das Sie aus diesem Artikel mitnehmen sollten, ist ganz einfach zu formulieren: Jede Stellenanzeige ist individuell. Aus diesem Grund ist es auch schwierig, Muster oder Vorlagen zu verwenden.

Für eine gute Stellenanzeige müssen Sie Ihre Zielgruppe kennen und wissen, wo diese am besten zu erreichen ist. Gleichzeitig müssen der Stil und der Inhalt so gewählt werden, dass eben diese Zielgruppe sich auch angesprochen fühlt. Gleichzeitig gehört zu einer perfekten Stellenanzeige häufig eine Portion Mut und besonders viel Kreativität.

Häufig gestellte Fragen

Welche Struktur sollte eine perfekte Stellenanzeige haben?
Bewährt hat sich das AIDA-Prinzip: Aufmerksamkeit durch einen klaren Titel, Interesse durch Aufgaben und Anforderungen, Wunsch durch Benefits und Arbeitgeberprofil sowie Action durch einen einfachen Bewerbungsaufruf. Wichtig ist, die Aufgaben vor den Anforderungen zu nennen und die W-Fragen vollständig zu beantworten.
Welche Inhalte dĂĽrfen in einer Stellenanzeige nicht fehlen?
Jobtitel, Kurzvorstellung des Arbeitgebers, konkrete Aufgaben, realistische Anforderungen, relevante Benefits sowie der Ablauf des Bewerbungsprozesses gehören zwingend hinein. Je klarer und konkreter die Informationen, desto eher bewerben sich passende Kandidaten.
Wie stelle ich sicher, dass meine Stellenanzeige AGG-konform ist?
Nutzen Sie geschlechtsneutrale Formulierungen und kennzeichnen Sie den Titel z. B. mit (m/w/d). Vermeiden Sie diskriminierende Kriterien und prĂĽfen Sie, ob ein anonymisiertes Bewerbungsverfahren sinnvoll ist, um unbewusste Benachteiligung zu reduzieren.
Sollte ich das Gehalt in der Stellenanzeige angeben?
Eine Gehaltsangabe ist in Deutschland meist freiwillig, kann aber die Passung erhöhen und unnötige Bewerbungen vermeiden. Hilfreich ist eine Spanne oder ein Hinweis wie „abhängig von Qualifikation und Erfahrung verhandelbar“, um Spielraum zu behalten.
Wie wird meine Stellenanzeige besser gefunden (SEO und Reichweite)?
Achten Sie auf vollständige Angaben zu Position, Standort, Anstellungsart und Unternehmen, da Suchmaschinen solche Informationen auswerten. Zusätzlich erhöht Multiposting die Sichtbarkeit, und eine mobiloptimierte Karriereseite ist wichtig, da Google nach dem Mobile-First-Prinzip bewertet.

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