Skip to main content

Hiring Manager Satisfaction: Wie zufrieden sind Führungskräfte mit dem Recruiting?

Was die Kennzahl misst, wie Sie sie mit einem Fragebogen erheben und wie Hiring Manager schneller Feedback zu Bewerbenden geben.

  • Definition und Abgrenzung
  • Fragebogen-Vorlage
  • Feedback-Fristen

Was ist die Hiring Manager Satisfaction?

Die Hiring Manager Satisfaction ist eine Recruiting-Kennzahl. Sie misst, wie zufrieden die Führungskraft, die eine Stelle besetzen will, mit der Arbeit des Recruitings ist: mit Briefing, Kommunikation, Beratung, Tempo und der Qualität der Bewerbungen. Erheben lässt sie sich mit einem kurzen Fragebogen nach jeder besetzten Stelle.

Die Kennzahl beschreibt die Qualität des Recruitings aus Sicht der Fachabteilung. Der Steckbrief fasst zusammen, wer bewertet, was bewertet wird und wie Sie den Wert erheben.

Steckbrief: Hiring Manager Satisfaction
MerkmalHiring Manager Satisfaction
Wer bewertetDie Führungskraft der Abteilung, in der die Stelle besetzt wird
Was bewertet wirdBriefing, Kommunikation, Beratung, Tempo und Qualität der Bewerbungen
WannKurz nach der Zusage, solange der Prozess noch präsent ist
WieFragebogen mit Aussagen auf einer Skala von 1 bis 5 und einer offenen Frage
ErgebnisMittelwert je Aussage und über alle Aussagen
Nicht gemeintDie Zufriedenheit der Bewerbenden und die spätere Leistung der neuen Person

Was ist ein Hiring Manager und was macht der Recruiter?

Kurz gesagt: Der Hiring Manager braucht die neue Person in seinem Team und entscheidet mit, wer eingestellt wird. Der Recruiter organisiert die Suche.

Ein Hiring Manager ist die Führungskraft, in deren Team eine Stelle besetzt werden soll. Er gibt die Suche in Auftrag, klärt mit dem Recruiting das Anforderungsprofil und führt die Fachgespräche. Auf Deutsch heißt die Rolle auch einstellende Führungskraft.

Wer macht was im Recruiting-Prozess?
AufgabeHiring ManagerRecruiter
Bedarf und AnforderungenGibt die Stelle frei und nennt die fachlichen AnforderungenÜbersetzt die Anforderungen in eine Stellenanzeige
Suche und VorauswahlPrüft die vorgestellten ProfileSchaltet Anzeigen, sichtet Bewerbungen und spricht Personen aktiv an
GesprächeFührt das FachgesprächPlant die Termine und führt Erstgespräche
EntscheidungEntscheidet fachlich mitBereitet Angebot und Zusage vor
RückmeldungGibt Feedback zu jeder PersonHält die Bewerbenden auf dem Laufenden

In kleinen Unternehmen kann eine Person beide Rollen übernehmen, etwa die Teamleitung oder die Geschäftsführung. Die Kennzahl lohnt sich, sobald eine Personalabteilung oder ein externer Dienstleister die Suche für die Fachabteilung führt.

Warum sollten Unternehmen die Hiring Manager Satisfaction im Auge behalten?

Kurz gesagt: Die Kennzahl zeigt, wie die Fachabteilung das Recruiting erlebt. Sie ergänzt Kennzahlen zu Tempo, Kosten und Bewerbenden.

Recruiting-Kennzahlen wie Time to Hire und Cost per Hire messen, wie schnell und wie teuer eine Besetzung war. Ob die Fachabteilung mit Briefing, Abstimmung und Auswahl zufrieden war, zeigen sie nicht. Diese Lücke schließt die Hiring Manager Satisfaction.

Drei Kennzahlen zur Zufriedenheit im Vergleich
KennzahlWer gibt Auskunft?Was sie zeigt
Hiring Manager SatisfactionDie einstellende FührungskraftZufriedenheit mit der Arbeit des Recruitings
BewerberzufriedenheitDie BewerbendenWie Bewerbende den Bewerbungsprozess erleben
Quality of HireDaten zu Leistung und Verbleib der neuen Person, dazu die Einschätzung der FührungskraftWie gut die Einstellung im Job ist

Wie Bewerbende den Prozess erleben, misst die Bewerberzufriedenheit. Ob die neue Person die Erwartungen im Job erfüllt, beantwortet die Quality of Hire mit Daten nach dem Start. Die Befragung zur Hiring Manager Satisfaction bewertet dagegen das Recruiting, nicht die neue Person.

Niedrige Werte können auf Reibung zwischen Recruiting und Fachabteilung hinweisen, etwa auf ein unklares Anforderungsprofil oder lange Wartezeiten. Wer das früh erkennt, kann Briefing und Abläufe vor der nächsten Stelle anpassen.

Wie kann die Hiring Manager Satisfaction gemessen werden?

Kurz gesagt: Mit einem kurzen Fragebogen nach jeder besetzten Stelle: acht Aussagen auf einer Skala von 1 bis 5, dazu eine offene Frage.

Schicken Sie den Fragebogen kurz nach der Zusage an die Führungskraft. Sie bewertet jede Aussage von 1 (trifft gar nicht zu) bis 5 (trifft voll zu).

Fragebogen-Vorlage zur Hiring Manager Satisfaction
BereichAussage
BriefingDas Anforderungsprofil wurde zu Beginn gemeinsam geklärt.
BriefingDie Stellenanzeige hat die Stelle treffend beschrieben.
KommunikationIch wurde rechtzeitig über den Stand der Suche informiert.
KommunikationAnsprechpersonen und Wege für Rückfragen waren klar.
BeratungDas Recruiting hat mich bei Auswahl und Gesprächen gut beraten.
TempoDie Zeit von der Freigabe bis zur Zusage war angemessen.
BewerberqualitätDie vorgestellten Profile passten fachlich zur Stelle.
GesamtIch würde die nächste Stelle wieder so besetzen lassen.
Offene FrageWas hätte die Besetzung schneller oder besser gemacht?

So berechnen Sie den Wert

Der Wert je Aussage ist der Mittelwert aller Antworten. Der Gesamtwert ist der Mittelwert über alle acht Aussagen. Werten Sie die Bereiche zusätzlich getrennt aus, denn ein guter Gesamtwert kann einen schwachen Bereich wie das Tempo verdecken.

Bei wenigen Führungskräften lässt sich eine Antwort kaum anonym halten. Dann kann ein kurzes Auswertungsgespräch mit denselben Aussagen offener sein als ein Formular.

Wie bringe ich Hiring Manager dazu, zeitnah Bewerber-Feedback zu geben?

Kurz gesagt: Vereinbaren Sie die Rückmeldefrist schon im Briefing, blocken Sie Gesprächstermine vorab und halten Sie das Feedback mit einem Bewertungsbogen kurz.

  1. Frist im Briefing festlegen: Klären Sie zum Start der Suche, bis wann die Führungskraft auf ein Profil oder ein Gespräch antwortet, zum Beispiel bis zum Ende des nächsten Werktags.
  2. Termine vorab blocken: Reservieren Sie Gesprächsfenster im Kalender des Hiring Managers, bevor die ersten Bewerbungen da sind.
  3. Bewertungsbogen statt Freitext: Eine Bewertung je Kriterium, ein kurzer Beleg und eine Empfehlung (weiter, offen, Absage) lassen sich in wenigen Minuten notieren.
  4. Feedback direkt nach dem Gespräch: Holen Sie die Rückmeldung am Ende des Termins ein, solange der Eindruck frisch ist.
  5. Offene Rückmeldungen sichtbar machen: Eine Erinnerung kurz vor Fristende und eine Liste offener Rückmeldungen in der wöchentlichen Abstimmung können das Thema präsent halten.

Eine Vorlage mit Kriterien und Skala finden Sie im Bewertungsbogen für das Vorstellungsgespräch. Wartezeiten zwischen Gespräch und Rückmeldung verlängern die Time to Hire, und gute Bewerbende können in der Zwischenzeit abspringen.

Feedback-Notizen und das AGG

Schriftliches Feedback zu Bewerbenden kann in einem Streit nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz eine Rolle spielen. § 22 AGG lautet: „Wenn im Streitfall die eine Partei Indizien beweist, die eine Benachteiligung wegen eines in § 1 genannten Grundes vermuten lassen, trägt die andere Partei die Beweislast dafür, dass kein Verstoß gegen die Bestimmungen zum Schutz vor Benachteiligung vorgelegen hat.“ Zu den Gründen in § 1 AGG gehören etwa das Alter und das Geschlecht. Rückmeldungen, die sich auf die Anforderungen der Stelle beziehen, können eine Entscheidung nachvollziehbar machen.

Dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung und erfolgt ohne Gewähr auf Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität; was in Ihrem Einzelfall gilt, klärt ein Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Wie können Unternehmen die Hiring Manager Satisfaction erhöhen?

Kurz gesagt: Setzen Sie am schwächsten Bereich der Befragung an und besprechen Sie die Ergebnisse mit den Führungskräften.

Vom Befund zum Hebel
Schwacher BereichMöglicher Hebel
BriefingEin fester Ablauf zum Start jeder Suche, etwa ein Formular oder ein kurzes Gespräch zum Anforderungsprofil
KommunikationEine feste Ansprechperson und ein vereinbarter Rhythmus für Statusmeldungen
BeratungEinschätzungen zu Anforderungen und Bewerbermarkt schon ins Briefing mitbringen
TempoFeedback-Frist und vorab geblockte Gesprächstermine
BewerberqualitätAnforderungsprofil schärfen und die Stellenanzeige gemeinsam überarbeiten

Gute Stellenanzeigen beginnen mit einem klaren Anforderungsprofil. Schreibt die Fachabteilung an der Anzeige mit, können die Bewerbungen besser zu ihren Erwartungen passen.

Besprechen Sie die Ergebnisse einmal im Quartal mit den Führungskräften: Was lief gut, was ändern wir bei der nächsten Stelle? Ein gemeinsames Bewerbermanagement, in dem Hiring Manager Profile sehen und bewerten, kann Abstimmungen per E-Mail ersetzen.

Hiring Manager Satisfaction: Befragungskarte mit Briefing, Kommunikation, Tempo und Bewerbungen als Prüffeldern

Fazit: Zufriedene Hiring Manager bestätigen das Recruiting

Kurz gesagt: Wer die Zufriedenheit der Führungskräfte misst und Feedback-Fristen festlegt, kann Reibung früh erkennen und bei der nächsten Stelle angehen.

Die Hiring Manager Satisfaction ergänzt Kennzahlen zu Tempo, Kosten und Bewerbenden um die Sicht der Fachabteilung. Ein kurzer Fragebogen nach jeder Besetzung genügt für den Start.

Im Bewerbermanagement von Personalturm arbeiten Recruiting und Hiring Manager am selben Kandidatenprofil:

  • Ihr Hiring Manager sieht nur seine Stelle
  • Sterne-Bewertung im Team
  • Notizen-Thread direkt am Kandidaten

Ihre Stellen veröffentlichen Sie mit der Multiposting-Software von Personalturm auf 400+ Jobbörsen.

Bewerbermanagement ansehenPreise ansehen

Fragen zur Hiring Manager Satisfaction

Was macht ein Hiring Manager?

Ein Hiring Manager ist die Führungskraft, in deren Team eine Stelle frei ist. Er gibt die Suche frei, klärt mit dem Recruiting das Anforderungsprofil, prüft die vorgestellten Profile, führt die Fachgespräche und entscheidet mit, wer eingestellt wird.

Was bedeutet hiring auf Deutsch?

„Hiring“ heißt Einstellung oder Anstellung von Personal. Ein Hiring Manager ist deshalb die einstellende Führungskraft, und die Hiring Manager Satisfaction beschreibt, wie zufrieden diese Führungskraft mit dem Recruiting ist.

Wie kann ich Feedback zum Vorstellungsgespräch geben?

Als Hiring Manager notieren Sie direkt nach dem Gespräch je Kriterium eine Bewertung, einen kurzen Beleg und eine Empfehlung: weiter, offen oder Absage. Diese Rückmeldung geht innerhalb der vereinbarten Frist an das Recruiting, das die Bewerbenden informiert.

Was muss ein guter Recruiter können?

Ein guter Recruiter versteht die fachlichen Anforderungen der Stelle, übersetzt sie in eine treffende Stellenanzeige, wählt passende Profile vor und hält Hiring Manager und Bewerbende auf dem Laufenden. Wie gut das gelingt, zeigt die Befragung der Hiring Manager.

Ralph Adrian
Über den Autor
Ralph Adrian Geschäftsführer · Personalturm

Hilft Unternehmen seit 2018, Stellen günstiger über 400+ Jobbörsen zu schalten. Schreibt über Recruiting-Kosten, Jobbörsen und Multiposting.

LinkedIn-Profil

Weitere Artikel

Mehr HR-Wissen entdecken

Stöbern Sie durch unsere weiteren Fachartikel rund um Recruiting und HR-Management.

Alle Artikel ansehen