Podcast · Recruiting News DACH
Folge 1: Mehr Präsenz im Büro, mehr Befristung, KI bei der Jobsuche
Recruiting News DACH · · 11:31 Min. · mit Barbara und Mark
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Das Wichtigste in 60 Sekunden
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Thema 1
Zurück ins Büro
Die Deutsche Bahn will, dass Beschäftigte mit Bürojob künftig mindestens drei Tage pro Woche in Präsenz arbeiten, bisher galt ein Präsenztag; umgesetzt sein soll das spätestens bis Ende 2027. Mercedes-Benz hat die Konzernbetriebsvereinbarung zum mobilen Arbeiten gekündigt: Führungskräfte sollen für Vollzeitkräfte bis zu vier Präsenztage pro Woche festlegen können, beschlossen ist das noch nicht. Bei der DZ Bank hieß es 2025 sinngemäß: keine zentrale Quote, die Teams regeln das selbst.
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Thema 2
Zahl der Woche
26 Prozent der befragten Unternehmen wollen ihre Befristungen künftig erhöhen, im dritten Quartal 2025 waren es 12 Prozent. Grundlage ist die Randstad-ifo-HR-Befragung für das dritte Quartal 2026 mit 469 HR-Verantwortlichen. Die Ausweitung der sachgrundlosen Befristung auf bis zu 48 Monate ist nur geplant; bis zu einem Gesetz gilt das bisherige Recht.
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Thema 3
KI bei der Jobsuche
Laut einer Studie von WU Wien, IMC Krems und Universität Amsterdam unter 2.076 Bewerbenden in Deutschland nutzen 29 Prozent KI-Tools für die Jobsuche und die Recherche zu Arbeitgebern. Auf Arbeitgeberseite setzen laut Bitkom-Befragung nur 12 Prozent der Unternehmen KI im Bewerbungsprozess ein.
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Thema 4
Urteil zur Inflationsprämie
Das Bundesarbeitsgericht hat am 30. September 2026 entschieden (10 AZR 62/26): Ein Arbeitgeber hatte Beschäftigte, die am 30. September 2022 weniger als 11,49 Euro pro Stunde verdienten, von der monatlichen Inflationspauschale ausgenommen. Laut Gericht verstößt dieser Ausschluss gegen den arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz; die Mindestlohnerhöhung war kein sachlicher Grund.
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Thema 5
Tarifrunde Metall und Elektro
Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Geld für die Metall- und Elektroindustrie mit über 3,7 Millionen Beschäftigten. Die Friedenspflicht endet mit dem 31. Oktober, ab dem 1. November sind Warnstreiks möglich. Gesamtmetall-Präsident Udo Dinglreiter sagt sinngemäß, mit 5 Prozent ignoriere die IG Metall, wie tief die Krise ist.
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Schnelldurchlauf: Ab dem 8. Oktober verhandeln Gewerkschaften und Arbeitgeber beim Bundesarbeitsministerium über die Zukunft der Betriebsrente. Ob eine Pflicht Teil davon wird, ist offen. In Österreich ist Wien laut AMS im September das einzige Bundesland mit sinkender Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr: minus 1,1 Prozent.
ab 00:11
Begrüßung
Mark: Hallo! Mit dem zweiten Kaffee, die Woche war voll.
Mark: Na dann, los geht's.
ab 00:41
Thema 1: Zurück ins Büro
Mark: Moment. Drei statt einem?
Mark: Ich find, kleiner, als es klingt. Rund zwei Drittel der über zweihunderttausend Beschäftigten arbeiten sowieso in Zügen, Werkstätten oder Bahnhöfen.
Mark: Ja. Mercedes hat die Konzernbetriebsvereinbarung zum mobilen Arbeiten gekündigt. Künftig sollen Führungskräfte bei Vollzeitkräften bis zu vier Präsenztage in der Woche festlegen können, ohne Begründung. Beschlossen ist das aber noch nicht. Erst müssen die Betriebsräte an den Standorten zustimmen.
Mark: Der Grund laut Firma: die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung. Mit dem Betriebsrat gab's keine Einigung, wie man die Zeit im Homeoffice erfasst. Verdi kritisiert das und will, dass das Homeoffice bleibt und beide Seiten das am Verhandlungstisch klären.
Mark: Die DZ Bank. Die hat schon zweitausendeinundzwanzig eine Betriebsvereinbarung ohne feste Homeoffice-Quoten verabschiedet. Und zweitausendfünfundzwanzig hieß es aus der DZ Bank sinngemäß: keine zentrale Quote, die Teams regeln das selbst.
Mark: Da bin ich vorsichtiger. Flexibilität allein hält niemanden, wenn's im Team nicht passt.
ab 02:35
Thema 2: Zahl der Woche
Mark: Sechsundzwanzig Prozent.
Mark: So viele der befragten Unternehmen wollen künftig mehr befristen. Im dritten Quartal zweitausendfünfundzwanzig waren es nur zwölf Prozent. Das kommt aus der HR-Befragung von Randstad und ifo fürs dritte Quartal zweitausendsechsundzwanzig. Geantwortet haben vierhundertneunundsechzig HR-Verantwortliche.
Mark: Nee, keine Panik. Die Mehrheit, sechsundfünfzig Prozent, bleibt beim gleichen Umfang. Achtzehn Prozent wollen sogar weniger befristen.
Mark: Aktuell setzen dreißig Prozent der Unternehmen befristete Verträge ein. Bei Großen ab fünfhundert Beschäftigten sind's neunundfünfzig Prozent, bei Kleinen bis neunundvierzig Beschäftigte jedes fünfte. Und die Industrie liegt mit zweiundvierzig Prozent vorn.
Mark: Die Studie liest das so: Betriebe werden vorsichtiger, wenn's um langfristige Bindung geht. Unabhängig davon ist politisch was geplant. Der Koalitionsausschuss hat sich am zweiten Juli zweitausendsechsundzwanzig auf ein Reformpaket geeinigt. Darin geplant: sachgrundlose Befristung bis zu achtundvierzig Monate, mit bis zu sechs Verlängerungen, für Einstellungen bis zum einunddreißigsten Dezember zweitausenddreißig. Heute sind's vierundzwanzig Monate und höchstens drei Verlängerungen.
Mark: Nein, nur geplant. Das Gesetzgebungsverfahren steht noch aus. Bis dahin gilt das bisherige Recht.
Mark: Da wett ich nicht dagegen.
ab 04:27
Thema 3: KI bei der Jobsuche
Mark: Dazu gibt's eine Studie von der WU Wien, der IMC Krems und der Universität Amsterdam. Im Mai zweitausendsechsundzwanzig wurden zweitausendsechsundsiebzig Bewerbende in Deutschland befragt. Neunundzwanzig Prozent nutzen für die Jobsuche und für die Recherche zu Arbeitgebern KI-Tools, zum Beispiel ChatGPT oder Claude.
Mark: So ungefähr.
Mark: Na ja, die Zahlen sagen was anderes. Laut einer Bitkom-Befragung unter sechshundertzwei Unternehmen setzen nur zwölf Prozent KI im Bewerbungsprozess ein. Sechs Prozent lassen die KI die erste Durchsicht der Bewerbungen machen, siebenundzwanzig Prozent können sich das vorstellen.
Mark: Machen zwei Prozent schon. Weitere siebzehn Prozent können sich das vorstellen.
Mark: Meine Meinung: Die Bewerbenden sind da gerade schneller als die Firmen. Nicht dramatisch, aber gut zu wissen.
ab 05:50
Thema 4: Urteil zur Inflationsprämie
Mark: Um eine Inflationsprämie. Ein Arbeitgeber hat seinen Vollzeitkräften ab November zweitausendzweiundzwanzig freiwillig jeden Monat hundertfünfzehn Euro achtunddreißig netto gezahlt, sechsundzwanzig Monate lang. Mit einem Stundenlohn unter elf Euro neunundvierzig am dreißigsten September zweitausendzweiundzwanzig gab's stattdessen nur einmal zweihundertfünfzig Euro.
Mark: Den Kläger, eine Servicekraft in Vollzeit. Der lag am Stichtag bei zehn Euro sechsundfünfzig brutto pro Stunde. Zum ersten Oktober zweitausendzweiundzwanzig stieg sein Lohn mit dem höheren Mindestlohn auf zwölf Euro. Der Arbeitgeber meinte: Wer die Mindestlohnerhöhung bekommt, braucht den Ausgleich weniger.
Mark: Arbeitsgericht und Sächsisches Landesarbeitsgericht hatten die Klage auch abgewiesen. Das Bundesarbeitsgericht gab der Revision aber statt. Kernaussage: Der Ausschluss verletzt den arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz.
Mark: Nicht ohne sachlichen Grund, der zum Zweck der Leistung passt, sagt das Gericht. Und die Mindestlohnerhöhung ist so ein Grund nicht. Außerdem ist so eine Prämie laut Gericht als Zahlung zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn gedacht. Und das ist bei Mindestlohnempfängern eben der Mindestlohn.
ab 07:50
Thema 5: Tarifrunde Metall und Elektro
Mark: Die IG Metall will fünf Prozent mehr Geld, untere Entgeltgruppen sollen bessergestellt werden. Laut Agenturberichten peilt sie eine Laufzeit von zwölf Monaten an. Außerdem will sie Zukunft und Beschäftigung tariflich absichern und eine Gewinnbeteiligung für Beschäftigte in sogenannten Boom-Unternehmen.
Mark: Über drei Komma sieben Millionen Beschäftigte arbeiten da, sagen IG Metall und Gesamtmetall gleichermaßen.
Mark: Verhandelt wird regional. Den Auftakt machen am siebten Oktober Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, in Bayern geht's am achten Oktober los. Bis einschließlich einunddreißigsten Oktober gilt Friedenspflicht. Warnstreiks sind dann ab dem ersten November möglich.
Mark: Gesamtmetall-Präsident Udo Dinglreiter sagt sinngemäß: Mit fünf Prozent ignoriere die IG Metall, wie tief die Krise ist. Den Luxus, über Zuwächse zu verhandeln, habe man nicht. Jetzt gehe es ums Kostensenken und darum, den Standort zu retten.
Mark: Meine Wette: Die Zahl, die da am Ende steht, haben Bewerbende im Kopf, wenn sie bei Ihnen übers Gehalt reden.
ab 09:19
Schnelldurchlauf
Mark: Ab Donnerstag, dem achten Oktober, sitzen Gewerkschaften und Arbeitgeber beim Bundesarbeitsministerium zusammen. Es geht um die Zukunft der Betriebsrente, auch um eine mögliche Pflicht. Bis Ende des Jahres sollen konkrete Maßnahmen stehen. Ob eine Pflicht dabei ist, ist offen. Der DGB fordert die Pflicht. Nach seinem Vorschlag zahlen Arbeitgeber zwei Prozent vom Bruttolohn ein, mindestens aber neunhundertachtundachtzig Euro pro Jahr.
Mark: Zur Seite. Erst mal abwarten.
Mark: Daumen hoch für Wien. Für Niederösterreich eher nicht.
Was wir gelernt haben
Mark: Zweitens: Sechsundzwanzig Prozent der befragten Firmen wollen mehr befristen, die längere Befristung ist aber nur geplant. Heißt für Sie: Bis zu einem Gesetz gilt das bisherige Recht.
Outro
Mark: Machen Sie's gut, bis nächste Woche!
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