Podcast · Recruiting News DACH
Folge 4: Ingenieure arbeitslos trotz Mangel, Metall-Angebot und zwei Euro mehr
Recruiting News DACH · · 09:03 Min. · mit Barbara und Mark
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Das Wichtigste in 60 Sekunden
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Thema 1
Ingenieure gesucht und trotzdem arbeitslos
Laut VDI/IW-Ingenieurmonitor, veröffentlicht am 26. Oktober 2026, waren im dritten Quartal 2026 65.427 Menschen in Ingenieur- und Informatikberufen arbeitslos, 13,7 Prozent mehr als im dritten Quartal 2025 und laut Herausgebern der höchste Wert seit Beginn der Erhebung 2011. Gleichzeitig stieg die Zahl der offenen Stellen auf 105.340, ein Plus von 5,9 Prozent und laut Herausgebern der erste Anstieg nach drei Jahren Rückgang. Auf 100 Arbeitslose kamen 161 offene Stellen, nach 173 im Vorjahr; die Mangelschwelle liegt bei 100. In den Bauingenieurberufen liegt der Wert bei 318, in den Informatikberufen bei 117, und die Arbeitslosigkeit stieg in der Informatik um 18,0 Prozent, bei Bauingenieuren um 3,0 Prozent.
Mehr dazu im Ratgeber: Fachkräfte gewinnen: 7 Strategien für Arbeitgeber
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Thema 2
Metall-Tarifrunde: das erste Angebot
Die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie haben laut Gesamtmetall am 27. Oktober 2026 ihr erstes Angebot vorgelegt: eine Einmalzahlung von 1 Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoentgelts im Juli 2027 und eine Tabellenerhöhung um 1,3 Prozent im Juli 2028, bei einer Laufzeit bis 31. Dezember 2028; die IG Metall beziffert das auf 26 Monate. Das Angebot ging zeitgleich in fünf Tarifgebieten an die IG Metall, in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und im Norden, die übrigen Tarifgebiete folgen. Die Arbeitgeber verbinden es mit der Erwartung eines betrieblichen Instruments zur Sicherung von Investitionen, Innovationen, Standorten und Beschäftigung und wollen die Automatische Differenzierung ausweiten. Die IG Metall weist das Angebot als unzureichend zurück, bleibt bei ihrer Forderung von 5 Prozent mehr Geld bei 12 Monaten Laufzeit und will ab November mit Warnstreiks den Druck in den Betrieben erhöhen.
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Thema 3
Zahl der Woche: zwei Euro mehr pro Stunde in der Gebäudereinigung
Die IG BAU fordert für das Gebäudereiniger-Handwerk zwei Euro mehr pro Stunde in allen Lohngruppen, bei zwölf Monaten Laufzeit; Gegenseite ist der Arbeitgeberverband BIV. In der Einstiegs-Lohngruppe 1 liegt der Branchenmindestlohn aktuell bei 15 Euro, mit der Forderung wären es 17 Euro; der BIV beziffert die Forderung für diese Lohngruppe auf mehr als 13 Prozent. Zwei Verhandlungsrunden endeten ohne Ergebnis, in der zweiten legte der BIV erstmals ein Angebot vor: 24 Monate Laufzeit ab 1. Januar 2027, 1,8 Prozent ab 1. Mai 2027 und 1,6 Prozent ab 1. Januar 2028. Die IG BAU hält an ihrer Forderung fest; die dritte Runde ist für Dienstag, 3. November 2026, in Köln angesetzt, die IG BAU kündigt eine Kundgebung an und stellt Streik in Aussicht. Laut BIV arbeiten in der Branche knapp 700.000 Menschen.
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Thema 4
Studierende wollen vor allem Sicherheit
Für die EY-Studierendenstudie 2026 wurden im Frühjahr 2026 mehr als 2.000 Studierende in Deutschland befragt; die Kernzahlen veröffentlichte EY im Juni 2026 und griff das Thema Ende Oktober erneut auf. 52 Prozent nennen Jobsicherheit als entscheidenden Faktor bei der Wahl des Arbeitgebers, zehn Prozentpunkte mehr als bei der letzten Befragung 2024. Gehalt und Gehaltssteigerungen folgen laut EY auf Platz 2 mit 43 Prozent, flexible Arbeitszeiten kommen auf 41 Prozent. Jobsicherheit nennen 57 Prozent der Studentinnen und 47 Prozent der Studenten.
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Thema 5
Österreich: Geld für Weiterbildung im Tourismus
Den österreichischen Tourismusbeschäftigtenfonds gibt es seit 1. Jänner 2026, Anträge auf Förderung sind seit Ende Oktober 2026 möglich. Pro Jahr stehen 6,5 Millionen Euro für die Aus- und Weiterbildung von Tourismusbeschäftigten bereit. Laut Parlamentskorrespondenz liegt der Fokus auf Beschäftigten und nicht auf Arbeitssuchenden, laut APA werden Beschäftigte mit niedrigem Einkommen unter anderem in Küche, Service, Housekeeping und Rezeption gefördert. Laut Website des Fonds gibt es zum Beispiel einen Kursgutschein im Wert von 250 Euro, einmalig bis zu 700 Euro bei Arbeitslosigkeit und bis zu 300 Euro pro Monat und Kind für Kinderbetreuung; beantragt wird online.
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ab 00:10
Begrüßung
Mark: Montagmorgen, zweiter Kaffee. Passt.
Mark: Dann mal los.
ab 00:40
Thema 1: Ingenieure gesucht und trotzdem arbeitslos
Mark: Den bringen der VDI und das Institut der deutschen Wirtschaft raus, die aktuelle Ausgabe kam am sechsundzwanzigsten Oktober. Im dritten Quartal waren fünfundsechzigtausendvierhundertsiebenundzwanzig Menschen in Ingenieur- und Informatikberufen arbeitslos. Das sind dreizehn Komma sieben Prozent mehr als ein Jahr davor, laut den Herausgebern der höchste Stand seit Erhebungsbeginn zweitausendelf.
Mark: Gleichzeitig gab's mehr offene Stellen, nämlich hundertfünftausenddreihundertvierzig. Ein Plus von fünf Komma neun Prozent, und laut den Herausgebern das erste nach drei Jahren mit Rückgang.
Mark: Nee, da bin ich anderer Meinung. Es passt nur nicht zusammen. Auf hundert Arbeitslose kommen im Schnitt hunderteinundsechzig offene Stellen, im Vorjahr waren es hundertdreiundsiebzig. Ab hundert spricht der Monitor von Mangel.
Mark: Ja, aber je nach Beruf ganz unterschiedlich. Bei den Bauingenieuren liegt der Wert bei dreihundertachtzehn, bei der Informatik bei hundertsiebzehn. Und die Arbeitslosigkeit ist in der Informatik um achtzehn Prozent gestiegen, bei den Bauingenieuren nur um drei Prozent.
Mark: Der VDI erklärt das sinngemäß mit dem Wandel am Arbeitsmarkt. Da treffen mehr Arbeitslose auf echte Engpässe. Und eine richtige Wende sieht der Verband noch nicht.
Mark: Ich finde, da liegt eine Chance. Es sind mehr Fachleute arbeitslos als vor einem Jahr.
ab 02:38
Thema 2: Metall-Tarifrunde: das erste Angebot
Mark: Am siebenundzwanzigsten Oktober kam laut Gesamtmetall, dem Arbeitgeberverband, das erste Angebot. Im Juli zweitausendsiebenundzwanzig soll es eine Einmalzahlung geben, und zwar ein Prozent vom durchschnittlichen tariflichen Jahresbrutto. Ein Jahr später, im Juli zweitausendachtundzwanzig, dann eins Komma drei Prozent mehr in der Tabelle.
Mark: Bis Ende Dezember zweitausendachtundzwanzig. Die IG Metall rechnet das als sechsundzwanzig Monate.
Mark: Erst mal ging's in fünf Tarifgebieten an die IG Metall: Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und der Norden. Die übrigen Gebiete folgen noch.
Mark: Die Arbeitgeber verbinden das mit der Erwartung, dass in den Betrieben ein Instrument kommt, das Investitionen, Innovationen, Standorte und Jobs sichern soll. Außerdem wollen sie die sogenannte Automatische Differenzierung ausweiten.
Mark: Ja, die war schnell da. Die IG Metall nennt das Angebot unzureichend und bleibt bei fünf Prozent für zwölf Monate. Ab November will sie mit Warnstreiks Druck machen.
Mark: Und ich schätze, das merken dann auch die Teams in den Betrieben.
ab 04:20
Thema 3: Zahl der Woche: zwei Euro mehr pro Stunde in der Gebäudereinigung
Mark: Zwei Euro. Pro Stunde.
Mark: Das ist eine Forderung der IG BAU für das Gebäudereiniger-Handwerk. Zwei Euro mehr in allen Lohngruppen, bei zwölf Monaten Laufzeit. Gegenüber sitzt der Arbeitgeberverband BIV.
Mark: In der Einstiegsgruppe, der Lohngruppe eins, liegt der Branchenmindestlohn jetzt bei fünfzehn Euro. Mit der Forderung wären es siebzehn. Der BIV hat das für diese Gruppe auf mehr als dreizehn Prozent beziffert.
Mark: Zwei Runden, beide ohne Ergebnis. In der zweiten hat der BIV zum ersten Mal ein Angebot gemacht: vierundzwanzig Monate Laufzeit, eins Komma acht Prozent ab Mai zweitausendsiebenundzwanzig und eins Komma sechs Prozent ab Januar zweitausendachtundzwanzig. Die Gewerkschaft bleibt aber bei ihren zwei Euro.
Mark: Am Dienstag, dem dritten November, ist in Köln die dritte Runde. Die IG BAU plant dazu eine Kundgebung und bringt auch einen Streik ins Spiel.
Mark: Laut BIV knapp siebenhunderttausend. Damit ist das nach Verbandsangaben die Handwerksbranche mit den meisten Beschäftigten im Land.
Mark: Morgens um sechs ist das Büro schon sauber. Fällt halt erst auf, wenn's mal nicht so ist.
ab 05:58
Thema 4: Studierende wollen vor allem Sicherheit
Mark: EY. Befragt wurden mehr als zweitausend Studierende in Deutschland, und zwar im Frühjahr zweitausendsechsundzwanzig. Ehrlich gesagt: Die Kernzahlen sind schon seit Juni bekannt, Ende Oktober hat EY das Thema noch mal aufgegriffen.
Mark: Zweiundfünfzig Prozent sagen, Jobsicherheit ist für sie bei der Wahl des Arbeitgebers entscheidend. Das sind zehn Prozentpunkte mehr als zweitausendvierundzwanzig. Das Gehalt landet laut EY auf Platz zwei.
Mark: Nein. Gehalt und Gehaltserhöhungen kommen auf dreiundvierzig Prozent, flexible Arbeitszeiten auf einundvierzig. Und Frauen ist die Sicherheit wichtiger: siebenundfünfzig Prozent bei den Studentinnen, siebenundvierzig bei den Studenten.
Mark: Ich find, das ist eine gute Nachricht für alle, die solide Jobs bieten.
ab 07:15
Thema 5: Österreich: Geld für Weiterbildung im Tourismus
Mark: Ja, den Tourismusbeschäftigtenfonds. Den gibt's seit dem ersten Jänner zweitausendsechsundzwanzig, Anträge gehen aber erst seit Ende Oktober. Pro Jahr stehen sechs Komma fünf Millionen Euro für Aus- und Weiterbildung bereit.
Mark: Laut dem Pressedienst des Parlaments geht's um Leute, die schon im Job sind, nicht um Arbeitssuchende. Laut APA sollen Beschäftigte mit niedrigem Einkommen profitieren, etwa im Service, in der Küche, an der Rezeption oder im Housekeeping.
Mark: Laut Website des Fonds zum Beispiel ein Kursgutschein über zweihundertfünfzig Euro. Bei Arbeitslosigkeit einmalig bis zu siebenhundert Euro, und für Kinderbetreuung bis zu dreihundert Euro pro Monat und Kind. Beantragt wird online.
Mark: Ich auch. Hoffentlich spricht sich das rum. Meine Wette: Gute Leute bleiben eher, wenn sie sehen, dass sie weiterkommen.
ab 08:30
Outro
Mark: Machen Sie's gut, bis nächste Woche!
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Veröffentlicht am