Podcast · Recruiting News DACH
Folge 2: Nullrunden-Pläne, KI-Bewerbungsflut und 32 Kilometer zum Büro
Recruiting News DACH · · 09:42 Min. · mit Barbara und Mark
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Das Wichtigste in 60 Sekunden
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Thema 1
Nullrunden statt Lohnplus?
Nach Darstellung der IG Metall vom 19. Oktober 2026 hat der VW-Konzernvorstand die Personalverantwortlichen weltweit angewiesen, bis 2030 Nullrunden einzuplanen; VW selbst äußert sich nicht, ein Sprecher sprach von Spekulationen. Laut Betriebsrat und IG Metall arbeiten im Konzern weltweit rund 660.000 Menschen, in der VW-Tarifrunde fordert die IG Metall 5 Prozent mehr Entgelt bei zwölf Monaten Laufzeit. Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller sagte am 15. Oktober sinngemäß, mehr arbeiten könne dazugehören, weniger verdienen aber sicher nicht.
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Thema 2
Die KI-Bewerbungsflut
Für eine Censuswide-Umfrage im Auftrag von Indeed, veröffentlicht am 14. Oktober 2026, wurden 300 HR-Entscheiderinnen und -Entscheider in Deutschland befragt: 56 Prozent bekommen heute pro Stelle mehr Bewerbungen als vor zwölf Monaten. Den Anteil der mit KI erstellten Bewerbungen schätzen die Befragten im Schnitt auf 33 Prozent, das ist eine Einschätzung und keine Messung. 41 Prozent der Befragten sortieren offensichtlich von KI verfasste Bewerbungen direkt aus, und 63 Prozent aller Befragten befürchten, dass bei der automatischen Vorauswahl passende Kandidaten verloren gehen.
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Thema 3
Zahl der Woche: 32 Kilometer
Der durchschnittliche Arbeitsweg von Büroangestellten in Deutschland ist laut einer Auswertung des IAB von 27,5 Kilometern im Jahr 2019 auf 32 Kilometer Ende 2023 gestiegen, gemessen in Luftlinie zwischen Wohn- und Arbeitsort. Als wichtigsten Treiber nennen die Forschenden die Möglichkeit, von zu Hause zu arbeiten, dazu kommen Umzüge und Jobwechsel.
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Thema 4
Frauen in Führung
Laut Statistischem Bundesamt waren 2025 in Deutschland 30,3 Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt, im EU-Durchschnitt 35,9 Prozent und in Österreich 37,2 Prozent. Im Jahr 2015 lag der deutsche Wert bei 29,3 Prozent, und an allen Erwerbstätigen in Deutschland hatten Frauen 2025 einen Anteil von 47,1 Prozent.
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Thema 5
Schweiz: weniger Stunden, gleicher Lohn
Die Migros hat sich mit ihren Sozialpartnern auf einen erneuerten Landes-Gesamtarbeitsvertrag für die Jahre 2027 bis 2031 geeinigt: Für viele Mitarbeitende sinkt die Wochenarbeitszeit von 43 auf 41 Stunden, der Lohn bleibt gleich. Für Lohnmaßnahmen und bessere Anstellungsbedingungen setzt die Migros insgesamt 1,6 Prozent der Lohnsumme ein, und bei der Tochter Denner steigt der Mitarbeitenden-Gutschein von 10 auf 20 Prozent.
Schnelldurchlauf: Alexander Schweitzer (SPD) ist seit dem 13. Oktober 2026 Bundesminister für Arbeit und Soziales, am 14. Oktober wurde er im Bundestag vereidigt. Im Raum steht die Idee, die tägliche Höchstarbeitszeit durch eine wöchentliche abzulösen; dazu gibt es bisher nur einen Referentenentwurf, beschlossen ist nichts. Die EU-Arbeitsschutzagentur EU-OSHA hat am 13. Oktober eine Kampagne zur psychischen Gesundheit bei der Arbeit gestartet, die bis 2028 läuft. Laut EU-OSHA sehen 45 Prozent der Beschäftigten in der EU an ihrem Arbeitsplatz Risiken für das psychische Wohlbefinden, Grundlage ist die EU-Arbeitskräfteerhebung aus dem Jahr 2020.
ab 00:11
Begrüßung
Mark: Bin ich. Der Kaffee ist diesmal schon leer.
Mark: Na, das beißt sich ja schön.
ab 00:39
Thema 1: Nullrunden statt Lohnplus?
Mark: Da muss man kurz einordnen, wer das sagt. Laut IG Metall stammt die Info vom Europäischen und Weltkonzernbetriebsrat, der die Belegschaft intern informiert hat. VW selbst kommentiert das nicht, ein Sprecher sprach von Spekulationen.
Mark: Laut Betriebsrat und IG Metall arbeiten im Konzern weltweit rund sechshundertsechzigtausend Menschen, vielen davon drohen jahrelang Nullrunden. Die Gewerkschaft fürchtet bis zweitausenddreißig ein reales Minus von etwa zehn Prozent oder mehr, falls die Preise weiter so steigen wie zuletzt.
Mark: Ja, in der VW-Tarifrunde fünf Prozent, bei zwölf Monaten Laufzeit. Der Betriebsrat hält den Plan für unrealistisch und erwartet heftigen Widerstand.
Mark: Nein. Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller meinte am fünfzehnten Oktober sinngemäß: Mehr arbeiten kann dazugehören, damit man produktiver wird. Weniger Geld aber sicher nicht. Die fünf Prozent der IG Metall findet sie völlig überzogen.
Mark: Das ist Hintergrund. Laut Agenturberichten hat der Vorstand im Juni den Beschäftigten geschrieben, dass er mit dem Betriebsrat über mehr Stunden ohne Lohnausgleich reden will. Tariflich gelten dort fünfunddreißig Wochenstunden. Entschieden ist nichts.
Mark: Da seh ich's ein bisschen anders. Ich versteh auch jeden Betrieb, der gerade jeden Euro zweimal umdreht.
ab 02:40
Thema 2: Die KI-Bewerbungsflut
Mark: Indeed hat am vierzehnten Oktober eine Umfrage von Censuswide veröffentlicht, mit dreihundert HR-Entscheiderinnen und -Entscheidern aus Deutschland. Sechsundfünfzig Prozent bekommen pro Stelle heute mehr Bewerbungen als vor zwölf Monaten.
Mark: Geschätzt jede dritte, im Schnitt dreiunddreißig Prozent. Wichtig: Das ist eine Einschätzung der Befragten, keine Messung.
Mark: Ja, kenn ich. Vierundfünfzig Prozent sagen sogar, das Anschreiben verrät ihnen heute weniger als früher.
Mark: Einundvierzig Prozent werfen offensichtliche KI-Bewerbungen sofort raus. Zweiundvierzig Prozent lassen bei der Vorauswahl offiziell Software oder KI mitlaufen. Und von allen, die mit Software oder KI vorsortieren, sagen elf Prozent: Vor der Absage schaut kein Mensch mehr drauf.
Mark: So ungefähr. Dreiundsechzig Prozent aller Befragten fürchten, dass ihnen so passende Leute durchrutschen.
Mark: Da bin ich bei dir. Und ein menschlicher Blick vor der Absage ist, finde ich, gut investierte Zeit.
ab 04:14
Thema 3: Zahl der Woche – zweiunddreißig Kilometer
Mark: Zweiunddreißig Kilometer.
Mark: Bis ins Büro. So weit war der Arbeitsweg von Büroangestellten Ende zweitausenddreiundzwanzig im Schnitt, laut einer neuen Auswertung des IAB. Zweitausendneunzehn waren's noch siebenundzwanzig Komma fünf Kilometer. Gemessen in Luftlinie.
Mark: Größter Treiber ist laut den Forschenden das Homeoffice, dazu Umzüge und Jobwechsel. Job in der teuren Stadt, Wohnung da, wo die Miete günstiger ist. Und sie gehen davon aus, dass das bleibt.
Mark: Ein frisches Beispiel: In Sachsen-Anhalt haben zweitausendfünfundzwanzig laut Statistischem Landesamt zwölf Komma drei Prozent der Arbeitnehmer, also ohne Selbstständige und Azubis, zumindest zeitweise im Homeoffice gearbeitet.
Mark: Ich jedenfalls nicht.
ab 05:23
Thema 4: Frauen in Führung
Mark: Dreißig Komma drei Prozent im Jahr zweitausendfünfundzwanzig. Der EU-Schnitt liegt bei fünfunddreißig Komma neun Prozent. Österreich kommt auf siebenunddreißig Komma zwei.
Mark: Kaum. Zweitausendfünfzehn waren es neunundzwanzig Komma drei Prozent, also in zehn Jahren ein Prozentpunkt mehr. Der EU-Schnitt hat im selben Zeitraum vier Prozentpunkte zugelegt.
Mark: Nee. Frauen stellen siebenundvierzig Komma eins Prozent aller Erwerbstätigen, also fast so viele wie Männer. Nur auf dem Chefsessel sitzen sie deutlich seltener.
Mark: Ich find, das ist eher Marathon als Sprint. Aber loslaufen kann man diese Woche.
ab 06:27
Thema 5: Schweiz – weniger Stunden, gleicher Lohn
Mark: Die Migros hat mit den Sozialpartnern einen neuen Landes-Gesamtarbeitsvertrag ausgehandelt, für zweitausendsiebenundzwanzig bis zweitausendeinunddreißig. Der Kern: Für viele Mitarbeitende sinkt die Woche von dreiundvierzig auf einundvierzig Stunden, beim gleichen Lohn.
Mark: Nein, für viele. Dazu steckt die Migros eins Komma sechs Prozent der Lohnsumme in Lohnmaßnahmen und bessere Bedingungen. Und die Tochter Denner zahlt mehr in die Pensionskasse und erhöht den Mitarbeitenden-Gutschein von zehn auf zwanzig Prozent.
Mark: Gute Frage. Meine Einschätzung: Zwei Stunden weniger sind ein starkes Argument im Recruiting.
Mark: Fair. Aber freie Zeit zählt für manche mehr als ein paar Euro mehr auf dem Lohnzettel.
ab 07:38
Schnelldurchlauf
Mark: Nach dem Rücktritt von Bärbel Bas ist Alexander Schweitzer von der SPD seit dem dreizehnten Oktober Bundesarbeitsminister, einen Tag später wurde er vereidigt. Auf dem Tisch liegt die Idee, die tägliche Höchstarbeitszeit durch eine wöchentliche abzulösen. Bisher ist das nur ein Referentenentwurf, nichts ist beschlossen.
Mark: Zur Seite. Erst mal abwarten.
Mark: Daumen hoch. Fast die Hälfte, das ist 'ne Ansage.
Was wir gelernt haben
Mark: Zweitens: Personaler schätzen, dass im Schnitt jede dritte Bewerbung mit KI entsteht. Geschätzt, nicht gemessen.
Mark: Viertens: In Deutschland sind dreißig Komma drei Prozent der Führungskräfte Frauen.
Outro
Mark: Machen Sie's gut, bis nächste Woche!
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