Podcast · Recruiting News DACH
Folge 3: Pflege als Jobfaktor, weniger Junior-Stellen und falsche Headhunter
Recruiting News DACH · · 08:43 Min. · mit Barbara und Mark
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Das Wichtigste in 60 Sekunden
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Thema 1
Zahl der Woche: Pflege kostet Vollzeitstellen
Weil sich die Pflege von Angehörigen oft nicht mit dem Job vereinbaren lässt, fehlen dem Arbeitsmarkt laut einer Analyse von Bertelsmann Stiftung und Prognos vom 20. Oktober 2026 mindestens 229.000 Vollzeitäquivalente 2045, Modellrechnung (Spanne bis 327.000). Für 2026 kommt die Analyse rechnerisch auf 184.000 Vollzeitäquivalente. 2023 pflegten 4,6 Millionen Menschen Angehörige, das sind 8,7 Prozent der Personen im Erwerbsalter, und Frauen stellen 63 Prozent der Pflegenden. Die Pressemitteilung der Stiftung nennt verlässliche Absprachen zur Arbeitszeit, flexiblere Arbeitszeiten, nach Möglichkeit Homeoffice und Unterstützung beim Wiedereinstieg.
Mehr dazu im Ratgeber: Mitarbeiterbindung stärken: Maßnahmen, Kennzahlen und Tipps
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Thema 2
Weniger Einstiegsjobs durch KI?
Anthropic hat am 16. Oktober 2026 einen Bericht über die eigene Belegschaft veröffentlicht, auf Basis interner Daten und nicht über den Arbeitsmarkt insgesamt. Laut Bericht fiel dort der Anteil von Junior-Stellen an den technischen Neueinstellungen von 27 auf 9 Prozent, und der Junior-Anteil unter den Beschäftigten der technischen Abteilungen sank seit Anfang 2025 von 21 auf 14 Prozent; in absoluten Zahlen wachsen die technischen Einstellungen weiter. Siemens-Personalvorständin Judith Wiese warnt laut dpa vom 20. Oktober 2026 davor, wegen KI auf Einstiegsjobs zu verzichten, weil sonst später Erfahrung fehle.
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Thema 3
Was die Bahn-Befragung zeigt
An der Mitarbeitendenbefragung 2026 der Deutschen Bahn haben laut DB mehr als 137.000 von rund 230.000 eingeladenen Beschäftigten teilgenommen, eine Rücklaufquote von 58,3 Prozent; die Ergebnisse kamen am 21. Oktober 2026. 64 Prozent geben an, stolz auf ihre Arbeit bei der DB zu sein, laut DB der erste Anstieg dieses Werts nach mehreren Jahren mit Rückgängen. 60 Prozent halten den von Bahnchefin Evelyn Palla eingeleiteten Neustart für notwendig, und im operativen Bereich blicken 45 Prozent optimistisch in die Zukunft, nach 31 Prozent im Vorjahr.
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Thema 4
Wer baut eigentlich die Brücken?
Laut einem Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln vom 19. Oktober 2026, erstellt im Auftrag der BlackRock Foundation, fehlten für Infrastruktur, Energiewende und Digitalisierung von Juli 2025 bis Juni 2026 durchschnittlich 148.047 Fachkräfte. Auf diese drei Berufsgruppen entfallen nach IW-Angaben 44 Prozent der gesamten Fachkräftelücke über alle Berufe. 70 Prozent der Lücke in diesen Berufsgruppen betreffen Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung, die größten Engpässe sieht das IW in Bauelektrik, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, elektrischer Betriebstechnik sowie Maschinenbau- und Betriebstechnik.
Mehr dazu im Ratgeber: Ausbildungsmarketing: die Generation Z digital überzeugen
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Thema 5
Vorsicht, falscher Headhunter
Das HR-Fachmagazin Personalwirtschaft hat am 21. Oktober 2026 über falsche Headhunter berichtet, die Führungskräfte über gefälschte LinkedIn-Profile ansprechen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz beschreibt, dass auch ausländische Nachrichtendienste in sozialen Netzwerken über Fakeprofile Kontakt aufnehmen, etwa als angebliche Headhunter. Die Polizeiliche Kriminalprävention rät, keine Jobs anzunehmen, die per Messenger oder SMS angeboten werden, nie Geld vorab zu zahlen und keine persönlichen Daten an Unbekannte zu schicken; laut Verbraucherzentrale hilft der Blick, ob die Stelle auch auf der offiziellen Karriereseite des Unternehmens steht.
Mehr dazu im Ratgeber: Karriereseite erstellen: Aufbau, Gestaltung und Beispiele
ab 00:11
Begrüßung
Mark: Diesmal mit vollem Kaffee. Ich lerne dazu.
Mark: Na dann, los.
ab 00:38
Thema 1: Zahl der Woche: Pflege kostet Vollzeitstellen
Mark: Zweihundertneunundzwanzigtausend. Mindestens.
Mark: Vollzeitäquivalente, also umgerechnete Vollzeitstellen. So viel Arbeit könnte im Jahr zweitausendfünfundvierzig fehlen, weil Menschen Angehörige pflegen und das mit dem Job nicht zusammenkriegen. Das ist die untere Variante einer Modellrechnung, im oberen Szenario sind's sogar dreihundertsiebenundzwanzigtausend.
Mark: Von der Bertelsmann Stiftung zusammen mit Prognos, veröffentlicht am zwanzigsten Oktober. Wichtig: Das ist eine Prognose. Für zweitausendsechsundzwanzig kommt die Analyse rechnerisch auf hundertvierundachtzigtausend Vollzeitäquivalente.
Mark: Zweitausenddreiundzwanzig waren es vier Komma sechs Millionen Menschen. Das sind acht Komma sieben Prozent aller Menschen im Erwerbsalter, also nicht nur Beschäftigte.
Mark: Die Frauen. Sie stellen dreiundsechzig Prozent der Pflegenden, zweitausendfünfundvierzig könnten laut Modellrechnung drei Viertel des Verlusts auf sie entfallen.
Mark: Ich finde, da liegt Mitarbeiterbindung auf der Straße. Die Pressemitteilung der Stiftung, mit Arbeitsmarktexpertin Michaela Hermann, nennt verlässliche Absprachen zur Arbeitszeit, flexiblere Zeiten, wo es geht Homeoffice und Hilfe beim Wiedereinstieg.
ab 02:15
Thema 2: Weniger Einstiegsjobs durch KI?
Mark: Das KI-Unternehmen hat am sechzehnten Oktober einen Bericht über seine eigene Belegschaft rausgebracht. Wichtig: Es geht nur um Anthropic selbst, auf Basis interner Daten, nicht um den Arbeitsmarkt.
Mark: Bei Anthropic selbst ist der Junior-Anteil unter den technischen Neueinstellungen laut Bericht von siebenundzwanzig auf neun Prozent zurückgegangen. Unter den Beschäftigten der technischen Abteilungen sank der Junior-Anteil seit Anfang zweitausendfünfundzwanzig von einundzwanzig auf vierzehn Prozent.
Mark: Doch, in absoluten Zahlen wächst das dort weiter. Vertrieb, Finanzen und Recruiting stellen nur schneller ein.
Mark: Da bin ich anderer Meinung. Ein Unternehmen ist kein Markt. Die Autoren sagen ja selbst, vieles bei Anthropic lasse sich nicht auf die ganze Wirtschaft übertragen.
Mark: Stimmt. Und aus Deutschland kommt eine Gegenstimme. Laut dpa warnt Siemens-Personalvorständin Judith Wiese davor, wegen KI keine Einstiegsjobs mehr anzubieten, sonst fehle später die Erfahrung.
ab 03:51
Thema 3: Was die Bahn-Befragung zeigt
Mark: Mehr als hundertsiebenunddreißigtausend, eingeladen waren rund zweihundertdreißigtausend. Laut DB eine Rücklaufquote von achtundfünfzig Komma drei Prozent. Die Ergebnisse kamen am einundzwanzigsten Oktober.
Mark: Vierundsechzig Prozent sagen, sie sind stolz auf ihre Arbeit bei der Bahn. Laut DB steigt der Wert zum ersten Mal nach mehreren Jahren mit Rückgängen.
Mark: Ja. Sechzig Prozent halten den Neustart, den Bahnchefin Evelyn Palla angestoßen hat, für notwendig. Und im operativen Bereich schauen jetzt fünfundvierzig Prozent optimistisch nach vorn, im Vorjahr waren es einunddreißig.
Mark: Laut DB will sie daraus Verbesserungen ableiten. Personalvorstand Martin Seiler sieht darin einen Vertrauensvorschuss. Jetzt gehe es darum, Abläufe einfacher zu machen, Verantwortung zu stärken und Hindernisse abzubauen.
Mark: Sonst fragt man sich nächstes Jahr, warum keiner mehr mitmacht.
ab 05:16
Thema 4: Wer baut eigentlich die Brücken?
Mark: Das hat das Institut der deutschen Wirtschaft Köln untersucht, im Auftrag der BlackRock Foundation. Laut IW fehlten für Infrastruktur, Energiewende und Digitalisierung von Juli zweitausendfünfundzwanzig bis Juni zweitausendsechsundzwanzig im Schnitt hundertachtundvierzigtausendsiebenundvierzig Fachkräfte.
Mark: Diese drei Bereiche machen laut IW vierundvierzig Prozent der kompletten Fachkräftelücke aus.
Mark: Jetzt kommt's. Siebzig Prozent dieser Lücke betreffen Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung. Am größten sind die Engpässe laut IW in der Bauelektrik, in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, in der elektrischen Betriebstechnik und in der Maschinenbau- und Betriebstechnik.
Mark: Ich auch.
Mark: Meine Wette: Wer sie gut begleitet, verliert sie seltener.
ab 06:34
Thema 5: Vorsicht, falscher Headhunter
Mark: Und bei der Jobsuche gibt's ähnliche Maschen. Laut Polizeilicher Kriminalprävention tun Leute so, als wären sie Personalvermittler, und locken mit gut bezahlten, angeblich leichten Aufgaben. Später soll man dann Geld einzahlen, oft über Krypto-Apps.
Mark: Nicht immer. Das Bundesamt für Verfassungsschutz beschreibt, dass auch ausländische Nachrichtendienste über Fakeprofile in sozialen Netzwerken Kontakt suchen, zum Beispiel als angebliche Headhunter. Ziel sind laut Amt unter anderem Leute in Ministerien, Behörden, Unternehmen und der Forschung.
Mark: Kein Grund zur Panik. Aber ein guter Grund, genauer hinzuschauen.
Mark: Laut Polizeilicher Kriminalprävention: Jobangebote per Messenger oder SMS ablehnen, kein Geld vorab zahlen und keine persönlichen Daten an Fremde. Laut Verbraucherzentrale lohnt der Blick auf die echte Karriereseite der Firma: Steht die Stelle da auch?
Mark: Sehe ich auch so. Klarheit schafft Vertrauen.
ab 08:10
Outro
Mark: Machen Sie's gut, bis nächste Woche!
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Veröffentlicht am