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Recruiting

Wie Ihre Stellenanzeige Sie gegen Ghosting schützten kann

Personalturm Redaktion
09. November 2020
7 Min. Lesezeit
Wie Ihre Stellenanzeige Sie gegen Ghosting schützten kann

Was Bewerber zum Ghosting veranlasst

Die meisten Jobsuchenden würden wohl vermuten, dass Ghosting ein Phänomen ist, das allenfalls vonseiten des Arbeitgebers ausgeht. Tatsächlich ist es in der Vergangenheit – als es Unternehmen noch mühelos gelang, ihre offenen Stellen zu besetzen – immer wieder vorgekommen, dass Personalentscheider darauf verzichteten, Kandidaten über den Stand ihrer Bewerbung zu informieren oder ihnen eine Absage zu erteilen. Doch die Zeiten haben sich gewandelt. Angesichts des vorherrschenden Fachkräftemangels suchen heute viele Unternehmen händeringend nach gut ausgebildeten Kräften. Diese wissen um ihre Begehrtheit und drehen den Spieß mittlerweile um. Da die meisten von ihnen bereits in gut bezahlten und spannenden Positionen beschäftigt sind, verspüren sie in der Regel keinen Wechseldruck und testen ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt gerne unverbindlich aus.

Sie versenden ihre Bewerbungen an Unternehmen mit offenen Vakanzen, die ihnen passend erscheinen und warten gelassen die Resonanz ab. Oftmals sehen sie keine Veranlassung dazu, auf die Kontaktversuche von Personalabteilungen zu reagieren, da sie ohnehin nicht wirklich an der offenen Stelle interessiert sind oder aber weitaus bessere Jobangebote vorliegen haben. Es gibt aber auch Bewerber, die irgendwann im Laufe des Recruiting Prozesses für sich die Erkenntnis gewinnen, dass die Position, auf die sie sich beworben haben, ihnen doch nicht zusagt. Einige von ihnen sind schlicht zu bequem, um dem suchenden Unternehmen abzusagen, andere können den notwendigen Mut zur Ehrlichkeit nicht aufbringen. Die Folge: Sie gehen einfach auf Tauchstation.

Die Stellenanzeige als Mittel gegen Ghosting

Nun fragen Sie sich vermutlich, auf welche Weise Ihre Stellenanzeige Sie gegen Ghosting schützen kann. Wenn man bedenkt, dass eine Stellenanzeige Bewerber regelrecht zum Ghosting verführen kann, gilt es die Gründe hierfür zu ermitteln und weitestgehend auszuschalten. Wie Ihnen das gelingen kann?

Tipp #1: Wählen Sie einen aussagekräftigen Jobtitel

Ein Jobtitel, der sehr allgemein wirkt und nicht so recht durchblicken lässt, um welche Position in Ihrem Unternehmen es sich genau handelt, kann Kandidaten dazu verleiten, sich einfach auf Verdacht zu bewerben. Stellen sie im Nachhinein fest, dass die Vakanz nicht ihren Vorstellungen oder Qualifikationen entspricht, könnten sie mit Ghosting reagieren.

Tipp #2: Erstellen Sie ein eindeutiges Anforderungsprofil

Auch das Anforderungsprofil in Ihrer Stellenanzeige kann ein Grund dafür sein, dass Bewerber, die sich anfangs interessiert zeigen, sich nach einem ersten gemeinsamen Telefonat oder gar nach dem Vorstellungsgespräch nicht mehr melden. Stellen sie hierbei nämlich fest, dass ihr frisch gewonnener Eindruck sich nicht mit der Erwartung deckt, die durch die in der Anzeige formulierten Anforderungen hervorgerufen wurde, verzichten sie womöglich auf einen weiteren Kontakt mit Ihrer Personalabteilung.

Tipp #3: Vermitteln Sie ein klares Bild von den bevorstehenden Aufgaben

Kandidaten, die einer Anzeige nicht oder nur unzureichend entnehmen können, welche Aufgaben den zukünftigen Stelleninhaber erwarten, werden vermutlich nicht davor zurückschrecken, dennoch aus Neugier eine Bewerbung zu versenden. Allerdings werden sie, sofern sie von mehreren Unternehmen eine positive Rückmeldung erhalten, vermutlich erst einmal auf diejenigen reagieren, deren Vakanzen der Beschreibung nach ihnen am ehesten zusagen. Des Weiteren besteht die Gefahr, dass sie erst im weiteren Verlauf des Recruiting Prozesses enttäuscht feststellen, dass die Aufgaben, die Sie zwar für sie vorgesehen, aber nicht von vornherein klar kommuniziert haben, sich nicht mit ihren Wünschen decken. Auch in diesem Fall ist Ghosting durch den Bewerber eine mögliche Folge.

Tipp #4: Stellen Sie die Vorzüge einer Mitarbeit in Ihrem Unternehmen klar heraus

Was haben Sie qualifizierten Kandidaten Besonderes zu bieten und haben Sie diese Benefits in Ihrer Stellenanzeige erwähnt? Wenn nicht, werden Sie bei Ihren Bewerbern möglicherweise keinen nachhaltig positiven Eindruck hinterlassen haben. Diese werden sich, sofern sie vielversprechendere Einladungen zu Gesprächen erhalten, lieber diesen widmen und sich möglicherweise noch nicht einmal die Mühe machen, Sie darüber zu informieren, dass sie sich für einen anderen Arbeitgeber entscheiden haben.

Tipp #5: Unterstreichen Sie die Einzigartigkeit Ihres Unternehmens

Ganz gleich, welcher Branche Sie angehören und ob Sie Dienstleister, Hersteller oder Händler sind, einige prägnante Informationen über Ihr Unternehmen gehören in jedem Fall in Ihre Stellenanzeige. Gut ist es, wenn diese Sie unverwechselbar erscheinen lassen und bei Bewerbern den Wunsch erwecken, ausgerechnet für Sie arbeiten zu wollen. Anderenfalls laufen Sie Gefahr, in der Masse der Ihres Wunschkandidaten angeschriebenen Unternehmen unterzugehen und geghostet zu werden.

Tipp #6: Bleiben Sie durch eine ansprechende Gestaltung Ihrer Stellenanzeige in Erinnerung

Visuelle Eindrücke bleiben uns Menschen häufig lange in Erinnerung. Diesen Vorteil können Sie für sich nutzen und Ihre Stellenanzeige so gestalten, dass Bewerber sich von ihr optisch angesprochen fühlen und sie im Gedächtnis behalten. Dies erreichen Sie beispielsweise durch den geschmackvollen Einsatz Ihrer Unternehmensfarben oder auch durch Bilder, die Ihr Kerngeschäft repräsentieren oder unmittelbar auf die spannenden Aufgaben Ihrer offenen Stelle hindeuten. Auch auf diese Weise minimieren Sie die Gefahr von Ghosting.

Häufig gestellte Fragen

Was versteht man unter Ghosting im Recruiting?
Ghosting bezeichnet den plötzlichen Kontaktabbruch eines Bewerbers ohne Absage oder Erklärung. Dies geschieht oft nach einem ersten Interesse oder sogar nach Vorstellungsgesprächen.
Warum ghosten Bewerber Unternehmen?
Gründe sind oft fehlendes Interesse, bessere Angebote anderer Firmen oder Bequemlichkeit. Manchmal passen auch die realen Bedingungen nicht zur ursprünglichen Stellenbeschreibung.
Wie kann ein präziser Jobtitel Ghosting verhindern?
Ein klarer Jobtitel verhindert Bewerbungen auf Verdacht. Kandidaten wissen sofort, worum es geht, was die Wahrscheinlichkeit späterer Absprünge aufgrund falscher Vorstellungen verringert.
Welche Rolle spielen Benefits in der Stellenanzeige?
Klar kommunizierte Vorteile heben das Unternehmen von der Konkurrenz ab. Fehlen diese, entscheiden sich Kandidaten oft stillschweigend für attraktivere Arbeitgeber und melden sich nicht mehr.
Warum ist das Anforderungsprofil entscheidend?
Ein realistisches Anforderungsprofil beugt falschen Erwartungen vor. Wenn Bewerber erst im Gespräch merken, dass sie nicht passen, brechen sie den Kontakt eher ab.

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