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Einstellungszusage 8 Muster für Arbeitgeber — und die Antwort auf die Frage, ob Sie damit schon gebunden sind

Fertige Texte für jeden Anlass — plus die zwei Stellen, an denen Sie wieder herauskommen.

  • 8 Volltext-Muster
  • Mit BAG-Urteilen belegt
  • Von Ralph Adrian
  • Stand 07/2026

Zu den 8 Mustern

Bevor Sie formulieren: Hier liegen alle acht Muster — und die Kurzantwort auf die Frage, die Sie eigentlich beschäftigt.

Einstellungszusage Muster: alle 8 Vorlagen auf dieser Seite

Eine Einstellungszusage ist die verbindliche Erklärung eines Arbeitgebers, eine bestimmte Stelle an eine bestimmte Person zu vergeben. Rechtlich ist sie in der Regel ein Vertragsangebot nach § 145 BGB: Gebunden sind damit zunächst nur Sie. Der Arbeitsvertrag entsteht erst, wenn der Kandidat annimmt. Alle acht Muster dieser Seite bauen darauf auf.

Was jetzt folgt, ist eine Entscheidung, keine Textsuche: Sie müssen nur wissen, wie weit Sie sich festlegen wollen. Jede Einstellungszusage-Vorlage steht als Volltext da, mit Platzhaltern in eckigen Klammern — die Sprungtafel bringt Sie in einem Klick zur passenden.

Acht Muster, neun Sprungziele — die Führerschein-Variante hat einen eigenen Anker, zählt aber als Variante des Behörden-Musters. Alle Texte stehen vollständig auf dieser Seite, ohne Formular. Wer eine Datei braucht, druckt die Seite über den Browser als PDF.

Bevor Sie das passende Muster nehmen, lohnt eine Minute für die vier Begriffe, die im Alltag durcheinandergehen — sie entscheiden, was Sie überhaupt in der Hand haben.

Einstellungszusage, Einstellungsbestätigung, Absichtserklärung, Arbeitsvertrag: was was ist

Die vier unterscheiden sich nicht im Ton, sondern in einem einzigen Punkt: wer nach der Unterschrift gebunden ist.

Die Einstellungsabsichtserklärung hält fest, dass Sie mit dieser Person weiterplanen. Sie ist ausdrücklich kein Angebot und bindet niemanden — sinnvoll, wenn eine Freigabe fehlt und Sie trotzdem ein Signal senden wollen.

Die Einstellungszusage ist die Erklärung, dass Sie die Stelle an diese Person vergeben — in der Regel ein Vertragsangebot nach § 145 BGB. Gebunden sind damit zunächst nur Sie; der Kandidat ist frei, bis er annimmt. Ob Sie das Ganze Zusageschreiben nennen oder als Zusagemail verschicken, ändert daran nichts: Beides meint dieselbe Erklärung, einmal auf Papier und einmal im Postfach.

Die Einstellungsbestätigung kommt später. Sie hält schriftlich fest, was ohnehin gilt, meist gegenüber Dritten — etwa wenn ein Amt einen Nachweis über das beginnende Beschäftigungsverhältnis verlangt. Wer ein Einstellungsschreiben aufsetzt, meint fast immer eine dieser beiden Formen.

Der Arbeitsvertrag bindet beide Seiten. Er entsteht, wenn Angebot und Annahme zusammenkommen — alles davor ist Vorstufe.

Merksatz
  • Die Absichtserklärung bindet niemanden.
  • Die Einstellungszusage bindet zunächst nur Sie.
  • Die Bestätigung hält fest, was ohnehin gilt.
  • Der Arbeitsvertrag bindet beide.
Österreich

Ein Hinweis für grenzüberschreitende Fälle: In Österreich heißt das Dokument „Einstellzusage“ und ist vor allem bei AMS-Kursförderung und Wiedereinstellung nach der Saison gebräuchlich. Deutsche Muster sind dort nicht eins zu eins verwendbar.

Damit steht, was eine Einstellungszusage ist. Die Frage, die Sie wirklich umtreibt, ist die nächste: ab wann sie Sie festnagelt.

Bindet eine Einstellungszusage? § 145 BGB, zwei Ausstiegspunkte — und die eine Ausnahme

Ab wann nagelt eine Zusage Sie fest? Hinter der Frage steckt ein Irrtum: die Annahme, das Papier erzeuge die Bindung. Gebunden sind Sie durch die Einigung — die Schriftform macht vor allem beweisbar, was ohnehin gilt. Rechtlich ist eine verbindliche Einstellungszusage in der Regel ein Vertragsangebot nach § 145 BGB: Sie sind gebunden, der Kandidat ist es nicht. Er kann annehmen — dann steht der Vertrag — oder es lassen.

Heraus führen zwei saubere Wege. Der erste ist die verabredete Schriftform (§ 154 Abs. 2 BGB): Haben beide Seiten vereinbart, dass erst der unterzeichnete Vertrag gilt, entsteht ohne die Unterschriften kein Vertrag. Das Landesarbeitsgericht München hat in einem Einzelfall entschieden, dass eine telefonische Zusage und ein ausgetauschter Vertragsentwurf dafür nicht genügten (LAG München, 10.10.2019 – 3 Sa 205/19, Berufungsinstanz). Der zweite Weg ist die fehlende Einigung über wesentliche Punkte (§ 154 Abs. 1 BGB) — auf ihn sollten Sie sich aber nicht zu schnell verlassen: „Details klären wir im Vertrag“ macht eine Zusage nicht automatisch unverbindlich, denn fehlt eine Vergütungsabrede, gilt nach § 612 Abs. 1 BGB eine Vergütung als stillschweigend vereinbart. Nicht das Schreiben ist Ihr Risiko, sondern die unklare Zusage.

Die Ausnahme: befristete Stellen (§ 14 Abs. 4 TzBfG)

Bei einer befristeten Stelle bedarf die Befristung der Schriftform (§ 14 Abs. 4 TzBfG). Sagen Sie formlos zu und der Mitarbeiter nimmt die Arbeit auf, ist nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts nur die Befristung unwirksam — das Arbeitsverhältnis besteht als unbefristetes fort (§ 16 Satz 1 TzBfG; BAG, 14.12.2016 – 7 AZR 717/14; BAG, 16.04.2008 – 7 AZR 1048/06).

Die Praxisregel ist einfach: Der von Ihnen unterzeichnete Vertrag muss vor dem ersten Arbeitstag zugehen, mit dem Hinweis, dass er erst mit der Rücksendung zustande kommt. Und hier ersetzt nur die qualifizierte elektronische Signatur die Schriftform (§§ 126 Abs. 3, 126a BGB) — eine eingescannte Unterschrift, ein PDF im Anhang oder ein Klick-Tool genügen nicht.

E-Mail, WhatsApp oder Papier: welche Form Sie brauchen

Die Zusage selbst ist formfrei: per E-Mail, am Telefon oder als Brief. Auch eine mündliche Einstellungszusage bindet — der Anruf ist rechtlich nicht weniger wert als der Brief. Ein schriftlicher Text ist trotzdem zu empfehlen, weil er im Zweifel den Inhalt belegt: Wer sich auf eine mündliche Zusage beruft, muss sie beweisen.

Getrennt davon steht das Nachweisgesetz: Entgelt, Arbeitszeit und Vertragsparteien müssen spätestens am ersten Arbeitstag vorliegen (§ 2 Abs. 1 NachwG). Seit dem 01.01.2025 genügt dafür die Textform (§ 126b BGB) — zugänglich, speicher- und druckbar, mit Aufforderung zum Empfangsnachweis. Das gilt nicht in den Branchen nach § 2a Abs. 1 SchwarzArbG, darunter Bau, Gaststätten und Logistik. Verstöße können ein Bußgeld bis 2.000 EUR auslösen (§ 4 Abs. 2 NachwG).

Sie wissen jetzt, was Sie mit einer Zusage auslösen — und wo Sie wieder herauskommen. Ab hier geht es darum, sie so zu schreiben, dass beides sichtbar ist.

Einstellungszusage formulieren: Pflichtangaben, Bausteine und das formelle Muster

Eine Zusage so zu schreiben, dass beides sichtbar ist — die Zusage und ihre Grenzen —, ist weniger Stilfrage als Vollständigkeitsfrage. Ob Sie es Jobzusage, Stellenzusage oder Arbeitszusage nennen, ändert nichts am Inhalt: Es sind dieselben neun Angaben.

Die neun Pflichtangaben

  • Name und Anschrift beider Seiten
  • Konkrete Tätigkeit beziehungsweise Position
  • Geplantes Eintrittsdatum
  • Arbeitsort
  • Wochenstunden
  • Befristet oder unbefristet
  • Bruttoentgelt
  • Gegebenenfalls der Vorbehalt, unter dem die Zusage steht
  • Datum, Unterschrift, Ansprechpartner

Diese neun Angaben sind das Gerüst. Den Ton machen vier Bausteine: Dank für Gespräch und Zeit. Die Zusage als Angebot formuliert — „Wir möchten Ihnen die Stelle anbieten“ statt „Wir stellen Sie ein“ ist der Unterschied zwischen Verwaltung und Wertschätzung. Glückwunsch und Vorfreude, ein Satz genügt. Nächste Schritte mit konkretem Datum, nicht mit „zeitnah“.

Kopiervorlage

Muster 1 — Formelle Einstellungszusage (Volltext)

Alles in eckigen Klammern ist ein Platzhalter und wird ersetzt.

[Firmenname]
[Straße, Hausnummer]
[PLZ, Ort]

[Anrede] [Vorname] [Nachname]
[Straße, Hausnummer]
[PLZ, Ort]

[Ort], [Datum]

Einstellungszusage

Sehr geehrte[r] Frau/Herr [Nachname],

wir danken Ihnen für das Gespräch am [Datum des Gesprächs] und freuen uns, Ihnen die Stelle als [Position] in unserem Unternehmen anzubieten.

Vorgesehen sind folgende Eckdaten:

  • Position: [Position], [Abteilung oder Bereich]
  • Aufgaben: [kurze Beschreibung der Haupttätigkeiten]
  • Eintrittsdatum: [Eintrittsdatum]
  • Arbeitsort: [Anschrift des Arbeitsorts]
  • Arbeitszeit: [Zahl] Stunden pro Woche
  • Vertragsart: [unbefristet / befristet bis [Datum]]
  • Bruttoentgelt: [Betrag] EUR [monatlich / jährlich]
  • [Optional: Diese Zusage steht unter dem Vorbehalt [Bedingung].]

Den Arbeitsvertrag mit allen weiteren Regelungen senden wir Ihnen bis zum [Datum] in zweifacher Ausfertigung zu. Bitte senden Sie uns ein von Ihnen unterzeichnetes Exemplar zurück. Der Arbeitsvertrag kommt erst mit dem beiderseits unterzeichneten Vertragsdokument zustande.

Für Rückfragen steht Ihnen [Name, Funktion] zur Verfügung.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit.

Mit freundlichen Grüßen

[Unterschrift]
[Name, Funktion]

Der vorletzte Absatz ist der Schriftformvorbehalt: Er hält fest, dass der Vertrag erst mit beiden Unterschriften entsteht (§ 154 Abs. 2 BGB). Deshalb kann dieses Muster ein förmliches Dokument sein, ohne Sie sofort endgültig zu binden. Wer bewusst schon jetzt binden will, lässt den Satz weg.

Das ist die Fassung, die Ihr Kandidat auch Dritten vorlegen kann. „Vor Behörden gültig“ wäre allerdings zu absolut: Für den Aufenthaltstitel gilt ein eigenes amtliches Formular. Und eine Korrektur an einer Aussage, die wir früher selbst so geschrieben haben: Dass jeder Arbeitgeber auf Anfrage eine Einstellungszusage ausstellen muss, ist nicht belegbar.

Das formelle Dokument ist der Standardfall für Dritte. Der häufigste Fall im Alltag ist ein anderer: die Mail direkt nach dem Gespräch.

Die Einstellungszusage per E-Mail: das Muster für den Regelfall

Die Mail direkt nach dem Gespräch ist der häufigste Fall im Alltag — und der, bei dem am meisten verloren geht. In einem Markt, in dem der Kandidat mitentscheidet, ist Ihre Zusage keine Formalie, sondern der letzte Eindruck vor seiner Entscheidung. Wärme schlägt hier Form. Zwei Dinge müssen trotzdem stehen: die Zusage als Angebot formuliert, und die nächsten Schritte mit Datum. Acht ausformulierte Vorlagen für jeden Anlass — vom Anruf bis zum Nachrücker — stehen im Beitrag zur Zusage nach dem Vorstellungsgespräch.

Beim Zeitpunkt gilt eine unspektakuläre Regel: Absprachen einhalten schlägt Geschwindigkeit. Wer im Bewerbungsgespräch vier Wochen angekündigt hat, darf sie nehmen, muss sich dann aber auch melden. Was Kandidaten verärgert, ist nicht die Dauer, sondern die Funkstille. Wie Sie den Zeitraum überbrücken, steht in unserem Beitrag zur Rückmeldung nach dem Vorstellungsgespräch.

Muster 2 — Zusage nach dem Vorstellungsgespräch (E-Mail, Volltext)

Betreff: Ihre Bewerbung als [Position] — unsere Zusage

Sehr geehrte[r] Frau/Herr [Nachname],

vielen Dank für das Gespräch am [Datum]. Ihre Einschätzung zu [konkretes Thema aus dem Gespräch] hat uns überzeugt — und die Rückmeldung aus dem Team war ebenso eindeutig.

Wir möchten Ihnen die Stelle als [Position] in [Abteilung oder Bereich] anbieten. Vorgesehen sind ein Eintritt zum [Eintrittsdatum], eine Wochenarbeitszeit von [Zahl] Stunden und ein Bruttoentgelt von [Betrag] EUR [monatlich / jährlich]. Der Arbeitsort ist [Ort].

Wir freuen uns sehr, wenn Sie zu uns kommen.

So geht es weiter: Den Arbeitsvertrag senden wir Ihnen bis zum [Datum] zu. Wenn Sie mir bis zum [Datum] kurz zurückmelden, ob Sie das Angebot annehmen, planen wir Ihren Start ab dann konkret. Für Rückfragen erreichen Sie mich unter [E-Mail-Adresse].

Herzliche Grüße
[Name, Funktion]

Ein Detail lohnt den zweiten Blick: „Wir möchten Ihnen die Stelle anbieten“ ist bewusst ein Angebot. Diese Mail ist damit in der Regel eine Erklärung im Sinne von § 145 BGB — Sie sind gebunden, der Kandidat entscheidet. Wer die Zusage erteilen will, ohne sich schon so weit festzulegen, nimmt Muster 4 oder Muster 5.

Fast alle empfehlen, vorher anzurufen. Nur sagt Ihnen niemand, was Sie in diesem Anruf eigentlich sagen sollen.

Telefonisch zusagen: der Gesprächsleitfaden mit Wortlaut

Was Sie in einem Zusage-Anruf eigentlich sagen sollen, steht selten irgendwo.

Dabei ist die Arbeitsteilung klar: Der Anruf entscheidet über den Moment, die Mail über die Beweisbarkeit. Erst telefonisch zusagen, dann schriftlich nachlegen.

Muster 3

Telefonischer Zusage-Leitfaden (sechs Schritte mit Wortlaut)

  1. Einstieg

    „Guten Tag Frau/Herr [Nachname], hier ist [Name] von [Firmenname]. Passt es Ihnen gerade zwei Minuten? Ich habe gute Nachrichten.“

  2. Die Zusage klar aussprechen — im ersten Drittel, ohne Vorgeplänkel

    „Wir haben uns entschieden: Wir möchten Ihnen die Stelle als [Position] anbieten. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie zu uns kommen.“

  3. Konditionen benennen

    „Konkret sähe das so aus: Start zum [Eintrittsdatum], [Zahl] Stunden pro Woche am Standort [Ort], Bruttogehalt [Betrag] EUR [monatlich / jährlich]. [Optional: Die Zusage steht noch unter dem Vorbehalt [Bedingung] — ich rechne bis [Datum] mit der Rückmeldung.]“

  4. Wenn nachverhandelt wird

    „Das kann ich hier am Telefon nicht entscheiden. Sagen Sie mir Ihre Vorstellung, dann bespreche ich das intern und melde mich bis [Datum] mit einer klaren Antwort. Was wäre denn Ihre Größenordnung?“

  5. Wenn der Kandidat überlegen möchte

    „Selbstverständlich, das sollten Sie in Ruhe entscheiden. Wäre eine Rückmeldung bis [Datum] machbar für Sie? Wenn Sie länger brauchen, sagen Sie mir Bescheid — dann finden wir einen Termin, der für uns beide passt.“

  6. Übergabe an die Schriftform

    „Ich schicke Ihnen alles heute noch schriftlich zu, damit Sie es schwarz auf weiß haben. Der Arbeitsvertrag geht bis [Datum] raus. Wenn zwischendurch etwas unklar ist, melden Sie sich jederzeit bei mir.“

Zur Prävention: erst die Freigabe, dann der Hörer

Wer auf einer Ebene zusagt, die das nicht final entscheiden darf, produziert genau die Situation „Ich habe telefonisch zugesagt, mein Chef will jetzt jemand anderen“. Klären Sie die interne Freigabe, bevor telefoniert wird. Ist sie offen, gehört der Vorbehalt schon in den Anruf.

Ein Satz aus dem Leitfaden hat es in sich: „vorbehaltlich der Zustimmung des Betriebsrats“. Genau der macht aus einer Zusage ein Werkzeug, das Ihnen die Woche zurückgibt, die Sie noch brauchen.

Einstellungszusage unter Vorbehalt: vier Klauseln zum Übernehmen

Der Vorbehalt löst den Satz auf, um den sich die halbe Praxis dreht: „Ich will Sicherheit geben — brauche aber selbst noch eine Woche.“ Der häufigste Einwand dagegen lautet, Vorbehalte wirkten misstrauisch. Das Gegenteil stimmt: Misstrauisch wirkt eine Zusage, die zwei Wochen später wieder eingesammelt wird.

Rechtlich ist ein Vorbehalt eine aufschiebende Bedingung nach § 158 Abs. 1 BGB. Die Präzision lohnt: Eine vorbehaltliche Zusage ist nicht „ungültig“, sie ist bedingt — bis zum Eintritt der Bedingung entfaltet sie keine Bindung, mit dem Eintritt wirkt sie voll. Aufschiebende und auflösende Bedingung sollte man nicht vermischen: Für eine Zusage vor Vertragsschluss ist die aufschiebende die passende Konstruktion.

Entscheidend ist der Zeitpunkt: Der Vorbehalt muss vor oder mit der Zusage klar erklärt sein, nachgeschoben wirkt er nicht. Das Arbeitsgericht Siegburg hat in einem Einzelfall die Rücknahme nach einer negativen ärztlichen Eignungsprüfung nicht als AGG-Verstoß gewertet — unter anderem, weil der Vorbehalt von Anfang an stand und die Untauglichkeit dokumentiert war (ArbG Siegburg, 20.03.2024 – 3 Ca 1654/23, erste Instanz, Einzelfall).

Muster 4 Zusage unter Vorbehalt — Volltext, vier Klauseln zur Auswahl

Sehr geehrte[r] Frau/Herr [Nachname],

vielen Dank für das Gespräch am [Datum]. Wir möchten Ihnen die Stelle als [Position] anbieten — vorgesehen sind ein Eintritt zum [Eintrittsdatum], [Zahl] Stunden pro Woche am Standort [Ort] und ein Bruttoentgelt von [Betrag] EUR [monatlich / jährlich].

Diese Zusage steht unter dem folgenden Vorbehalt:

[Eine oder mehrere Klauseln einsetzen:]

(a) Zustimmung des Betriebs- beziehungsweise Personalrats

„Die Zusage steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung des [Betriebsrats / Personalrats] zu Ihrer Einstellung. Die Beteiligung ist eingeleitet; wir rechnen bis zum [Datum] mit einer Rückmeldung und informieren Sie unverzüglich.“

(b) Führungszeugnis oder sonstige Nachweise

„Die Zusage steht unter dem Vorbehalt, dass uns bis zum [Datum] folgende Unterlagen vorliegen: [z. B. Führungszeugnis, Qualifikationsnachweis, Fahrerlaubnis der Klasse [Klasse]]. Diese Nachweise sind für die vorgesehene Tätigkeit erforderlich, weil [Begründung].“

(c) Ärztliche Eignung

„Die Zusage steht unter dem Vorbehalt der ärztlichen Feststellung Ihrer Eignung für die vorgesehene Tätigkeit. Die Untersuchung führt [Name der Stelle / des Arztes] durch; die Kosten trägt [Firmenname].“

(d) Budget- oder Gremienfreigabe

„Die Zusage steht unter dem Vorbehalt der Freigabe der Stelle durch [Gremium / Geschäftsführung]. Die Entscheidung ist für den [Datum] terminiert; wir melden uns unmittelbar danach bei Ihnen.“

Tritt die genannte Bedingung ein, gilt unser Angebot ohne weitere Erklärung. Sollte sie nicht eintreten, informieren wir Sie umgehend.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie zu uns kommen.

Mit freundlichen Grüßen
[Name, Funktion]

Öffentlicher Dienst: warum die vorbehaltliche Zusage dort Standard ist

Im öffentlichen Dienst ist die Einstellung ohne Schwellenwert mitbestimmungspflichtig — die Personalvertretung ist unabhängig von der Größe der Dienststelle zu beteiligen (§ 78 Abs. 1 Nr. 1 BPersVG). In der Privatwirtschaft greift die Beteiligung des Betriebsrats erst in Betrieben mit mehr als 20 wahlberechtigten Arbeitnehmern (§ 99 Abs. 1 BetrVG). Deshalb ist die vorbehaltliche Zusage dort der Regelfall: Sie wird erteilt, während das Verfahren noch läuft.

Praxis

„Ich habe zugesagt, dann kam das Führungszeugnis.“ Dieser Fall endet fast immer unbefriedigend, aus einem einzigen Grund: Es wurde zu früh zugesagt, und ein Vorbehalt lässt sich nicht rückwirkend erfinden. Sind Nachweise für die Tätigkeit erforderlich, gehören sie in Klausel (b), bevor die Zusage rausgeht. Welche Sie verlangen dürfen, hängt an der Tätigkeit und sollte im Zweifel arbeitsrechtlich geprüft werden.

Der Vorbehalt ist eine Zusage mit Schleuse. Manchmal wollen Sie noch weniger versprechen — und trotzdem etwas in der Hand geben.

Unverbindliche Einstellungszusage: die Einstellungsabsichtserklärung als dritte Stufe

Wollen Sie noch weniger versprechen und trotzdem etwas in der Hand geben, schreiben Sie keine Zusage, sondern eine Absichtserklärung: Die Zusage ist ein Angebot, die Absichtserklärung will ausdrücklich keines sein. Dafür braucht es zwei Hebel — und der dritte, den fast alle für den wichtigsten halten, trägt nicht.

Hebel 1: Die Bindung ausdrücklich ausschließen. Schreiben Sie hin, dass die Erklärung kein Angebot im Sinne von § 145 BGB darstellt. Das ist der eigentliche Hebel.

Hebel 2: Einen Schriftformvorbehalt vereinbaren. Ohne beiderseits unterzeichneten Arbeitsvertrag kein Vertrag (§ 154 Abs. 2 BGB). Auch dieser Hebel trägt.

Hebel 3: Wesentliche Punkte offenlassen — nur ein Nebeneffekt. Wer glaubt, eine Erklärung werde schon dadurch unverbindlich, dass Gehalt oder Arbeitszeit fehlen, irrt: § 612 Abs. 1 BGB lässt eine fehlende Vergütungsabrede nicht zur Unverbindlichkeit werden. Hier liegt der Fehler, den fast alle machen.

Muster 5 Unverbindliche Absichtserklärung (Volltext)

Sehr geehrte[r] Frau/Herr [Nachname],

vielen Dank für das Gespräch am [Datum]. Wir möchten Ihnen mitteilen, dass wir beabsichtigen, die Stelle als [Position] mit Ihnen zu besetzen. Als Eintrittstermin ist derzeit der [Eintrittsdatum] vorgesehen, als Arbeitsort [Ort].

Diese Erklärung gibt unseren aktuellen Planungsstand wieder. Sie stellt ausdrücklich kein Angebot auf Abschluss eines Arbeitsvertrages im Sinne des § 145 BGB dar und begründet keinen Anspruch auf Einstellung. Ein Arbeitsverhältnis kommt erst mit einem von beiden Seiten unterzeichneten schriftlichen Arbeitsvertrag zustande.

Offen sind derzeit noch [z. B. die abschließende Freigabe der Stelle / die Vergütung / der genaue Aufgabenzuschnitt]. Sobald diese Punkte geklärt sind, melden wir uns bis zum [Datum] mit einer verbindlichen Rückmeldung bei Ihnen.

Wir freuen uns auf die weiteren Gespräche.

Mit freundlichen Grüßen
[Name, Funktion]

Eine ehrliche Alternative zum Schluss: Wenn Ihre Entscheidung schlicht noch dauert, ist ein Zwischenbescheid der bessere Weg als eine halbe Zusage. Er sagt, was Sache ist, ohne eine Erwartung zu erzeugen, die Sie später zurücknehmen müssen.

Es gibt einen Fall, in dem Unverbindlichkeit nicht reicht: wenn Ihr Bewerber das Schreiben nicht für sich braucht, sondern für eine Behörde.

Einstellungszusage für Arbeitsagentur, Jobcenter und Führerschein

Wenn Ihr Bewerber das Schreiben für eine Behörde braucht, ändert sich die Lage. Typische Anlässe: Vermittlungsbudget der Arbeitsagentur (umgangssprachlich Arbeitsamt) (§ 44 SGB III), Bildungsgutschein, Umschulung, Weiterbildung — in allen Fällen hängt die Förderung Ihres künftigen Mitarbeiters daran. Genau hier passiert der Fehler, der Arbeitgeber am häufigsten den Kandidaten kostet: das reflexhafte Nein, aus Sorge, ein Schreiben für ein Amt sei besonders verbindlich. Ist es nicht. Wenn Sie sich noch nicht binden wollen, schreiben Sie den Vorbehalt hinein.

Pflichtangaben für Behörden-Schreiben (10 Punkte):

  1. Name und Anschrift beider Seiten
  2. Konkrete Tätigkeit
  3. Geplantes Eintrittsdatum
  4. Sozialversicherungspflichtig ja oder nein, plus Wochenstunden
  5. Befristet oder unbefristet
  6. Arbeitsort
  7. Bruttoentgelt
  8. Die Bedingung, unter der die Zusage steht
  9. Datum
  10. Unterschrift und Ansprechpartner mit Kontaktweg
Muster 6 Zusage für Arbeitsagentur oder Jobcenter (Volltext)

[Firmenname mit vollständiger Anschrift]

[Ort], [Datum]

Einstellungszusage zur Vorlage bei [Agentur für Arbeit / Jobcenter] [Ort]

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit bestätigen wir, dass wir beabsichtigen, [Anrede] [Vorname] [Nachname], geboren am [Geburtsdatum], wohnhaft [Straße, PLZ, Ort], in unserem Unternehmen einzustellen.

  • Tätigkeit: [konkrete Tätigkeitsbezeichnung, z. B. Auslieferungsfahrer/in im Nahverkehr]
  • Geplantes Eintrittsdatum: [Eintrittsdatum]
  • Beschäftigungsumfang: [Zahl] Stunden pro Woche
  • Sozialversicherungspflichtig: [ja / nein]
  • Vertragsart: [unbefristet / befristet bis [Datum]]
  • Arbeitsort: [Anschrift des Arbeitsorts]
  • Bruttoentgelt: [Betrag] EUR [monatlich / jährlich]

Die Einstellung steht unter dem Vorbehalt, dass [Bedingung, z. B. die genannte Qualifikation bis zum [Datum] nachgewiesen wird].

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung: [Name, Funktion, E-Mail-Adresse].

Mit freundlichen Grüßen

[Unterschrift]
[Name, Funktion]

Variante Führerschein (Muster 6b)

Soll die Fahrerlaubnis gefördert werden, kommen zwei Angaben hinzu, an denen die Bewilligung hängt: die Klasse ausdrücklich benannt und die Begründung, warum diese Fahrerlaubnis für genau diese Tätigkeit unabdingbar ist. Ein „wäre von Vorteil“ reicht nicht.

Variante 6b Ergänzung zu Muster 6
  • Erforderliche Fahrerlaubnis: Klasse [z. B. C1E]
  • Begründung: Die Fahrerlaubnis der Klasse [Klasse] ist für die vorgesehene Tätigkeit zwingend erforderlich, weil [konkrete Begründung, z. B. die Auslieferung ausschließlich mit Fahrzeugen bis 7,5 Tonnen erfolgt und der Einsatz ohne diese Fahrerlaubnis nicht möglich ist].

Ohne die Fahrerlaubnis der Klasse [Klasse] kann die Tätigkeit nicht ausgeübt werden. Die Einstellung steht daher unter dem Vorbehalt, dass die Fahrerlaubnis bis zum [Datum] vorliegt.

Zwei Warnungen, die über die Förderung entscheiden:

Keine pauschale Kostenübernahme versprechen. Wo der Arbeitgeber gleichartige Leistungen erbringt, ist die Förderung ausgeschlossen (Fachliche Weisungen der Bundesagentur für Arbeit zum Vermittlungsbudget § 44 SGB III, Ziffer 44.07). Ein gut gemeinter Satz wie „Selbstverständlich beteiligen wir uns an den Kosten“ kann genau die Förderung killen, die Ihr Bewerber beantragen wollte.

Rechtzeitig ausstellen. Der Antrag muss vor dem leistungsbegründenden Ereignis liegen, spätestens am Tag der Beschäftigungsaufnahme (§ 324 SGB III). Ein Schreiben, das erst in der zweiten Arbeitswoche fertig wird, kommt zu spät.

Aufenthaltstitel: das BA-Formular EzB

Braucht Ihr Bewerber das Papier für einen Aufenthaltstitel, gilt etwas anderes — und das spart in der Praxis Wochen. Das Aufenthaltsrecht verlangt für einen Aufenthaltstitel zur Beschäftigung ein „konkretes Arbeitsplatzangebot“, keinen unterschriebenen Arbeitsvertrag. Im Regelfall ersetzt das amtliche Formular der Bundesagentur für Arbeit „Erklärung zum Beschäftigungsverhältnis“ (EzB, Fassung 02/2024) den Arbeitsvertrag. Ein eigenes Muster gibt es hier bewusst nicht: Bei einem amtlichen Formular besteht kein Gestaltungsspielraum.

Was Sie vor der Unterschrift wissen sollten: Damit übernehmen Sie Melde- und Auskunftspflichten, falsche Angaben können als Ordnungswidrigkeit oder Straftat verfolgt werden (§§ 18 Abs. 2 Nr. 1, 4a Abs. 5 Satz 3 Nr. 3, 39 Abs. 4, 95 Abs. 2 Nr. 2 AufenthG; § 404 Abs. 2 Nr. 5 SGB III).

Praxis: Bleibt die Sorge hinter jedem Behörden-Schreiben: „Was, wenn er das Papier nur für die Behörde will und dann nicht kommt?“ Dagegen hilft die Kombination — das Behörden-Muster liefert der Behörde, was sie braucht, der Vorbehalt aus der vorigen Sektion hält fest, unter welcher Bedingung die Zusage gilt.

So weit die Fälle, in denen die Zusage hält. Bleibt der unangenehme: Sie haben zugesagt und müssen zurück.

Eine Einstellungszusage zurückziehen: was geht — und wie Sie es schreiben

Ob ein Rückzug überhaupt geht, hängt an einer einzigen Frage: Ist der Vertrag schon geschlossen?

Ja — er hat angenommen: Dann gibt es keinen Widerruf mehr, sondern nur Kündigung, Aufhebungsvertrag oder Anfechtung. Eine Kündigung ist auch vor Arbeitsantritt möglich, wenn sie nicht vertraglich ausgeschlossen wurde; die Frist beginnt mit dem Zugang, nicht erst mit dem vereinbarten Arbeitsbeginn, und in der Probezeit gilt die Frist von zwei Wochen (BAG, 25.03.2004 – 2 AZR 324/03; § 622 Abs. 3 BGB). Zwingend ist die Schriftform, die elektronische Form ist ausgeschlossen (§ 623 BGB) — eine Kündigung per E-Mail oder WhatsApp ist unwirksam.

Nein — er hat noch nicht angenommen: Dann können Sie Ihre Erklärung grundsätzlich zurücknehmen; im Raum steht dann aber eine Haftung aus vorvertraglicher Pflichtverletzung. Gerichte haben in Einzelfällen Schadensersatz zugesprochen, wenn ein Bewerber im Vertrauen auf die Zusage Aufwendungen getätigt hatte (§§ 280 Abs. 1, 241 Abs. 2, 311 Abs. 2 BGB; ArbG Wiesbaden, 12.06.2001 – 8 Ca 3193/00); ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts dazu gibt es nicht. Ersetzt wird das negative Interesse — etwa Umzugskosten oder Verdienstausfall —, nicht eine abstrakte Karrierechance.

Muster 7 Rückzug einer erteilten Zusage (Volltext) Zum Kopieren — die Platzhalter in eckigen Klammern ersetzen.

Sehr geehrte[r] Frau/Herr [Nachname],

wir müssen Ihnen heute eine unerfreuliche Mitteilung machen: Wir können unsere Zusage vom [Datum] für die Stelle als [Position] nicht aufrechterhalten.

Der Grund ist [z. B. die Streichung der Stelle im Rahmen einer Budgetentscheidung vom [Datum] / dass die in unserer Zusage genannte Bedingung — [Bedingung] — nicht eingetreten ist].

Wir bedauern das ausdrücklich. Ihre Bewerbung und das Gespräch am [Datum] waren überzeugend; die Entscheidung liegt nicht an Ihrer Person.

Sollten Ihnen im Vertrauen auf unsere Zusage Aufwendungen entstanden sein, melden Sie sich bitte bei [Name, Funktion] unter [E-Mail-Adresse]. Gern halten wir Sie zudem für künftige Vakanzen in unserem Bewerberpool, wenn Sie einverstanden sind.

Mit freundlichen Grüßen
[Name, Funktion]

Kurz und sachlich ist hier kein Stil, sondern Schutz: Weiche Begründungen wie „wir haben uns menschlich anders orientiert“ liefern im Streitfall Anhaltspunkte, die Sie nicht liefern wollten.

Der AGG-Rahmen

Für eine Benachteiligung genügen Indizien; liegen sie vor, verschiebt sich die Beweislast auf den Arbeitgeber (§ 22 AGG). Ansprüche sind binnen zwei Monaten ab Zugang der Ablehnung schriftlich geltend zu machen (§ 15 Abs. 4 AGG), danach bleiben drei Monate für die Klage (§ 61b Abs. 1 ArbGG). Eine verbreitete Fehlvorstellung sind die „drei Monatsgehälter“: keine allgemeine Obergrenze, sondern ein Deckel, der nur greift, wenn die Person auch bei benachteiligungsfreier Auswahl nicht eingestellt worden wäre (§ 15 Abs. 2 AGG). Stehen AGG-Risiken im Raum, lassen Sie den Fall vor dem Schreiben anwaltlich prüfen.

Drei Fälle, die regelmäßig auftauchen

1 Nachverhandlung nach der Zusage

Nachverhandeln ist keine Annahme. Solange der Kandidat nicht angenommen hat, sind Sie gebunden, er ist es nicht — Ihr Angebot können Sie aber ändern oder zurücknehmen. Meist reicht eine gesetzte Frist.

2 Vertragsstrafe für den Nichtantritt

Heikel: Ist die Strafe zu hoch bemessen oder zu unbestimmt formuliert, fällt die Klausel im Streitfall komplett weg. Wer so etwas will, lässt sie anwaltlich formulieren.

3 Kenntnis von einer Schwangerschaft nach der Zusage

Der heikelste Fall dieser Seite: Ein zeitlicher Zusammenhang zwischen Kenntnis und Rückzug kann als AGG-Indiz gewertet werden. Hier schafft keine Musterformulierung Sicherheit — dieser Fall gehört vor jeder Reaktion zur anwaltlichen Prüfung.

Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Rechtsstand Juli 2026; im Zweifel arbeitsrechtlich prüfen lassen.

Der häufigere Rückzug kommt allerdings nicht von Ihnen — sondern von der anderen Seite, und meist ohne Ankündigung.

Nach der Zusage: Frist, Nachfassen und der Kandidat, der nicht antritt

Der Rückzug von der anderen Seite kommt meist ohne Ankündigung — und er ist häufiger als gedacht. Nach der softgarden-Studie Candidate Experience 2023 (n = 3.811) treten rund 10 % eine unterschriebene Stelle nicht an: 6,0 % kündigen vorher, 4,2 % erscheinen nicht. Die Haufe-Onboarding-Studie 2023 zeigt dieselbe Lücke von der anderen Seite: 36 % der Unternehmen haben schon vor Tag 1 eine Kündigung erhalten, häufigster Grund ist ein besseres Angebot (41 %).

Die Annahmefrist. Eine gesetzliche Frist gibt es nicht; § 147 BGB spricht von einer „angemessenen Frist“. Unsere Empfehlung, ausdrücklich als Empfehlung und nicht als Rechtslage: Setzen Sie die Frist selbst und nehmen Sie sie ins Schreiben auf. Eine Zusage ohne Rückmeldedatum erzeugt keine Entscheidung, sondern eine offene Baustelle.

Muster 8 — Nachfassen bei Funkstille (drei Stufen, Volltext)

Stufe 1

Stufe 1 — freundlich, wenige Tage nach der Frist

Betreff: Kurze Rückfrage zu unserer Zusage

Sehr geehrte[r] Frau/Herr [Nachname],

wir hatten Ihnen am [Datum] die Stelle als [Position] angeboten. Da wir bislang keine Rückmeldung von Ihnen haben, wollte ich kurz nachfragen, ob alle Unterlagen bei Ihnen angekommen sind und ob noch Fragen offen sind. Wenn etwas unklar ist, klären wir das gern telefonisch oder per Mail.

Herzliche Grüße, [Name, Funktion]

Stufe 2

Stufe 2 — mit klarer Frist, rund eine Woche später

Betreff: Ihre Rückmeldung zur Stelle als [Position]

Sehr geehrte[r] Frau/Herr [Nachname],

ich melde mich noch einmal zu unserem Angebot vom [Datum]. Damit wir den Start zum [Eintrittsdatum] vorbereiten können, brauchen wir Ihre Rückmeldung bis zum [Datum]. Eine kurze Nachricht genügt — auch wenn Sie sich anders entschieden haben. Das ist völlig in Ordnung und hilft uns bei der Planung.

Herzliche Grüße, [Name, Funktion]

Stufe 3

Stufe 3 — Abschluss, nach Ablauf der Frist

Betreff: Stelle als [Position] — Abschluss des Verfahrens

Sehr geehrte[r] Frau/Herr [Nachname],

da wir bis zum [Datum] keine Rückmeldung von Ihnen erhalten haben, gehen wir davon aus, dass Sie unser Angebot nicht annehmen möchten. Wir geben die Stelle daher wieder frei. Sollte das ein Missverständnis sein, melden Sie sich bitte bis zum [Datum] bei [Name, Funktion].

Wir bedanken uns für Ihr Interesse und wünschen Ihnen alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen, [Name, Funktion]

Der Nichtantritt. Erscheint der Neue am ersten Arbeitstag nicht, endet der Vertrag nicht von selbst. Er besteht, solange ihn niemand beendet — auch dann, wenn nie eine Stunde gearbeitet wurde. Die Beendigung braucht die Schriftform; die Wege stehen in der vorigen Sektion.

Das Pool-Timing. Die teuerste Frage lautet: Wann sagen Sie den übrigen Bewerbern ab? Zu früh, und Sie haben keinen Nachrücker, wenn der Favorit abspringt. Zu spät, und der Nachrücker hat längst woanders unterschrieben. Eine belastbare Regel gibt es nicht, aber eine brauchbare Reihenfolge: erst die Annahme abwarten, dann absagen — und die Wartenden nicht im Dunkeln lassen. Wie Sie das formulieren, steht in unseren Beiträgen zur Absage nach dem Vorstellungsgespräch und zur Absage an die übrigen Bewerber.

Vorbereiteter Arbeitsplatz für einen neuen Mitarbeiter am ersten Arbeitstag
Preboarding heißt: Am ersten Tag steht der Platz — Ausstattung, Zugänge und ein Ablaufplan für den Vormittag.

Preboarding. Die Wochen zwischen Zusage und Tag 1 sind der Zeitraum, in dem die 10 % entstehen — und der einzige, in dem Sie etwas dagegen tun können. Halten Sie Kontakt: eine Willkommensnachricht, die Info, wer am ersten Tag da ist, ein Ablaufplan für den Vormittag. Wer sichtbar bleibt, erfährt von einem Absprung vorher.

Diese Kette aus Zusage, Nachfassen und Willkommensnachricht endet nicht mit diesem Artikel — sie ist Teil eines Prozesses, den wir einmal komplett aufgeschrieben haben.

Der Artikel gibt den Text. Das Kit gibt die Kette.

Der Artikel löst den Vorgang „Zusage“ — acht Texte für den Moment der Entscheidung. Das Kommunikationskit löst die Kette davor und danach: zehn Nachrichten, je drei Tonlagen, jede mit einer Frist.

Die zehn Bausteine in Prozessreihenfolge: Eingangsbestätigung (≤ 24 Stunden, spätestens 2 Werktage) · Unterlagen nachfordern (≤ 2 Werktage nach der Sichtung) · Einladung zum Telefoninterview (≤ 5 Werktage nach Eingang) · Einladung zum Vorstellungsgespräch (≤ 1 Woche nach Bewerbungseingang) · Termin bestätigen oder verschieben (am selben Tag) · Zwischenbescheid (am Tag der zugesagten Rückmeldung) · Rückmeldung nach dem Gespräch (≤ 2 Werktage nach dem Gespräch) · Absage (≤ 2 Wochen, nach Gespräch oder Probetag ≤ 5 Werktage) · Zusage (am Tag der Entscheidung) · Willkommen vor dem ersten Tag (1–2 Wochen vor dem ersten Tag).

Ein Unterschied ist wichtig: Der Zusage-Baustein im Kit ist bewusst zurückhaltend formuliert — er teilt die Entscheidung mit, ist aber nicht als Vertragsangebot ausgestaltet. Die Muster hier decken beide Richtungen ab: Muster 1 und 2, wenn Sie binden wollen, Muster 4 und 5, wenn Sie es bewusst nicht wollen. Das Kit liefert die zurückhaltende Standardvariante und die neun Nachrichten drumherum — von der Eingangsbestätigung über die Einladung zum Vorstellungsgespräch bis zur Willkommensnachricht. Wie die Schritte zusammenhängen, steht in unserem Überblick zur Bewerberkommunikation. Und was vor alldem liegt — wie Sie überhaupt zu der Entscheidung kommen, die Sie hier gerade schriftlich festhalten —, behandelt unser Leitfaden zum Bewerberauswahlverfahren.

Das Kommunikationskit selbst steht unten auf dieser Seite.

Bleiben die Fragen, die uns zu Einstellungszusagen am häufigsten gestellt werden — kurz und direkt beantwortet.

Häufige Fragen zur Einstellungszusage

Fünfzehn Fragen aus der Praxis — jede in wenigen Sätzen beantwortet.

Ist eine Einstellungszusage rechtlich bindend?

Ja, in der Regel als Vertragsangebot nach § 145 BGB. Gebunden sind zunächst nur Sie; der Vertrag entsteht mit der Annahme. Zwei Ausstiegspunkte gibt es: eine verabredete Schriftform (§ 154 Abs. 2 BGB) und fehlende Einigung über wesentliche Punkte (§ 154 Abs. 1 BGB).

Ist eine mündliche Einstellungszusage bindend?

Ja. Die Zusage ist formfrei — der Anruf bindet Sie genauso wie der Brief. Der Unterschied liegt nicht in der Wirkung, sondern im Beweis: Wer sich auf eine mündliche Zusage beruft, muss sie belegen, und das trifft im Streitfall den Kandidaten. Schicken Sie deshalb nach jedem Zusage-Anruf dieselbe Zusage noch einmal schriftlich hinterher.

Wie formuliert man eine Einstellungszusage?

Neun Pflichtangaben und vier Bausteine. Die Angaben: beide Anschriften, Tätigkeit, Eintrittsdatum, Arbeitsort, Wochenstunden, befristet oder unbefristet, Bruttoentgelt, gegebenenfalls der Vorbehalt, Datum und Unterschrift. Die Bausteine: Dank, Zusage als Angebot, Glückwunsch, nächste Schritte mit Datum.

Was ist der Unterschied zwischen Einstellungszusage und Einstellungsbestätigung?

Die Zusage ist die Erklärung, die Stelle zu vergeben — in der Regel ein Angebot, das zunächst nur Sie bindet. Die Bestätigung kommt später und hält fest, was ohnehin gilt, meist zur Vorlage bei Dritten. Sie schafft keine neue Bindung.

Wie unterscheidet sich eine Einstellungszusage von der Zusagemail?

Inhaltlich gar nicht — der Unterschied liegt nur im Weg. „Zusagemail“ benennt den Kanal, „Zusageschreiben“ das Papier; beide transportieren dieselbe Erklärung. Die Zusage ist formfrei, es zählt also, was darin steht, nicht wie es ankommt. Ob Sie gebunden sind, entscheidet der Wortlaut — nicht der Kanal.

Wie schreibe ich eine Zusage nach dem Vorstellungsgespräch?

In vier Schritten: Dank mit Bezug aufs Gespräch, die Zusage ausdrücklich als Angebot, ein Satz Glückwunsch, dann die nächsten Schritte mit Datum. Entscheidend ist Schritt zwei — „Wir möchten Ihnen die Stelle anbieten“ statt „Wir stellen Sie ein“.

Wann sollte die Zusage nach dem Vorstellungsgespräch raus?

Aus Arbeitgebersicht gilt: Absprachen einhalten schlägt Geschwindigkeit. Wer im Gespräch vier Wochen angekündigt hat, darf sie nehmen, muss sich dann aber auch melden. Was Kandidaten verliert, ist nicht die Dauer, sondern die Funkstille.

Muss ich als Arbeitgeber eine Einstellungszusage ausstellen?

Eine allgemeine Pflicht dazu ist nicht belegbar. Praktisch hängt für Ihren Kandidaten aber oft eine Förderung oder ein Aufenthaltstitel daran. Ein reflexhaftes Nein kostet Sie deshalb regelmäßig den Kandidaten — vermeidbar mit einem Vorbehalt im Schreiben.

In welchen Fällen wird eine Einstellungszusage versendet?

Vor allem in zwei. Erstens nach der Entscheidung, wenn der Arbeitsvertrag noch nicht fertig ist und Sie den Kandidaten nicht warten lassen wollen — das ist der Regelfall. Zweitens, wenn eine Behörde einen Nachweis braucht: die Arbeitsagentur für das Vermittlungsbudget nach § 44 SGB III, das Jobcenter für einen Bildungsgutschein. Beim Aufenthaltstitel liegt es anders — dort zählt das amtliche BA-Formular, ein eigenes Muster gibt es dafür nicht.

Reicht eine E-Mail, oder brauche ich Papier mit Unterschrift?

Die Zusage ist formfrei, eine E-Mail genügt. Getrennt davon steht das Nachweisgesetz: Entgelt, Arbeitszeit und Vertragsparteien spätestens am ersten Arbeitstag, seit dem 01.01.2025 in Textform — nicht jedoch in den Branchen nach § 2a Abs. 1 SchwarzArbG. Ausnahme: befristete Verträge.

Was gilt bei einer befristeten Stelle?

Die Befristung braucht Schriftform (§ 14 Abs. 4 TzBfG). Sagen Sie formlos zu und der Mitarbeiter nimmt die Arbeit auf, ist nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts nur die Befristung unwirksam — das Arbeitsverhältnis besteht unbefristet fort. Der unterzeichnete Vertrag muss vor Tag 1 zugehen.

Kann ich eine Einstellungszusage zurückziehen?

Das hängt an einer Frage: Hat der Kandidat angenommen? Wenn ja, geht nur noch Kündigung, Aufhebung oder Anfechtung — schriftlich. Wenn nein, ist eine Rücknahme möglich, es kann aber Vertrauenshaftung im Raum stehen. Kündigt er auf Basis Ihrer Zusage, entsteht genau dieses Vertrauen.

Wie lange muss ich Bedenkzeit geben?

Eine gesetzliche Frist gibt es nicht. § 147 BGB spricht von einer „angemessenen Frist“, was im Einzelfall zu beurteilen ist. Unsere Empfehlung — als Empfehlung, nicht als Rechtslage: Setzen Sie die Frist selbst und nehmen Sie sie ins Schreiben auf.

Was muss in die Zusage fürs Jobcenter?

Zehn Angaben: Anschriften beider Seiten, konkrete Tätigkeit, Eintrittsdatum, Sozialversicherungspflicht plus Wochenstunden, befristet oder unbefristet, Arbeitsort, Bruttoentgelt, die Bedingung, unter der die Zusage steht, Datum sowie Unterschrift mit Ansprechpartner. Ein amtliches Formular gibt es dafür nicht.

Brauche ich fürs Visum einen Arbeitsvertrag?

Nein. Das Aufenthaltsrecht verlangt ein konkretes Arbeitsplatzangebot, keinen unterschriebenen Vertrag. Im Regelfall ersetzt das BA-Formular „Erklärung zum Beschäftigungsverhältnis“ (EzB, Fassung 02/2024) den Arbeitsvertrag. Mit Ihrer Unterschrift übernehmen Sie allerdings Melde- und Auskunftspflichten.

Eine Frage bleibt am Ende immer offen: Was, wenn er trotzdem nicht kommt? Dann ist die Stelle wieder offen — und die Suche beginnt von vorn.

Wenn die Stelle wieder offen ist

Wenn er trotzdem nicht kommt, ist die Stelle wieder offen und die Suche beginnt von vorn — nach der softgarden-Studie 2023 trifft das rund jede zehnte besetzte Stelle. Dann zählt nur eines: wie schnell die Anzeige wieder überall steht.

Genau dafür ist Personalturm da. Sie erstellen die Stellenanzeige einmal und schalten sie gleichzeitig auf über 400 Jobbörsen — StepStone, Indeed, Monster, Stellenanzeigen.de, Jobware, meinestadt.de, Yourfirm, XING und viele weitere. Durch das Einkaufsvolumen zahlen Sie bis zu 70 % weniger als bei der Direktbuchung, das professionelle Lektorat ist inklusive.

Alle Nachrichten dieses Prozesses — von der Eingangsbestätigung bis zur Zusage — gibt es gebündelt im Kommunikationskit.

seit 2018 · 400+ Jobbörsen
Kostenlos — ohne Bedingungen

Das Kommunikationskit: alle 10 Nachrichten des Bewerbungsprozesses

Eingangsbestätigung, Einladung, Zwischenbescheid, Absage, Zusage, Willkommensmail — je in drei Tonlagen, mit den Fristen dazu. Namen einmal eintragen, alle zehn sind kopierfertig.

  • Alle 10 Nachrichten des Bewerbungsprozesses — von der Eingangsbestätigung bis zum ersten Arbeitstag
  • Jede in drei Tonlagen: förmlich, neutral, locker — Sie wählen einmal die Stimme Ihres Hauses
  • Zu jeder Nachricht die Frist: was wann raus muss, damit Ihnen gute Bewerber nicht abspringen
  • Platzhalter füllen Sie direkt auf der Seite aus. Kopieren, in Outlook einfügen, senden.

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Ralph Adrian
Über den Autor
Ralph Adrian Geschäftsführer · Personalturm

Hilft Unternehmen seit 2018, Stellen günstiger über 400+ Jobbörsen zu schalten. Schreibt über Recruiting-Kosten, Jobbörsen und Multiposting.

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